Was zu lange währt …

Zeit für ein kleines Update zu den letzten Monaten. Nach einem Artzgespräch im Psychotraumazentrum beantragte ich am 22.05.2017 einen Wechsel meines behandelnden Allgemeinmediziners. Am 19.10.2017 erhielt ich dann auch Nachfrage die Bestätigung, dass der Wechsel erfolgen kann.

Dafür brauchte es „nur“ folgende Beteiligte (in Order of Appearance):
– Facharzt Psychotraumazentrum
– Wehrbeauftragter des deutschen Bundestages
– Beauftragter General für Einsatzschädigungen im BMVg
– ein Bundestagsabgeordnetenbüro
– Leiter SanUstgZentrum Berlin

Dieser Wechsel wurde mir 2016 zunächst verwährt. 2017 gab es einiges an Chaos. Hauptsächlich dadurch, dass aus dem SanVersZentrum Wedding keine konsistente Kommunikation erfolgte. Auf meinen formlosen Antrag per eMail wurde mir zunächst suggeriert, der Wechsel könne problemlos erfolgen.
Es gab weder eine Mitteilung über ein vorgesehenes Prozedere („Stellen Sie Antrag bei …“), noch über die einzelnen Zwischenschritte, die scheiterten, weil ich mich an dieses mir unbekannte Prozedere nicht halten konnte.

Nun ist – 5 Monate nach Antragsstellung und 3 Monate später, als von mir eigentlich beabsichtigt – endlich wieder eine routinemäßige ärztliche Versorgung gegeben. Neben Zahnarzt steht auch der jährliche allgemeine Checkup sowie die Krebsvorsorgeuntersuchung in den nächsten Wochen auf dem Plan.

In der Bearbeitung beim Wehrbeauftragten ist derweil weiterhin die Beschwerde gegen den Leiter des SanVersZentrums Berlin Wedding und dessen „Behandlung“ im November 2016, sowie die Verschriftlichung derselbigen mit Aussagen, die mich als unkooperativ und nicht behandlungswillig erscheinen lassen.

Weitere Behandlungsweg

Damit sind nun endlich auch weitere Schritte bei der PTBS-Behandlung möglich. Neben einer Kur, die ab Januar / Februar 2018 geplant ist, ist auch eine Traumatherapie ab März angesetzt. Diese muss ich nicht zwingend im Bundeswehrumfeld durchführen, wie mir im Psychotraumazentrum erläutert wurde.

Ich habe in vorherigen Beiträgen immer wieder versucht, all diesen Schikanen mit Humor zu begegnen, die sich aus dem Wechsel des SanVersZentrums ergeben haben. Das ändert aber nichts an den Folgen, die diese Art von Schikane auf mich haben. Es ist Zersetzung, die durch Bürokratie, Hierarchie und mangelnde Kommunikation betrieben wird.

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Attraktivität, Bundeswehr und Kameradschaft

Es passiert das, was absehbar war. Aktive und ehemalige Soldaten, sowie deren Angehörige, die sich durch mein Hinterfragen von Einsatzvorfällen in ihrer Welt offenbar empfindlich gestört fühlen gehen mich an.

Teilweise sind es Ehemalige, die nicht einmal offen legen wollen, was sie bei der Bundeswehr mal getan haben.

Teilweise stehen diese Menschen unter dem Eindruck von getöteten Soldaten aus dem direkten Umfeld und scheinen daher keinerlei Interesse mehr an Mitgefühl oder einem rechts-konformen Verhalten (Stichwort Genfer Konvention) gegenüber afghanischen Gefangenen zu haben.

Mit Veteranen jammern ist in Ordnung – Menschenrechtsverletzungen kritisieren ist unerwünscht.

Meine Abkehr von der Bundeswehr war und ist die richtige Entscheidung – dass nun die Therapie und Eingliederung finanziert werden muss ist im Rahmen der Fürsorgeverpflichtung.

Es ist definitiv aber kein Grund, weshalb ich auf Knien danken müsste.

Es ist auch kein Schweigegeld, was die Forderung an mich rechtfertigt die Klappe über Missstände zu halten.

141007_Zitat

Zersetzung

Sehr geehrte *Bearbeiterin* ,

mit Datum vom 18.02.2015 ging mir heute am 19.02.2015 ihr Schreiben zu. Ich antworte im Volltext sowie im Stil eines offenen Briefes. Das wird etwas umfangreicher, damit auch Dritte diesen Brief inhaltlich verstehen können.

Im Juni 2014 wurde absehbar, dass meine finanzielle Situation schwierig werden würde und ich riet meiner Exfrau für die beiden gemeinsamen Kinder frühzeitig Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz zu beantragen. Ziel war es, zumindest den fristgerechten und verlässlichen Eingang des Mindestunterhalts i.H.v. 360 Euro gewährleisten zu können.

Wie ihnen sicher bekannt leide ich an einer Stress-Erkrankung, die das Ergebnis einer Überlastung durch die Personalpolitik der Bundeswehr rund um den Afghanistaneinsatz ist. Ende Januar wurde nach massivem öffentlichen Druck und einer Verfahrensdauer von 22 Monaten nun der Grad der Schädigung mit 30% festgesetzt.

Fatal an der Situation ist, dass ich nach außen hin trotz größtem Stress scheinbar funktioniere. Wie ich das derzeit bewerkstellige verstehe ich selbst kaum. Das es nicht gesund ist und ich mich dabei auch nicht gesund fühle, wird schnell deutlich, wenn ich meinen derzeitigen Tagesablauf schildere.

Einschließlich Arbeitsweg bin ich derzeit täglich rund 10 Stunden außer Haus. Ich gebe mir größte Mühe im Job zuverlässig zu funktionieren, um zumindest meine Wohnung und die Lebenshaltungskosten sichern zu können. Der Kraftaufwand ist enorm und die Zeit zwischen den Arbeitsschichten ist geprägt von Niedergeschlagenheit, Erschöpfung und Schlaf, der kaum noch erholsam ist. Schon das rechtzeitige verlassen des Hauses wird zum Problem. Es ist ein Kraftaufwand, für saubere Kleidung und Körperhygiene zu sorgen, sowie mich regelmäßig zu ernähren.

5 Tage entfallen auf Job 1, ein Tag ist derzeit für die Therapiemaßnahmen reserviert. Und irgendwie kann ich ihnen auch nicht sagen, ob am siebten Tag irgendetwas stattfindet, was mich weiterbringt. Egal, ob in Bezug auf das Studium, was immer noch abzuschließen ist oder in Bezug auf Erholung, die dringend notwendig ist.

Die Rechnung aufmachen

Mit ihrem heutigen Schreiben fordern Sie von mir eine detaillierte Auseinandersetzung mit meiner derzeit sehr fragilen Finanzlage. Darüber hinaus soll ich bis zum 15. März einen Ämtergang absolvieren, um eine Unterhaltsurkunde zu erwirken.

Diese Urkunde ist wichtig in Fällen, in denen der Kindsvater nicht bereit ist zu zahlen und gibt der Kindsmutter die rechtliche Möglichkeit einer Kontopfändung. Sicherlich gibt es viele Fälle in denen das erforderlich ist. Ich zähle nicht dazu.

Hier der Einblick in meine Finanzen:

Derzeit bin ich freiberuflich tätig und schaffe es, mit dem oben beschriebenen Arbeitsaufwand einen Geldeingang zwischen 650 und 850 Euro monatlich zu erwirtschaften. Das liegt unterhalb des Existenzminimus.

Die Einkünfte aus der journalistischen Tätigkeit, die ich vom Berufsziel anstrebe, beschränken sich auf 100 bis 200 Euro. Das liegt derzeit hauptsächlich daran, dass mir der ermüdende Job und der Mangel an Raum für Therapie und Entlastung die Kraft raubt.

Im besten Fall sind also 1050 Euro verfügbar. Mir ist klar, dass das nicht reicht. Darum verschulde ich mich derzeit monatlich mit 650 Euro durch einen Studienkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Diese wachsende Verschuldung ignoriere ich.

In unregelmäßigen Abständen wurde ich zwischen Oktober 2014 und Januar 2015 durch die Zahlung von Geldern aus Stiftungen rund um die Bundeswehr unterstützt. Diese Zahlungen verrechnete ich sofort und leistete entsprechend der Gesamtsumme meiner Eingänge Unterhalt.

Gleichzeitig reduzierte ich aber auch die Arbeit in Job 1 auf rund 400 bis 500 Euro, um die freie Zeit für Therapie und eine Arbeit am Studienabschluss zu haben. Wegen der fehlenden Anerkennung der Erkrankung musste ich darüber hinaus auch Therapie & Coaching-Kosten von 400 bis 500 Euro monatlich aus den Unterstützungsleistungen finanzieren.

In einem zweiten Job, der zwischen September und Dezember monatlich 300 Euro einbrachte und Sozialversicherung, sowie Krankenversicherung gewährleistete konnte ich zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr so zuverlässig bedienen. Der Job endete mit der letzten Zahlung im Januar 2015. Auch die Einnahmen aus diesem Job verrechnete ich nach Düsseldorfer Tabelle und zahlte in Richtung ihres Amtes, sowie in Richtung meiner Ex-Frau die entsprechende Unterhaltssumme aus.

Ihre Forderung

Bereits im September 2014 drohten Sie mir an, mich unter Bewerbungszwang zu setzen und eröffneten mir, ich hätte keinen Anspruch mehr darauf, ein Studium abzuschließen. Bitte rechnen Sie sich die Aussichten aus, die ein Abiturient mit Führerschein Klasse 3 hat, einen Job zu finden, der zu ausreichend Unterhaltszahlung führt. Das ist schon rein objektiv als wirtschaftlicher Unfug anzusehen.

Subjektiv – im Hinblick auf die bei mir bestehende Erkrankung – wäre ein Abbruch des Studiums fatal. Es ist nicht davon auszugehen, dass ich mit dem derzeitigen Stand der Erkrankung als Power-Walker bei Amazon oder Zalando oder in einer sonstigen Tätigkeit lange genug durchhalten würde, um Probezeiten zu überstehen.

Im Dezember 2014 und Januar 2015 war ich bereits im Job 1 zeitweise wackelig. Ich konnte zu Schichtbeginn gerade noch genug Selbstbeherrschung aufbringen, um nicht heulend vor dem Computer zusammenzubrechen. Dieser Job verlangt mir nach außen ein freundliches, ruhiges Auftreten ab und ich muss mir mitunter trotz freundlicher Ansprache heftigste Pöbeleien anhören. Wie lange ich das noch durchhalte kann ich derzeit nicht absehen.

Ich weiß nicht, wie es sein würde, den Forderungen nachzukommen, die sie in ihrem Schreiben aufstellen. Mich in der geforderten Detailtiefe mit der problematischen wirtschaftlichen Situation auseinander zu setzen ist mir derzeit unmöglich.

Den Ämtergang vorzunehmen, mit dem das Pfändungs-Instrumentarium möglich und beschleunigt wird, dürfte sich ähnlich zersetzend auf meine derzeit mehr als angeschlagene Stabilität auswirken.

Was lähmt

Wie erwähnt wurde mittlerweile der Grad der Schädigung mit 30 % anerkannt. Das führt zu einer Rentenzahlung von monatlich 130 Euro, die ab März beginnt. Wie im Blog zu lesen erfolgte bereits die Nachzahlung für die vergangenen 22 Monate. Doch das Geld verschwand so schnell, wie es eintraf. Von den rund 3000 Euro musste zunächst der Dispo mit 1000 Euro ausgeglichen werden.

Danach veranlasste ich die Zahlungen von Unterhalt (siehe die von ihnen bescheinigten Eingänge & das ausgeglichene Konto, das sich kaum länger als 16 Tage im „Soll“ befunden haben dürfte. Die Zahlungen der Unterhaltsdifferenz an meine Ex-Frau für Januar und Februar habe ich ebenfalls veranlasst.

Im Februar wurde darüber hinaus der Semesterbeitrag fällig und weitere Rechnungen (Krankenversicherung, Haftpflichtversicherung, Monatsticket usw.) habe ich ebenfalls vorgenommen. Eine Therapierechnung konnte ich ebenfalls noch begleichen.

Es besteht die Chance, zum Monatswechsel einmal nicht an den Rand des Dispos zu gelangen – leider aber wird das Einkommen aus Job 1 immer erst zum 10. des Monats überwiesen. Das macht das erste Monatsdrittel – sagen wir mal – abenteuerlich.

Nicht tragfähiges Konzept

Ja, dass das auf Dauer nicht funktioniert ist mir klar. Mit dem Jobverlust Ende Dezember 2014 wurde der Druck nochmal größer. Um nicht ganz zusammenzubrechen habe ich auf die Aufnahme eines Bewerbungsmarathons für „irgendeinen Job“ verzichtet.

Ich brauche Therapie, Ausgleich und Ruhe, statt den Druck einer Einarbeitungsphase.

Druck sollte ich mir auch nicht machen müssen, ob der bereits im DezemberNovember 2014 ärztlich getroffenen Einschätzung, dass die Schädigung einsatzbedingt ist, sollte zeitnah eine Einstellung in die Schutzzeit erfolgen.

Informell wurde mir diese Einstellung bis Ende Januar 2015 angekündigt. Doch da die Strukturen im Bereich der Veteranenversorgung so zuverlässig funktionieren, wie die Bestellvorgänge von Fluggerät, verstrich der Termin „Ende Januar“ ohne Rechtssicherheit für mich.

In einer weiteren informellen Ankündigung hieß es, bis „Mitte Februar 2015“ wären die Maßnahmen getroffen. Als ich um den 10. Februar 2015 anfragte, hieß es, es würde noch ein Papier fehlen. Dennoch sei nicht damit zu rechnen, dass sich im Laufe der zweiten Februar-Dekade etwas tun würde. Begründet wurde das damit, dass Düsseldorf (Sitz des zuständigen Personalamtes der Bundeswehr) eine Karnevals-Hochburg sei.

Mittlerweile stelle ich mich jedoch darauf ein, dass auch im März keine Wiedereinstellung erfolgt. Das ist so, wie beim Wehrgerät: nur weil es geliefert und verfügbar ist, heißt es nicht, dass es funktioniert.

Auf die Einstellung in die Schutzzeit darf ich mich derzeit leider nicht verlassen. Ich muss derzeit davon ausgehen, dass der Militärische Abschirmdienst (MAD) und andere Instanzen die Wiedereinstellung verhindern. Grund dafür ist, dass ich in den letzten zwei Jahren die Aufdeckung einer Falschmeldung vorangetrieben habe.

Die Vertuschung von Verstößen gegen Genfer Konventionen und die Zuarbeit der Bundeswehr zu Lynchmorden lässt sich nicht abschließend beweisen – aber das dem Parlament die Verhaftung von Angreifern sowie die wahre Intensität des Angriffs vom 27.09.2008 verschwiegen wurden ist mittlerweile öffentlich.

Ich gehe davon aus, dass derzeit meine Einstellung in die Schutzzeit durch die Akteure verhindert wird, die die Falschmeldungen an das Parlament über Jahre hinweg zugelassen haben.

Selbstschutz

Ließe ich es zur Erstellung der von ihnen geforderten Unterhaltsurkunde kommen, dann hätten Sie bzw. meine Ex-Frau das Instrument der Pfändung in der Hand. Derzeit leiste ich mehr Unterhalt, als ich aufgrund meiner finanziellen Situation leisten müsste. Wozu braucht es da also die Anerkennung ?

Gesetz dem Fall, dass ich im März oder April mit der Zahlung in Verzug geraten würde, gäbe es nichts zu pfänden. Ich wurde auch im Rahmen des Scheidungsverfahrens nicht dazu aufgefordert, eine entsprechende Urkunde zu liefern.

Auch seitens meiner Ex-Frau wird bzw. wurde kein Bedarf kommuniziert einen entsprechenden Titel gegen mich zu erwirken.

Zusammenfassung

Ich habe mich mittlerweile soweit auf funktionieren reduziert, dass ich Schreiben und Darstellungen, wie diese nahezu regungslos herunterschreibe. Für den Moment reduziert das sogar in gewisser weise den Stress, den ich kaum noch ertrage und den ich nur durch eine gesicherte Lebensführung dauerhaft reduzieren könnte.

Mein Professor rät mir, während der Dauer der Bachelorarbeitsphase ausschließlich an der Bachelorarbeit zu arbeiten. Ich habe derzeit weder finanziell, noch gesundheitlich die Reserven, um das zu bewerkstelligen.

Die Maßnahmen des Unterhaltssicherungsamtes zersetzen mich weiter. Ich kann ihnen nicht versprechen, dass ich künftige Schreiben überhaupt noch öffnen werde.

Sollte ich im März noch nicht wiedereingestellt sein, bin ich gezwungen statt des Unterhalts von 360 Euro eine volle Summe an privatem Krankenversicherungsbeitrag zu zahlen. Plus vermutlich die Rückrechnung einer vollen Privatversicherung von Januar 2015 und Februar 2015. Leider ist diese Priorisierung notwendig, denn eine Kündigung würde vermutlich dazu führen, dass ich nie wieder privat versichert werde (die Erkrankung gilt als 100%iger Ausschlussgrund).

Einen Anspruch auf freiwillig gesetzliche Versicherung habe ich mangels einer vorangegangenen mindestens zwölfmonatigen Mitgliedschaft in der gesetzlichen Versicherung nicht.

Einen sozialversicherungspflichtigen Job zu finden scheitert an meinem derzeitigen Gesamtzustand. Ich stehe nicht am Anfang einer neuen Tätigkeit und eines neuen Jobabschnitts – ich stehe davor, gänzlich arbeitsunfähig zusammenzubrechen.

Falls sie sich fragen, wie lange ich das noch durchhalten muss, wenden sie sich an folgende Adressen:

1. Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages
Bearbeiter: Hans-Dieter Nißler
Tel: 030 – 227 – 38100

2. Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr – da müssen Sie sich mal durchfragen. War ja Karneval. Und Düsseldorf – sie wissen ja.

Bitte sehen sie mir nach, dass ich schlichtweg nicht mehr anders kann, als mich in jeder Hinsicht öffentlich zu verhalten. Die Wirkung, die ihr Schreiben auf mich hatte ist, dass ich den morgigen Therapietag frei von Internetaktivitäten halten muss, um mich nicht noch weiteren negativen Effekten auszusetzen.

Ob Sie glauben, was ich schreibe ist mir mittlerweile egal. Auf welche Informationen sie setzen, liegt auch außerhalb meines Einflussbereiches.

Und falls sie oder irgendwelche Leser nun meinen: „Ach, schau, schreiben kann er, aber einen Ämtergang und ein Finanzformular ausfüllen klappt nicht“ dann ist ihnen auch nicht mehr zu helfen.

Interessante Diskussion

Im Zuge dieser Diskussion erreichen mich Kommentare auf dem Nachrichten-Chat, die mir vorhalten, ich würde nicht arbeiten und mir das „Hobby“ Berichterstattung aus dem NSA-Untersuchungsausschuss leisten.

Der Hinweis, dass ich damit journalistisch arbeite und das das Thema Teil der Bachelorarbeit werden wird, wird ignoriert.

Ungeklärt ist weiterhin, in welchem Zusammenhang ein_e Kommentator_in sich hier äußert. Im Rahmen der beruflichen Vernetzung wir mir ein aktiver Bezug zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr angezeigt. Ich prüfe derzeit, was davon zu halten ist:

„Und nun bitte Klartext: warum ist ein aktives Arbeitsverhältnis zur Bundeswehrwerbung bei dir im XING-Profil gelistet ?“
 
 Die direkte Nachfrage führte bisher nur zu ausweichenden Antworten.

Wasserstandsmeldung

Was helfen würde:
1 Jahr voll auf mein Thema & die Bachelorarbeit konzentrieren können.

Was gerade nicht hilft:
Job 1 & Job 2 haben nichts mit meinem Thema zu tun – Therapie und Coaching fressen viel zusätzliche Zeit. Das stellen von Hilfsanträgen DRÄNGT in zweierlei Hinsicht. In erster Linie wäre der Papierkram zu bearbeiten – in zweiter Linie führt das wieder zur Auseinandersetzung auf einer Ebene mit dem Einsatzthema, die mir nicht gut tut und mich nicht weiter bringt. Es wirkt derzeit auf mich so, dass durch diese Abhängigkeit das Problem konserviert und zementiert wird.

Auf der Strecke bleibt:
Viel zu viel.

Jammern hilft nicht – wegschauen aber auch nicht!

Das Totschweigen von Belastungen allerdings auch nicht. Ende November jährt sich zum zweiten Mal die Veröffentlichung der Afghanistanpapiere der WAZ. Für mich bemerkenswert, denn ab diesem Zeitpunkt konnte ich die Aufarbeitung meiner Einsatzerlebnisse nicht weiter vor mir her schieben.

Die Auswirkungen hatten in den Jahren davor bereits dazu beigetragen, das meine Ehe zerbrach und ich im Studium immer mehr Probleme im Umgang mit Professoren und Kommilitonen bekommen habe. Ich bereue nicht, dass ich dem Impuls gefolgt bin und angefangen habe, aufzuarbeiten. Die sinnentstellenden und realitätsfernen Meldungen, die offenbar Grundlage dafür sind, dass Lageentwicklungen in Einsätzen von der Politik falsch eingeschätzt werden, sind nun offenkundig und zumindest in meinem Fall belegt.

Zahlreiche Rückmeldungen anderer Soldaten bestätigen mir, dass diese Wahrnehmung nicht nur meine persönliche Wahrnehmung ist. Im Gutachtergespräch am vergangenen Montag wurde mir erstmals bewusst, welche Zersetzung Ende des letzten Jahres betrieben wurde:

1. Drohungen

Anlässlich meines Protests gegen Überwachung tauchten in meinem Netzwerk auf Facebook – damals Hauptkanal für mich – immer wieder Gewaltandrohungen auf. Subtil bis offenkundig – zeitweise direkt, zeitweise durch Dritte an mich heran getragen. Gewaltvideos, in denen Personen in den Kopf geschossen wird – verknüpft mit Äußerungen zu meiner Person. Erkennbar für jeden, der wusste, dass ich angesprochen werden sollte – in der Sprachwahl so geschickt formuliert, dass die Äußerungen nicht justiziabel sind. Der Absender: Reservist.

2. Diffamierungen

Bis in den Februar hinein wurden meine Themen von mindestens einem hochrangigen Soldaten im aktiven Dienst begleitet, der nach eigenem Bekunden viel Zeit seines Urlaubs, aber keinesfalls Dienstzeit aufwendete, um sich – natürlich – aus rein persönlichem Interesse an den Diskussionen rund um die Themen zu beteiligen, die ich aufgeworfen habe.

Je tiefer ich recherchiere, desto öfter stelle ich fest, dass der Mann auf anderen auffällt, die an ähnlichen Themen arbeiten, wie ich damals. Der Absender: aktiver Soldat.

3. Zersetzung

Das oft erwähnte „Adlongespräch“ war einer der letzten Punkte, die mich dazu bewegten, das Bundeswehrkrankenhaus Berlin nicht mehr aufzusuchen. Aufforderungen, die publizistischen und journalistischen Tätigkeiten einzustellen waren direkt und einschüchternd. Auch in diesem Bereich nicht justiziabel, aber eindeutig im Grad der Bedrohung. Meine Onlineaktivitäten würden gesammelt, ausgewertet und gegebenen Falles durch Dinge ergänzt „die man hinzuerfinden kann“. Der Absender: Reservist im aktiven Beamtendienst in einem Bundesministerium.

4. Verunsicherung

Obwohl ich die Auswirkungen mit meiner damaligen Therapeutin besprach, sah sie mich auf einem guten Weg in der Therapie. Maß sie dem ganzen zu wenig Bedeutung bei? Konnte sie unterschätzen, was ein Themenverbot aus meiner damaligen Redaktion mit mir macht oder war ich schlichtweg schon so sehr in der Verteidigungshaltung? Emotionale Abkapselung, um dem externen Druck standzuhalten – das kannte ich bereits aus Einsatzzeiten.

Prioritäten setzen

Die soziale Isolation, in der ich in den Jahren zwischen 2008 und 2013 überwiegend gelebt habe konnte ich in den letzten Monaten aufbrechen. Berlin machte mir Verbesserungen in diesem Bereich sehr leicht – eine Provinzstadt mit überwiegend konservativer Ausrichtung hätte mich wohl über Jahre nicht voran gebracht. Das Engagement, das ich nun in zahlreichen Bereichen an den Tag bringt mich in der Aufarbeitung deutlich voran.

Irritationen einzelner Akteure, die in mindestens zwei meiner Kreise in den letzten Wochen aufgetreten sind wirken sich dennoch nicht negativ aus. Subtile, aber spürbare Aggitation finden statt. Doch mein Umfeld reagiert mit offenem Hinterfragen dieser Impulse, statt sich von mir zurückzuziehen, wie ich das im Social Media Kontext erleben musste.

Erfolge

Erstmals seit Jahren war mir ein Urlaub möglich, in dem ich im überwiegenden Teil der Zeit erholen konnte und das auch spürte. Schottland stand lange auf der Wunschliste und brachte eine spürbare Entlastung.

Seit vergangener Woche geht es auch mit dem Abschluss der Bachelorarbeit voran. Die klare Ausrichtung in der letzten Coaching-Sitzung half mir bei dem Gespräch mit Professor am vergangene Freitag. Die anschließende 31-Stunden-London-Reise zur Open Rights Conference brachte mich in Bezug auf die Bachelorarbeit ebenfalls voran.

Ausblick mittelfristig

Nur ein Kurs ist noch abzuschießen. Die Zeitplanung für die Kursleistung steht und im Rahmen der Bearbeitung werde ich hoffentlich das Selbstvertrauen generieren, was für die Bachelorarbeit notwendig ist.

Derzeit rät mir mein Professor während der sechswöchigen Bearbeitungszeit, die zeitlich im März / April 2015 liegen muss, komplett auf das Thema zu fixieren. Sinnvoll, was die Bachelorarbeit angeht – ob ich jedoch danach noch beide Jobs haben werde, wage ich zu bezweifeln. Am Ende wäre ich jedoch ein HARTZ4-Empfänger MIT Bachelorabschluss.

Auf Therapie und Coaching zu verzichten ist in diesem Zeitraum ebenfalls nicht möglich und da am Ende der Bachelorarbeit die Exmatrikulation (mit Abschluss) steht, müsste ich parallel noch Zeit für Bewerbungen aufwenden, um nicht aufgrund der Unterhaltsverpflichtungen von Ämtern direkt im Anschluss in eine Arbeitsätigkeit gezwungen zu werden, die nichts mit meinem Berufsabschluss zu tun hat. Rechtlich wäre das zulässig.

Ausblick langfristig

Die ursprüngliche Ausbildungshöhe „Masterabschluss“ wurde durch die Turbulenzen der letzten Jahre mittlerweile unerreichbar. Weiter studieren geht nur unter der Prämisse der regelmäßigen Unterhaltszahlung. Ergo müsste ich 80 bis 100 Stunden pro Woche arbeiten. Mich über zwei – realistisch sind eher drei – Jahre mit dem Studienkredit zu belasten ist nicht sinnvoll.

Ausblick Woche

Job 1 leidet, während ich den Artikel schreibe – doch ohne die Ordnung, die ich mit diesem Artikel in die Herausforderungen bringe, ist kein Start in die Woche möglich. Die Termine sind realistisch und strukturiert gesetzt – auch während des Coachings erfahre ich Bestätigung, dass ich in diesem Bereich keine Defizite habe.

Fazit:

Eine gute Basis,um ab Freitag dann mal wieder etwas zu sein, das ich seit Mai kaum war: Vater.

Draußen vor der Tür

Die Prioritäten der nächsten Wochen sind klar – eigentlich die gleichen, wie schon seit Wochen. Das Wehrdienstbeschädigungsverfahren wird enden. Wie schon bei zahlreichen anderen Antragstellern zuvor. Ein Faktor, mit dem die verantwortlichen Stelle meines Erachtens nach kalkulieren – und das wohl völlig normal finden.

Warum das Aufgeben die Krankheit zumindest nicht verschlimmert? Quasi den Rest Gesundheit erhält? Weil die folgenden Monate und Jahre in Verwaltungsmühlen dermaßen zersetzend sind und NICHTS mit einem Heilungsprozess zu tun haben.

Prioritäten der kommenden Wochen:

1. Sicherungsmaßnahme Krankenversicherung
2. Sicherungsmaßnahme Einkommen
3. Sicherungsmaßnahme Studienabschluss
4. Begleittherapie
5. Wehrdienstbeschädigungsverfahren

und zwar in dieser Reihenfolge.

Warum mich derzeit allerei Kräfte aus dem Bundeswehrumfeld in “5″ – also das Wehrdienstbeschädigungsverfahren – zwingen wollen und dafür hinnehmen, dass ich in HARTZ4 lande, das Studium abbrechen muss und ist logisch nur mit dem Auftrag von „Zersetzung“ und Vorschriftenhörigkeit zu erklären.

Nach der Drohung im Dezember 2013 kann ich keiner der Bundeswehrinstitutionen mehr trauen. Vielfach angesprochen – überprüfen wollen es weder Wehrbeauftragter, noch PTBS-Beauftragter. Die peinlichen Momente des Schweigen, der nach Luft schnappende, empörte Mitarbeiter im Büro des PTBS-Beauftragten zeigten mir ein deutlich erkennbares Wissen um das, was da passiert war. Bloß nicht Nachfragen.

Die Hoffnung auf ein unabhängiges Gutachten ist schlichtweg nicht angemessen. Zwischenergebnisse im Wehrdienstbeschädigungsverfahren werden nicht mitgeteilt – aber neue Begutachtungen über meinen Kopf hinweg angesetzt. Das Verfahren ist zu Abwehr von Ansprüche konzipiert.

Ein System soll helfen, welches nicht einmal mit dem Menschen kommuniziert, für den es arbeiten soll und das nur mit Zwang argumentiert?

Meine Fragen zum 27.09.2008 bleiben und eurer Schweigen und Desinteresse ist bezeichnend. Ich lasse mich nicht mit “Versorgung” ködern oder über Gutachten Druck im Rücken machen.

Das diesem menschenverachtenden System überhaupt noch Soldaten folgen, die ahnen müssen, dass sie jederzeit in der gleichen Rolle stecken können, wie ich, ist ein wahres Wunder …

Akte aufgetaucht ?!?

Nach Rücksprache, Prüfung und Suche durch den/die Fallmanager/in vom Bund Deutscher Veteranen befindet sich meine Akte offenbar gerade zur Begutachtung im Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg. Ein offiziell bestätiges „Vorhandensein“ durch eine der bearbeitenden Stellen sei angeblich unterwegs zu mir. Das wäre nach über einem Jahr überhaupt das erste offizielle Anzeichen dafür, dass an dem Fall gearbeitet wird.

Derzeit muss ich vielen, die sich Sorgen machen erklären, warum Hartz4 / Arbeitslosmeldung nicht in Frage kommt. Das ich in Kauf nehme, aus dem Sozial- und Krankenversicherungssystem zu fallen ist für viele nicht nachvollziehbar.

Wie zersetzend aber die letzten Jahre waren – Ablehnungen, Rückschläge, Falschinformation – und wie sehr die Folgen dieser Verwaltungsarbeit mich belastet haben, kann ich kaum erklären. Das ich jetzt nicht mehr kann und diese Systeme nicht mehr auf mich wirken lassen will, damit sich Krankheitsaspekte nicht wieder verschlimmern, lässt sich mit den Werten und Normen innerhalb des Systems nicht vereinbaren.

Überlastung während der Dienstzeit durch und mit Auslandseinsätzen, Blockade der zivilberuflichen Ausbildung durch Vorschriften des Berufsförderungsdienstes sowie weitere Schädigung durch Falschberatungen im Zeitraum der Behandlung haben Spuren hinterlassen.

Derzeit beschränke ich mich auf das, was ich kann: schreiben. Der Druck ist immens. Eine begleitende, notwendige Therapie ist wegen der auslaufenden Krankenversicherung nicht möglich.

Kein Trost: so dürfte es vielen gehen

Für aktive Soldaten stellt eine einsatzbedingte Erkrankung mittlerweile kein Problem mehr da. Soldaten, bei denen während der Dienstzeit eine Erkrankung zu Tage tritt dürfen nicht entlassen werden. Werden sie dennoch krank entlassen, kommen sie in den Bereich eines Versorgungskrankengeldes.

All das steht ehemaligen Soldaten, wie mir nicht zu. Selbst mit der Diagnose einer „einsatzbedingten“ Erkrankung soll das Sozialsystem greifen. Doch das fordert allerhand anderes, sobald man in diese Spirale gerät – hauptsächlich, dass die Inanspruchnahme von Sozialleistungen möglichst bald wieder endet.

Unterhaltsverpflichtung und Pflicht zur Jobsuche versus Genesung und Einarbeitung – die Idiotie dieser systemischen Fehlkonstruktion ist seit Jahren nicht aufgelöst. Das „System“ lässt keine Gelegenheit aus, Pflichten aufzuerlegen. Kommt es selbst aber seinen Pflichten nicht nach, heißt es: „Das müssen sie uns überhaupt erst einmal nachweisen.“ Jahrelange Rechtstreits – weder Kraft, noch Geld lassen das zu.

Systematische Erziehung zum Staatsfeind? Langsam kommt dieser Eindruck wirklich auf.