Ein Jahr zwischen zwei „Urlauben“

Dieser Beitrag wird wieder sehr persönlich. Persönlicher, als ich das unter Klarnamen tun sollte, denn zu viele Leute lesen hier mit, die eigentlich keinen Anspruch auf diese Informationen haben. Doch vor genau diesen Menschen habe ich mich seit 2013 exakt mit diesem Blog und dem offenen Umgang mit der Erkrankung geschützt. Der Blog war Ventil für Druck, der auf mich ausgeübt wurde und immer wieder auch Entlastung, wenn anonyme Menschen Zuspruch gaben oder wichtige Tipps, wenn ich eine Fehlberatung oder ein seltsames Verhalten dokumentiert hatte. Danke den Bekannten und Unbekannten.

U-R-L-A-U-B

Kaum zu fassen: ich habe gerade so etwas, wie Urlaub. Dieses „Urlaub“ macht recht phantastische Dinge mit mir – aber dazu später mehr. Wie dringend Urlaub dran war, zeigt das letzte Jahr. Es begann mit einem Urlaub Ende August 2016. So mit verreisen, wie normale Leute das tun. Die Erholung tat gut – dass eine Beziehung in die Brüche ging (wieder mal) in die ich große Hoffnungen gesetzt hatte eher nicht so. Aber das war wohl unvermeidbar und bestimmte auch die Prägung, die der September 2016 daraufhin erfuhr. Immerhin eine positive Entwicklung ergab sich: in Absprache mit dem Berufsförderungsdienst konnte ich mir Rückendeckung verschaffen. Der Stress im Sommersemester hatte dazu geführt, dass ich wesentliche Anteile des Semesters nicht bewältigen konnte. Im ohnehin überstraffen Zeitplan des Studiengangs fehlten mir die Reserven.Selbst 10 Jahre jüngere Kommilitonen (ohne Erkrankungen oder vergleichbare Herausforderungen) gerieten an ihre Grenzen. Nach einigen Wochen der Korrespondenz und Prüfung gestand man mir zu, dass ich das Studium wohl nicht in der Regelstudienzeit erfüllen können würde. Eine Entlastung. Endlich.

Der Oktober 2016 war mit einem Redaktionspraktikum voll ausgeplant. Am liebsten wäre ich direkt dort geblieben. Die Regelmäßigkeit am Arbeitsplatz tat gut und vieles lief so gut, dass es geeignet war, wieder vertrauen in meine Fähigkeiten zu finden. Unschön war allerdings, dass ich wieder auf „Vorgesetzte“ stieß. Eine Eskalation entlang eines kontroversen Themas – Ober sticht Unter – dazu noch cholerisches Verhalten, das ich auszuhalten hatte. Die letzten beiden Wochen des Praktikums waren geprägt von Überwindung und Rückzug. Exakt in dem Moment, wo ich dachte: „Prima, ich funktioniere!“ Anders, als zuvor führte diese Erfahrung allerdings nicht zu wochenlangen Depressionen und Rückzug. Es blieb bei einigen wenigen Tagen. Tagen mit Konzentrationsproblemen. Orientierungsproblemen im Redaktionssystem. Selbst gelernte Handgriffe saßen nicht mehr. Tagen, an denen auch zu Hause schon das Maximum erreicht war, wenn ich regelmäßig aß und saubere Kleidung hatte.
Immerhin war ich in der Lage, das Praktikum abzuschließen.
Geschrieben habe ich seither allerdings nichts für diese Redaktion – trotz des Angebots. Einerseits liegt es an der Erfahrung dort – wesentlicher aber war, dass die folgenden Monate es nicht zuließen.

Im November 2016 stieg ich in das Semester ein. Die Zielsetzung war, dass Printprojekt abzuschließen. Es war noch ein Artikel aus dem Redaktionspraktikum in der Mache – es gab eine Deadline und ich schaffte es auch, diese einzuhalten. In der Woche wurde mir allerdings deutlich, dass eine laufende Recherche zu einem Thema während der Semesterkurse kaum zu machen ist. Zu den Arbeitszeiten in Kursen sitzen, rauslaufen um Anrufe entgegen zu nehmen, Sachstand im Kopf behalten, irgendwie am Kurs weiter teilnehmen – nicht wirklich förderlich. Anderen mag das gelingen – mir nicht. Doch nach dem Artikel liefen die Kurse und Projekte gut an.

Wo Licht ist, lauert auch der Schatten. Der vielversprechende Lauf im Studium dauerte gut eine Woche, bis ein Routinearzttermin wieder alles auf den Kopf stellt. Ein leitender Arzt sollte mich zum weiteren Therapiebedarf befragen, blies aber ein Hallali zur Jagd auf den angeblichen Simulanten, der da vor ihm saß und erklärte mich kurzerhand für ärztlich nicht führbar. Damit „bewirkte“ er, dass ich eine für März / April 2017 geplante Therapiemaßnahme in den Dezember 2016 vorverlegen musste.

Bis zum Beginn der Therapiemaßnahme, war der psychische Druck kaum auszuhalten. Ich versuchte im Studium zu funktionieren, um nicht erneut ein Semesterprojekt aufschieben zu müssen oder nicht zu schaffen. Ohnehin war Winterzeit. Zu wenig Tageslicht und damit war selbst ohne „ärztlichen Druck“ die Gefahr groß, wieder mit Depressionen zu kämpfen. Kurz vor Weihnachten absolvierte ich die ersten drei Schreibsessions und nahm mir dann bis in den Januar 2017 eine Auszeit, um Weihnachten durchzustehen. Konfrontation mit Familie – die Kids im Ausnahmezustand. Entspannung gab es da nicht. Ein wenig Ausgleich bot der alljährliche Hackerkongress des Chaos Computer Clubs zwischen Weihnachten und Silvester. Ein Rettungsanker, um nicht wieder Sozialkontakte wegen der psychischen Anspannung zu verlieren.

Im Januar 2017 kostete die Onlineschreibtherapie sehr viel Kraft. Ging es in den ersten drei Sessions noch um Kindheit und Jugend, folgten ab Session vier nun die Einsatzerlebnisse. Schreiben – absenden – Rückmeldung abwarten – Rückmeldung lesen – repeat. Rückhalt gab mir in dieser Zeit vor allem die Arbeit am Thema NSA-Untersuchungsauschuss. Die Teilnahme an den Sitzungen und die Podcasts im Anschluss bedeuteten vor allem selbstbestimmt arbeiten zu können, während weder Studium, noch Therapie dafür den Raum ließen.

Mit einer Schlussbegutachtung im Februar 2017 ging die Onlineschreibtherapie zu ende. Auch der NSA-Untersuchungsausschuss endete im Februar. Zeitgleich mit dem Semester, in dem ich immerhin das Semesterprojekt abschließen konnte. Statt der vorgegebenen 30 Creditpoints erlangte ich immerhin 20. In der zweiten Februarhälfte begann dann wieder ein Praktikum. Semesterferien sind in nahezu allen Studiengängen mittlerweile Raum für Praktika und Hausarbeiten. Das Wort „Ferien“ ist eigentlich grundlegend falsch.

Zwei Wochen im Februar 2017, den kompletten März 2017 und die ersten Tage des April 2017 hatte ich nun wieder einen geregelten Tagesablauf in einer Redaktion. Keine doppel- oder dreifach Belastung, wie in den Monaten zuvor. Raum für ein Sozialleben. Raum für Struktur. Die wenigen Tage im April, die bis zum Beginn des Sommersemester blieben, schaffte ich es, einen Vortrag über den NSA-Untersuchungsausschuss vorzubereiten und in Darmstadt zu halten. Dann blieb noch eine Woche, in der mich einer meiner Söhne in Berlin besuchen konnte, bevor nach dem Osterwochenende das Sommersemester begann. Besuche von und Reisen zu meinen Söhnen sind für uns mittlerweile emotionale Ausnahmezustände, da wir uns quasi jedes Mal neu kennenlernen müssen, weil ein gemeinsamer Alltag nicht existiert.

So brachte auch der Mai 2017 mit der Geburtstagsreise zu meinem jüngsten Sohn wieder eine Herausforderung. Hinzu kam ein letzter Screening-Termin im Rahmen der Onlineschreibtherapie, der in diesen Monat fiel. Entlastend war die Teilnahme an der Bloggerkonferenz re:publica und der Fakt, dass ich einige Kurse des Sommersemesters schon absolviert hatte.

Mit Ansage wurde der Juni 2017 ein mehr als stressiger Monat. Das Pfingstwochenende gehörte meinem jüngsten Sohn, der zu Besuch kam. Für das Studium wollten nicht nur Abgabetermine, sondern auch die Produktionsphase des Semesterprojektes gestemmt werden. Redaktionssitzungen, Drehtage, aber auch Seminarteilnahmen, eine Konzertbesuch und die anschließend abzugebende Kritik. Entlastend war wieder die Arbeit rund um den NSA-Untersuchungsausschuss, der sein Abschussergebnis präsentierte.

Zwischen dem 29. Juni und dem 10. Juli diktierte das Videoprojekt meinen Tagesablauf. Inklusive der Wochenenden. Nicht nur die Arbeit an einem Beitrag, sondern auch die Moderation der Sendung standen für mich an. Zwischenzeitlich Besprechungen mit dem Dozenten, der den Beitrag freizugeben hatte und die Organisation von Studiogästen für das Magazin. In dieser Phase gab es wieder kaum Sozialkontakte, die nicht mit dem Projekt zu tun hatten. Selbstbestimmtes Arbeiten ging dann erst wieder am 11. und 12. Juli, als ich Zeit im Tonstudio verbringen konnte um einer Freundin bei ihrem Masterarbeitsprojekt als Sprecher zur Verfügung zu stehen. Bis zum feierlichen Semesterabschluss am 20.07. – auch hier wollte eine Moderation nicht den Weg um mich herum nehmen – waren es dann nur noch zwei Abgaben, die auf der Liste standen. Eine davon schaffte ich – die andere wurde zum Problem.

In den sehr, sehr diffusen Arbeitsplan mischte sich dann auch noch der Fakt, dass meine Gesundheitsakte verloren zu sein scheint. Seit dem 17. Juli 2017 ist dieser Sachverhalt nun wieder mal ein Fall für den Wehrbeauftragten, der sich nach gut 14 Tagen auch mit einem Schreiben als bearbeitend zu erkennen gab. An sich wäre es mir egal, wo meine Akte ist. Doch es wird dringend Zeit, dass ich mich um Arztbesuche kümmere, die im letzten Jahr nicht stattgefunden haben. Vorsorgeuntersuchungen sind überfällig, Impfungen aufzufrischen – alles Programm, was ich für im August 2017 angehen wollte. Denn neben diesem ominösen Urlaub, ist auch derzeit eine Kur zu planen, die im November 2017 / Dezember 2017 stattfinden soll.

Eine große Herausforderung war dann noch die letzte Abgabe des Semesters. Eine Altlast aus dem Sommersemester 2016. Den Abgabetermin im Juli konnte ich nicht einhalten. Den allerletzten Abgabetermin überschritt ich um 21 Stunden, nachdem mir die Kursleiterin diesen Ausweg noch eröffnet hat. Nicht zuletzt, weil ich in der Woche zuvor noch die Chance wahrgenommen habe, in der Talkshow Dunja Hayali zu einem Bundeswehrthema aufzutreten.

An diesem Punkt spüre ich bereits, dass die Eiferer der mitlesenden Dienst oder aus Bundeswehrkreisen jubilieren und mir sogleich diese Zeilen vorhalten wollen als Beweis dafür, ich würde mein Studium vernachlässigen. Sei es drum: rufen Sie gern wieder beim Chef des Stabes an, petzen Sie nach Herzenslust.

Oder aber ersparen Sie sich die Blamage. Denn das Ziel der Schutzzeit, in der ich mich gerade befinde ist, mich für den Berufseinstieg zu qualifizieren. Eigene Projekte, wie die Berichterstattung aus dem NSA-Untersuchungsausschuss oder die Möglichkeiten unter Live-Bedingungen in TV-Studios als Experte zu einem Thema zu sprechen sind Gelegenheiten, die ich nicht auslassen darf, denn reale Arbeitsbedingungen können im Studium nur an wenigen Stellen geboten werden.

Auf der Habenseite dieses Semesters stehen nicht nur Creditpoints oder Kursleistungen, sondern auch TV-Studioerfahrung bei der Deutschen Welle, einem internationalen Nachrichtensender und zuletzt nun auch beim ZDF.

U-R-L-A-U-B

Wie schon erwähnt: dieser Urlaub macht interessante Dinge mit mir. Um eine Wochenstruktur zu haben löuft seit gut 14 Tagen mein Marathontrainingsplan. Mittlerweile ist es wieder die Lust am Laufen, statt die rationale Entscheidung, dass ich Struktur brauche, die mich in die Laufschuhe treibt. Ich schaffe es, mich um Garten und Haushalt zu kümmern, was leider in den letzten Monaten nicht durchgängig der Fall war. Kognitiv ist wieder Kapazität vorhanden, um Bücher zu lesen, Ausstellungen und Kulturveranstaltungen zu besuchen, öfter zu kochen und zu bloggen. Alles recht banale Dinge, aber eben Dinge, die Entlastung schaffen. Eine Entlastung, die normalerweise neben dem Alltag auch regelmäßig stattfinden sollte, doch leider keine Selbstverständlichkeit ist.

Wieder einmal habe ich fast eine Woche gebraucht um überhaupt zu merken, dass ich Urlaub brauche, weil Belastung vorhanden war die ich nicht ausreichend kompensiert habe. Ich habe nicht wirklich erkannt, wie viel im vergangenen Jahr kritisch lief und wie oft ich auf Überlastung hinsteuerte.

Daher ist auch die Kur im November notwendig, um noch einmal vor Beginn der Masterarbeit im März 2018 für Ruhe und Ausgleich zu sorgen.

Unbeschwert ist anders

In den letzten drei Monaten gab es einige positive Entwicklungen. Über zu viel Privates mag ich nicht mehr schreiben – aber wo es mit Aspekten der Erkrankung zu tun hat, landet es in diesem Blog. Die wohl positivste Entwicklung war, dass ich Anfang Dezember die Laif 900 – Medikation abgesetzt habe und zunächst auch gut zurecht kam. Nicht nur durch den Abschluss des Bachelorstudiums gab es positive Impulse.

Winter_2Doch mit zunehmenden negativen Entwicklungen / Herausforderungen (Familiär, Arbeitsbelastung zum Semesterende) spürte ich Ende Januar / Anfang Februar deutlich, wie ich wieder an meine Grenzen kam. Hinzu kam eine deutlich belastende Semesterthematik, die ich jedoch halbwegs in den Griff bekam. Auch wenn das Gegensteuern derzeit klappt: die sozialen Kontakte leiden, da ich mich immer wieder mal zurückziehe oder das Aufrechterhalten sozialer Kontakte wieder schwerer fällt.

Insgesamt kostet alles mehr Kraft, was aber angesichts der Herausforderungen (privat) auch nicht verwunderlich ist. Noch leidet der Job darunter nicht. Im Monat März läuft eine Praktikumsphase im Rahmen meines Studiums.

TRE / Reflektion mit Therapeutin

Therapeutische Begleitung ist derzeit nicht möglich. Wie schon im Oktober letzten Jahres durchgefochten, ist für mich derzeit keine unabhängige Maßnahme vorgesehen. Im Rahmen der „Schutzzeit“ in der ich mich aktuell befindet unterliege ich der freien Heilfürsorge durch die Bundeswehr. Der Schädiger bestimmt den Art, Umfang und Durchführung der Therapie. Freie Arztwahl? Nicht möglich. Ich muss nehmen, wer gerade da ist. Vertrauensbasis? Schwer belastet.

Die TRE-Methode, die 2014 / 2015 eine gute Begleitung war würde allenfalls unter Leitung des Standortpfarrers gewährt – nicht aber mit meiner unabhängigen Therapeutin.

Wetterlage: Mal heiter, meist wolkig

In den notwendigen Kontexten funktioniere ich überwiegend überzeugend. Komfortabel für mich? Wen kümmert das. Einige Projekte sind für die nächsten Monate auf den Weg gebracht – Immerhin das. Einschränkungen: deutlich spürbar. Aufpassen ist weiterhin angesagt.

Schutzzeit und das seltsame Verständnis der Bundeswehrverwaltung

Nachdem ich nun eine Weile nichts mehr geschrieben habe, geht es nun direkt wieder hoch her.

Positives vorweg

In den Monaten April, Mai und Juni habe ich eine gute Entwicklungsphase zu verzeichnen. Ende April nahm ich Kontakt zu meinem Professor auf und leitet ein, dass die Bachelorarbeit in die Bearbeitungsphase gehen kann und der Abschluss des Studiums Bachelor Onlinejournalismus in greifbare Nähe rückt.

Die Bewerbung für den Masterstudiengang Kulturjournalismus ist ebenfalls auf dem Weg und in Kürze muss ich mich dem Aufnahmeverfahren stellen.

Meine Berichterstattung rund um den NSA-Untersuchungsausschuss habe ich ebenfalls im Mai und Juni ausweiten können. Statt nur an den Sitzungen teilzunehmen, waren nun immer öfter auch die Vorbesprechungen der einzelnen Fraktionen auf meinem Terminkalender.

Seit Mai habe ich als „ständiger Gast mit Fragerecht“ auch den Bereich Bundespressekonferenz zum Teil meiner Arbeit gemacht. Insgesamt also auf dem Weg zu einem Berufsbild „Hauptstadtjournalist“ oder „Parlamentsberichterstatter“.

Im Juni kam dann noch eine Kooperation mit zwei jungen Journalisten hinzu, die zum Themenbereich NSA-Untersuchungsausschuss nun einen regelmäßigen Podcast anbieten. Hier konnte (und kann auch weiterhin) ich als Gast auftreten und in einer Runde die Tagesergebnisse der jeweiligen Ausschusssitzungen diskutieren.

Ich habe darüber hinaus nun auch einen Arbeitsplatz in einer Bürogemeinschaft (Neu-Berlinerisch: „Coworking-Space“) bezogen, um nicht auf Dauer Arbeit, Erholung und Freizeit auf gerade einmal 20 Quadratmetern in der Ein-Zimmer-Küche-Bad-Wohnung unterzubringen.

Die Kosten dafür sind zwar merklich, stehen aber in keinem Vergleich zum Aufwand der Wohnungssuche nach einer Wohnung mit Extraarbeitszimmer. Ein weitere Vorteil der Bürogemeinschaft: ich arbeite im Umfeld anderer Menschen, kann mich austauschen und knüpfe neue Kontakte.

All das erfolgte nicht nur parallel zur Traumatherapie, sondern auch mit der Begleitung meiner Trainerin (Neu-Berlinerisch: „Coach“), die Sozialpädagogin und Psychologin ist. SIE weiß, was sie tut. Soweit so gut.

Wo Licht ist …

… ist auch irgendwo die Verwaltungsebene.

Seit meiner Wiedereinstellung in die Bundeswehr war klar, dass ich mich noch wegen der Übernahme der Therapiekosten mit dem Dienstherrn auseinander setzen musste. In den ersten sechs Wochen verzichtete ich jedoch zunächst darauf, diese Schritte zu gehen.

Es galt auch zunächst das Finanzchaos zu ordnen, dass nach der Entlassung und den Problemen mit der Krankenversicherung entstanden war. Alles keine leichten Wege.

Anfang Mai bemerkte ich, dass ich weiterhin die Therapiekosten vorfinanzierte (zw. 200 und 400 Euro monatlich). Da ich mich auch an das Abtragen des KfW-Kredites machen muss, der 2014 verhinderte, dass ich auf der Straße landete oder weiteren Druck vom Unterhaltsamt bekam, wurde es auch Zeit, die Therapiekosten von der Bundeswehr erstatten zu lassen.

Ich ahnte, dass das schwierig werden könnte, war jedoch hoffnungsvoll, denn meine Traumaheiltherapeutin konnte in Erfahrung bringen, dass die Berceli-Methode, nach der wir bereits seit September 2014 erfolgreich arbeiten, wohl auch bei der Bundeswehr eingeführt werden soll. So äußerte sich zumindest der Bundeswehrtraumaexperte Peter Zimmermann aus dem Bundeswehrkrankenhaus in Berlin ihr gegenüber, als sie ihm diese Therapiemethode vorstellte.

Verwaltungsdenke versus Genesungswunsch

Ich bat den Sozialdienst der Bundeswehr zu klären, wohin ich die Rechnungen zwecks Erstattung schicken kann und welche Schritte notwendig sind. Meine Beraterin steuerte umgehend alles notwendige ein. Und danach passierte … sechs Wochen lang erst einmal nichts.

Keine eMail von Verantwortlichen aus der Bearbeitungskette. Kein Anruf, der bis auf meinen Telefonapparat durchgedrungen wäre(Mailbox vorhanden, Parallelanruf immer auf Festnetz und Handy sichergestellt, jeder Anruf wird mir in die eMail-Box gemeldet, jede Nachricht dort gespeichert).

Da ich mich ab Juli voll und ganz auf die Bachelorarbeit konzentrieren wollte, statt frustrierenden Verwaltungskram zu erledigen meldete ich mich um den 21. Juni erneut beim Sozialdienst und meine Bearbeiterin konnte bis zum 24. Juni 2015 auch keine Lösung erreichen.

Meine Frage „Wo soll ich mich melden ?“ – binnen sechs Wochen nicht zu beantworten.
Meine Frage „Wo kann ich Rechnungen einreichen ?“ – binnen sechs Wochen nicht zu beantworten.
Meine Frage „Wer ist zuständig? Wer braucht was von mir?“ – binnen sechs Wochen nicht zu beantworten.

Nun blieb wieder einmal als Ausweg nur die Eskalation. Und ich bin es so Leid immer um mich schlagen und treten zu müssen, damit sich überhaupt etwas bewegt.

Ich sendete am Freitag, den 26.06.2015 um 11:31 Uhr eine eMail an die Stellen Wehrbeauftragter, PTBS-Beauftragter und den Sozialdienst. Bisher fehlt mir die Eingangsbestätigung des Wehrbeauftragten – hängt vermutlich in der Post – aber die Reaktionen zeigen mir deutlich, dass es am Montag, den 29.06.2015 wohl eine Intervention gegeben hat, denn es meldete sich gegen 15:51 Uhr jemand aus der Bearbeitungskette.

Der Allgemeinmediziner, der aufgrund der Hierarchie nun Ansprechpartner ist aber nach eigenem bekunden im Bereich Trauma und Psychologie keine Erfahrungen hat meldete sich per eMail. Ich mache ihm ausdrücklich keinen Vorwurf. Er hat die notwendige Ausbildung nicht und ist nur derjenige, der meinen Fall quasi zu verwalten hat.

Email vom 29.06.2015 – 15:51 Uhr

Sehr geehrter Herr Lücking,

leider war es unserer Heilfürsorge bisher nicht möglich Sie zu erreichen. Wir haben für Ihre Abrechnung der Therapiesitzungen eine zuständige Kostenstelle gefunden. Hierfür müssten Sie sich bitte nächste Woche mit Herrn Stabsunteroffizier XXX in Verbindung setzen. Die Durchwahl ist  ***. Des weiteren benötige ich für weitere Therapiemaßnahmen und Kostenzusagen ein Vorstellung in der FU VI BWK Berlin mit Wehrpsychiatrischer Begutachtung. Dies haben wir bereits damals persönlich besprochen. Ebenso wollten Sie mir Gesundheitsunterlagen aus den letzten Jahren zukommen lassen. Ich weiß das Sie mit ihrem Studium, Ihrem Job und den familiären Verpflichtungen ausgelastet sind und wenig Zeit für die Zuarbeit haben. Ich kann aber meinerseits nur mit den entsprechenden Unterlagen etwas für Sie erreichen. Sie können mich gerne unter der *** anrufen oder Sie senden mir Ihre Handynummer zu und ich rufe zurück.

Mit freundlichen Grüßen

Sechs Wochen Bearbeitungsdauer für diese Erkenntnis plus die Implikation im Anfangssatz, ich sei für die Heilfürsorge bisher nicht zu erreichen gewesen.

Ich halte zu dem Vorwurf fest, dass ich auf jeden Telefonanruf mit eingeblendeter Nummer reagieren kann, mein Anrufbeantworter zuverlässig reagiert und alle Anrufversuche per eMail an mich weiterleitet, alle Nachrichten ebenfalls.

Ich halte auch fest, dass ich nicht in Besitz von Unterlagen aus den letzten Jahren bin. Ich habe keinen Zugriff auf meine Gesundheitsakte und die Kopien, die ich erhalten habe sind allesamt als Originale in den Händen DER Bundeswehr, die mich nun dazu auffordert, IHR die Unterlagen nun zukommen zu lassen.

Ich halte weiterhin fest, dass ich mit dem verwaltenden Arzt darüber gesprochen habe und er mir sagte, dass natürlich das Traumazentrum in Berlin als Fachinstanz mitreden muss. Alles akzeptabel.

Was ich nicht akzeptieren kann ist, dass ich mich nun in der Bearbeitungsphase der Bachelorarbeit auch noch mal eben schnell einer Wehrpsychiatrischen Begutachtung aussetzen soll.

Meinen Behandlungsweg habe ich bei der letzten Begutachtung im November 2014 im Bundeswehrkrankenhaus geschildert und auch dort zu Protokoll gegeben, dass die Ergebnisse gut sind.

Daran hatte sich bis Mai 2015 nichts geändert. Auch nicht bis Juni 2015. Leider kann ich mir mittlerweile nur noch die Vorfinanzierung des Coachings leisten – nicht aber die Traumatherapie. Ich habe es bisher noch nicht geschafft, die Berceli-Übungen als Routine in meinen Alltag zu integrieren. Ebenso ist das Gespräch und die Reflektion mit der Therapeutin ein wichtiger Anteil der Sitzungen.

Herausforderungen Bachelorarbeit

Als sei all das nicht genug wackelt nun der Zeitplan der Bachelorarbeit, denn eine Entwicklung an der Hochschule legt nun nahe statt der geplanten sechs Wochen nun volle zwölf Wochen nutzen zu MÜSSEN. Das bedeutet nun voraussichtlich ein weiteres Semester Onlinejournalismus bzw. die Überschneidung des Beginns Masterstudium mit dem offiziellen Abschluss des Bachelors.

Die nächste Auseinandersetzung mit dem Berufsförderungsdienst ist vorprogrammiert und ich werde aufgrund dieser Entwicklungen wohl entweder – um den Zeitplan zu halten – das Master-Studium zeitgerecht mit 500 Euro monatlich selbst finanzieren müssen oder ein volles Jahr verlieren. Inklusive dem Zwang in der Zeit in der ich keine Berufsförderungsmaßnahme absolvieren kann in der Kaserne „einzusitzen“.

Ich nenne es bewusst „einsitzen“, denn ich will mich schnellst möglich vom Schädiger wegentwickeln und hätte durch die Schutzzeit auch die Möglichkeit.Erneute Tätigkeiten im Bundeswehrumfeld sind da nicht sinnvoll. Auch nicht, von 9 bis 17 Uhr in der Kaserne zu hocken – was auch immer für Aufgaben ich da verrichten sollte: es geht nicht.

Aber es gibt wohl sinnvoll strukturiertes Handeln und parallel gibt es eine Verwaltung, die Hürden aufbaut, wo es nicht notwendig wäre.

Sinnvoll? Kompetent?

Auffällig ist, dass in der Kommunikation vor allem ein Mitarbeiter aus dem Büro des PTBS-Beauftragten darauf drängt, dass ich mich in die Wehrpsychiatrische Begutachtung begebe. Den Vorschlag, die Begutachtung nach Aktenlage und der ausführlichen Befragung aus November 2014 vorzunehmen lehnte er ab. Nicht nur, dass nicht absehbar ist, zu welchem Termin das Bundeswehrkrankenhaus eine solche Begutachtung mal eben vornehmen kann.

Belastend ist vor allem die Aussicht, dass der Therapieweg, den ich seit September 2014 ERFOLGREICH gehe nicht akzeptiert, in Frage gestellt, abgelehnt oder zu Gunsten der Bundeswehrlösung beendet wird.

Die Qualifikation des Mitarbeiters scheint in der Hauptsache auf Verwaltungsjuristerei zu liegen, nicht aber annähernd im Bereich, dass er beurteilen könnte, was hier gerade passiert.

Bildlich gesprochen wird der Schorf angehoben um mal zu sehen, ob es noch unten drunter blutet. Die Bundeswehrinstanzen haben ein seltsames Verständnis von „Schutzzeit“.

An meine Leser:

Ja, es wäre lieb gewesen dieses Video voran zu stellen. Im Kern drücken die beiden Gallier aus, was seit Jahren offenkundig ist: Verwaltungshandeln und Realität haben nur sehr begrenzte Schnittmengen.

Wie geht es für mich weiter

Mit einer minimal positiven Nachricht kann ich nun den Beitrag abschließen. Für den Zeitraum September 2014 bis zur Wiedereinstellung in die Schutzzeit am 16. März 2015 ist man nun wohl bereit, die Kosten zu erstatten. Die Aussicht, dass die Behandlung danach nicht anerkannt wird ist groß. Mehr, als ich in diesem Beitrag hier geschildert habe könnte ich auch in einer Wehrpsychiatrischen Begutachtung (a.k.a. „Mal den Schorf anheben und gucken obs noch blutet“) nicht an Informationen geben. Die

Ich habe mich dazu entschieden während der Bachelorarbeit zumindest das Coaching weiter laufen zu lassen und auf die Traumatherapie zunächst aus Kostengründen zu verzichten. Nachdem ich in den letzen Monaten fleißig Rechnungen in Richtung der Krankenkasse und was sonst so liegen blieb, bezahle ich nun lieber die Miete für den Arbeitsplatz, der während der Bachelorarbeit einfach notwendig ist, weil sonst kein Platz für Ruhe und Erholung bleibt.

Ich sehne den Tag herbei, an dem ich finanziell und gesundheitlich wieder so stabil bin, um das Kündigungsschreiben formulieren und absenden zu können. Im März war das Ziel, maximal drei bis vier Jahre der Schutzzeit zu nutzen. Auseinandersetzungen um elementare Aspekte der Behandlung, wie in diesem Fall helfen dabei nicht.

Eure Kommentare bitte wegen der Sicherheitseinstellungen hier im Blog an die eMail-Adresse

141219_eMail

 

… oder auf der Facebook-Seite:

Ich hab es so satt, dass immer und immer wieder eine Eskalation über den Wehrbeauftragten und andere Instanzen erfolgen…

Posted by Wir.Dienten.Deutschland on Montag, 6. Juli 2015

Schwupps… Chefsache

Es waren mehr als nur gemischte Gefühle beim Weg heute in die Julius Leber Kaserne. Was würde mich erwarten?

„Schutzzeit“ – nicht nur neu für mich, sondern auch für (überwiegend) alle Beteiligten, denen ich heute auf den verschiedenen Stationen begegnet bin. Neben den Regularien der Einstellung und den übliche schriftlichen Belehrungen über korrektes Verhalten war vor allem der Arzttermin und die Station beim Berufsförderungsdienst fordernd.

Zum direkten Ansprechpartner erklärte sich der Chef des Stabes, der sich eine gute Dreiviertelstunde einen Eindruck von mir und meiner Zielsetzung zur Nutzung der Schutzzeit machen konnte.
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Die Bundeswehr, der Journalismus und ich

Im Jahr 2010 habe ich begonnen das fortzusetzen, was ich in Anteilen schon zu Bundeswehrzeiten (zw. 2002 und 2008) getan habe. Die Arbeit in den Medien war dort bestenfalls PR-Arbeit und auf jeden Fall eine kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten, die der Dienstherr sich wünschte.

Mein Schritt in den Journalismus und die Entscheidung Onlinejournalismus zu studieren war davon geprägt, dass ich im September 2008 zum Schweigen verdonnert worden bin – ein Schweigen, das erst im Mai 2013 gänzlich brach. Der Bruch war ein Teil der Aufarbeitung, die ich in den letzten zwei Jahren ein gutes Stück voran gebracht habe.

Naiv – anders kann ich meinen Glauben daran nicht nennen, dass eine effektive Kontrolle des Parlamentes verhindert, dass die Bundeswehr ihr Handeln im Ausland vertuschen kann. In den Dienst eines Kämpferkultes habe ich mich nie gestellt. Auch nicht „Ja“ dazu gesagt über den Umgang mit Kriegsgefangenen zu schweigen oder mich der kritischen Frage nach ihrem Verbleib willentlich zu verschließen.

Diese Dinge dennoch erleben und durchleben zu müssen hat mich – neben einigen anderen Erfahrungen – geschädigt, traumatisiert und erkranken lassen. Der Friedensaktivist und Wehrmachtsdeserteur Ludwig Baumann hat in seinem Buch „Niemals gegen das Gewissen“ eindrucksvoll beschrieben, welchen inneren Kampf, welche Zerissenheit die Folgen eines aufgezwungenen Handelns gegen das Gewissen bedeuten.

Defacto wurde mit dem Grundgesetz bei der Gründung der Bundesrepublik und der späteren Neuaufstellung einer Deutschen Armee ein Anspruch formuliert, dass solches Handeln gegen das Gewissen nie wieder vom Staat auferlegt werden darf. Doch es ist viel grau zwischen dem eindeutigen Schwarz und dem eindeutigen Weiß. Mich selbst darin wiederzufinden, damit auseinander setzen und mich letztlich neu vor mir selbst rechtfertigen zu müssen hat viel Kraft gekostet.

Es wäre unnötig gewesen, hätte es diese Lügen nicht gegeben.

Zum 16.03.2015 trete ich in eine sogenannte Schutzzeit ein. Ein Bundesdienstverhältnis, finanziert aus dem Einzeplan 14 – also dem Wehretat. Ziel dieser Schutzzeit ist es, mir Raum für gesundheitliche Rehabilitation und berufliche Eingliederung zu geben. An meinem Berufsziel hat sich nichts geändert.

Im Rahmen dieser Schutzzeit ist die Bundeswehr in der Pflicht, die beruflichen Qualifikationsmaßnahmen zu finanzieren und für meinen Lebensunterhalt zu sorgen, damit mir im Gegenzug Zeit und Raum bleibt, die gesundheitlichen Folgen aufzuarbeiten, die die letzten Jahre hinterlassen haben.

Formal jedoch gibt es ein Problem: ich unterliege dem Soldatengesetz, gelte als militärischer Vorgesetzter, denn ich bin in eine Hierarchie eingegliedert, die Dienstgrade definiert. Dazu zählen dann gewisse Verschwiegenheits- und Zurückhaltungspflichten in dienstlichen Belangen. Formalkorrekt ist jede Äußerung, die ich zu Bundeswehrthemen ab dem 16.03.2015 mache angreifbar.

Ich muss davon ausgehen, dass es Kräfte in den Reihen der Armee gibt, die darauf setzen werden oder durch „dezente Hinweise“ darauf drängen könnten, ich solle mich zu gewissen Themen nicht äußern.

Nun denn – ich werde es darauf ankommen lassen, denn ich bin nicht Teil des militärischen Apparates und nur zum Zwecke der beruflichen Qualifikation und gesundheitlichen Rehabilitation auf der Payroll.

Die Sorge der letzten Jahre um Genesung und darum, wie ich meine Familie ernähren kann weicht nun der Sorge, welche Repressalien mit der „Schutzzeit“ einher gehen. Wird versucht werden, auf meine laufende Therapie Einfluss zu nehmen? Werde ich – wie schon 2013 geschehen – zur Einnahme von Medikamenten gedrängt oder durch bewusste Falschinformationen über Art und Ablauf von Therapiemaßnahmen getäuscht?

Ich bin entschlossen, positiv und optimistisch zu bleiben. Doch letztlich werde ich keine Eingriffe in meine Autonomie mehr dulden, die politisch oder durch Militärinteressen motiviert sind.

Nötigen Falles erstreite ich mir das Recht auf eine Krankenversicherungslösung, die ohne die militärisch geprägte „Freie Heilfürsorge“ auskommt oder werde mich gänzlich frei finanzieren, wenn es um gesundheitliche Belange geht.

In den letzten zwei Jahren habe ich aufgrund der Kosten für Lebensführung, Therapie und Unterhaltsverpflichtungen Schulden aufgebaut, die ohne die Erkrankung und die damit einhergehenden Einschränkungen nicht entstanden werden. Diese werde ich im Laufe der Schutzzeit auch abbauen können.

Journalistisch werde ich in Bezug auf den Umgang mit mir weiter so öffentlich Verfahren, wie ich das im Blog „Wir-Dienten-Deutschland.de“ bisher getan habe. Demokratie und das Recht auf freie Meinungsäußerung dürften damit kein Problem haben – wenn sich die Bundeswehr dazu als inkompatibel beweisen will, bin ich der Institution dabei gerne behilflich.

Journalistisch werde ich weiterhin die Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr, die Rüstungs- und Verteidigungspolitik sowie die damit verknüpften Auswüchse im Blick haben, begleiten und mich kritisch betätigen. Wenn es mir da mit unter an Sachlichkeit mangelt oder die Wut ein schlechter Berater sein möchte, gibt es immer noch das Mittel der Satire – so denn es bei den Entwicklungen entlang der Baustellen der Truppe überhaupt noch Bedarf an Überzeichnung gibt.

Journalistisch wird mein Engagement weiterhin antifaschistisch sein und wie in den Jahren zuvor ohne Gewalt gegen Personen oder Sachen auskommen.

Friedenspolitisch lehne ich Drohnen ebenso ab, wie die derzeitige deutsche Einbindung in das NATO-Bündnis, in dem nationale Alleingänge, die in Afghanistan und Pakistan für mich jegliches Maß verloren haben – so denn jemals maßvoll gehandelt wurde.

Der Apparat wird damit leben müssen einen scharfen Gegner auf der eigenen Payroll zu haben, ohne Einfluss ausüben zu können – es wird eine spannende Schutzzeit.

(unredacted) Entwarnung? Schutzzeit erreicht?

Heute erfolgte der Anruf vom zuständigen Bearbeiter, der nun die weiteren Verwaltungsschritte einleitet, um mich in die sogenannte Schutzzeit einzustellen. Mir liegt weiterhin nichts Schriftliches vor, aber er kündigte an, die entsprechenden Unterlagen auch vorab per eMail zu übersenden. Angeblicher Einstellungstermin in die Schutzzeit: 16.03.2015

Schutzzeit – was ist das ?

In erster Linie ist es die Zeit, die für die Regeneration, Therapie und berufliche Qualifikation nötig ist. Mir wurde zugesichert, nur dann in „Dienst“ genommen zu werden, wenn ich dass entweder explizit wünsche oder wenn ich gerade nicht in einer beruflichen Qualifikationsmaßname stecke.

Da ich mir kaum eine Konstellation innerhalb der militärischen Strukturen vorstellen kann, die sich förderlich auf meine Gesundheit auswirkt, werde ich die Zeit effektiv nutzen oder gegebenen Falles um eine Krankschreibung bitten.

Stressbilanz

Im Rahmen der Therapiestunden kamen wir heute auf die Belastungen der letzten zwei Jahre zu sprechen:

April 2013
– Diagnose einsatzbedingte Erkrankung
– Beginn der Auseinandersetzung mit den Krankheitssymptomen
– Antragstellung Wehrdienstbeschädigungsverfahren
– Aufarbeitung 27.09.2008 mit Linksfraktion Bundestag

Juni 2013
– Existenzdruck – HARTZ4-Absturz drohte nach Fehlberatung durch Sozialdienst
– Versuch 1 eine stationäre Therapie anzutreten (abgebrochen wegen Falschinfos Bundeswehrarzt)
– Versuch 2 eine stationäre Therapie anzutreten (abgebrochen wegen Falschinfos Bundeswehrarzt)

Juli 2013
– Antritt Stationäre Therapie – Lernprogramm: „Depressionen, dein Leben und Du“
(Entlastung ab August 2013 durch Verlängerung der Förderzeit aufgrund von Erkrankung)

Dezember 2013

– Drohkulisse „Adlongespräch Dezember 2013“
– Themenverbot „Afghanistan“ durch damalige Redaktion,
– spürbare Reduzierung von Aufgaben in der Redaktion

Februar 2014
– Aussprache und Jobverlust Redaktionsjob wegen angeblicher „Befangenheit“

April / Mai 2014
– Jobsuche (Job 1) und Einarbeitung Piratenfraktion
– Therapieabbruch Gesprächstherapie
– Existenzdruck – Krankenversicherung & offenes Wehrdienstbeschädigungsvefahren

Juni 2014
– Scheidung
– Jobsuche (Job2) und Einarbeitung
– Auskunft über Stand des Wehrdienstbeschädigungsverfahrens gegenüber meinem Anwalt wird verweigert („Es wird auch nicht schneller, wenn sie hier anrufen)

September 2014

– Druck vom Unterhaltssicherungsamt (Bewerbungszwang, Abbruch des Studiums drohte)

Dezember 2014

– Jobverlust Job 1 „Piratenfraktion“ mangels Leistungsfähigkeit
– Scheitern des Versuches, an fehlender Kursleistung Studium zu arbeiten

All das wurde dadurch begleitet, dass ich mittels eines Studienkredites der Kreditanstalt für Wiederaufbau dafür sorge getragen habe, weiterhin Unterhalt für die Kinder zahlen zu können oder zumindest im Notfall die Miete für meine Wohnung aufbringen zu können. Dabei steigt der Schuldenstand und ich habe letztlich die Privatinsolvenz riskiert.

In den vorangegangenen drei Jahren nahmen die Depressionen zu, die Ehe scheiterte und der Druck aus „Abschluss schaffen müssen“ und Reaktionen auf Vorfälle in Afghanistan wurde immer größer. Es wurde ab Anfang 2010 immer schwieriger – auslösendes Moment war die steigende Zahl an Vorfällen in Afghanistan, bei denen deutsche Soldaten getötet wurden.

„Nur“ 2 Jahre für ein WDB-Verfahren?

Mir sind keine Statistiken über die Anzahl offener Wehrdienstbeschädigungsverfahren bekannt. Angesichts der Umstrukturierungsmaßnahmen (Bundeswehr übernimmt derzeit die Fälle der Landesversorgungsämter) dürfte es vermutlich auch keinen wirklichen Überblick darüber geben, wie viele Ex-Soldaten momentan um ihre Existenz kämpfen und zwischen Gutachtern und Ämtern zerrieben werden.

Ich landete nur deswegen nicht in HARTZ4, weil ich durch einen anonymen Hinweisgeber im Juli 2013 zunächst von der Möglichkeit der Verlängerung der Förderzeit aufgrund der Erkrankung erfahren habe.

Ohne den öffentlichen Umgang mit der Erkrankung wäre ich an diese Informationen nicht gekommen. Auch die von mir immer wieder herangezogene Unterstützungs-Instanz des Wehrbeaufragten wirkte sich positiv aus.

Nach der öffentlich gemachten Fehlberatung durch den Sozialdienst (Mai 2013) erhielt ich eine Intensivst-Einführung in alle Optionen, die ich noch aus der Berufsförderungsphase hätte ziehen können. Inklusive eines möglichen Einarbeitungszuschuss wurde alles aufgezeigt, was an Anspruch möglich gewesen wäre.

Im Juli / August 2014 wird erneut der PTBS-Beauftragte auf mich aufmerksam, nachdem nun der/die Fallmanager/in des Bund Deutscher Veteranen auf mich aufmerksam geworden ist. Kontakte zum BDV exisitierten zwar seit 2013 – aber wirklich „warm“ wurde ich mit dem Verein nicht.

Die Öffentlichkeit, die ich mit meinem Blog versuchte herzustellen wurde nicht wirklich unterstützt. Mir hätte es gereicht, wenn Beiträge meines Blogs z.B. via Facebook weiterverbreitet worden wären. Gerade ein Beitrag schaffte es in den Blog des BDV.

Auch seitens des Anwalts war wenig Elan erkennbar. Nachdem ich über ein Jahr nach der Antragsstellung im Juni 2014 wohl zur Karteileiche wurde, konnte auf Nachfrage des Anwaltes nicht einmal ein Bearbeitungsstand oder Forderungen zur Mitwirkung an mich in Erfahrung gebracht werden. Die Akte sei unterwegs – nachfragen würde das auch nicht beschleunigen. Erste Spuren der Akte gab es dann Ende Juli 2014. Abhilfe schuf der Wehrbeauftragte.

Im Rahmen des Existenzdrucks wollte ich von dieser Instanz auch wissen, was von der Kritik zu halten ist, die ich am System Bundeswehr seit Jahren übte. Das „dumpfe Gefühl“ das ich an einigen Stellen ausgebremst werde hatte sich seit dem Themenverbot und Jobverlust deutlich verstärkt.

Rückmeldung zu dieser Anfrage: bis heute keine.

Mehr Druck erzeugte dann der PTBS-Beauftragte ab September 2014, erreichte eine zeitnahe Begutachtung und einen zügigen Abschuss des Verfahrens binnen dann doch 22 Monaten bis zur Anerkennung der Einsatzschädigung und 23,5 Monate nach Diagnose die Einstellung in die Schutzzeit.

Öffentlicher Druck als Mittel zu schnellen Anerkennung der WDB ?

Es waren 11 Tage, die ich nach der Diagnose am 3. April 2013 überlegte, bevor ich mich entschloss, die Aufarbeitung öffentlich durch das Blog zu begleiten. Aus den Schilderungen von Andreas Timmermann Levanas und Robert Sedlatzek-Müller wusste ich, was im Laufe der kommenden Jahre auf mich zu kommen würde.

Jeder Soldat der schweigt läuft Gefahr am ausgestreckten Arm der Verwaltung abzurutschen. Insbesondere, wenn der Einsatzunfall erst im Laufe des WDB-Verfahrens festgestellt werden. An der Feststellung der „Kausalität“ hat die Bundeswehr wenig Interesse. Ich sah nach meiner Entlassung aus der stationären Therapie um den 10. August 2013 erst wieder am 10. November 2014 einen Bundeswehrarzt, der an einem Gutachten arbeitete.

Was zwischen diesen Terminen mit meiner Akte lief werde ich wohl nicht erfahren. Vermutlich wäre auch heute noch keine weitere Bearbeitung erfolgt, wenn ich nicht ab Juli 2014 eskaliert hätte.

Hilfreicher, als die Gesprächstherapie, die zwischen Juni 2013 und Mai 2014 gelaufen ist, war die Zusammenarbeit mit Medienmachern hier in Berlin (zB. Kieke Ma-Film oder Hyperbole-TV mit „Frag ein Klischee – Frag einen Soldaten“). Ich wurde mir in den Interviews über vieles bewusst, was vorher stets unausgesprochen blieb.

Das ich zu alldem in der Lage war interpretieren manche Kritiker als „der hat doch gar nichts“. Andere Menschen zeigen sich beeindruckt, sagen deutlich, dass sie das nicht könnten oder schlichtweg für sich nicht wollen.

Auch mir fiel es über Jahre schwer, die Probleme überhaupt zu erkennen, sie mir einzugestehen. Der Druck das Studium abschließen zu müssen verschob den Zeitpunkt des „Hilfe suchens“ von Juli 2012 (Gespräch mit Studiengangsleitung) auf März 2013, als ich mit Angriff auf die Seele Kontakt aufgenommen habe.

Die öffentliche Aufarbeitung muss jedem Betroffenen selbst überlassen sein. Das es in meinem Fall positiv ausging verdanke ich rund 10 Jahren Erfahrung in der Medienarbeit, Grundkenntnissen im Bereich der Psychologie und einem Überblick über das Medium Online, dass ich für diese Aufarbeitung nutzte.

Facebook und Twitter waren aber nicht nur hilfreich. Bedrohungen und das ständige „In-Frage-Stellen“ spielten dabei eine gefährliche Rolle. Wer sich der Mechanismen dieser Medien nicht bewusst ist, geht unter. Auch meine Durchhaltefähigkeit war zuletzt nicht mehr gegeben. Zwischen Ende Dezember 2014 und Anfang Februar 2015 schaltete ich meinen Facebook-Account temporär ab. Ein Mittel, das auch in den kommenden Monaten häufiger zur Anwendung kommen wird.

Sich so öffentlich zu Verhalten kann ich nicht jedem empfehlen – für mich war es der Weg den inneren Druck loszuwerden, an dem ich sonst zerbrochen wäre.

Tun, was gut tut

Ein wichtiger Aspekt war auch die Distanzierung von dem Schweigen, das mir über den 27.09.2008 auferlegt worden ist. Mit offenen Briefen und Videos hatte ich es aus eigener Kraft versucht. Dem wurde mit Schweigen begegnet. Das Urteil anderer zu den Inhalten direkt mit zu bekommen half mehr, als die Therapiesitzungen des vorangegangenen Jahres.

Weder die Bundeswehrärzte wollten über den 27.09.2008 en Detail reden, noch hatte die Therapeutin genügend politisches Interesse, um zu erkennen, welche Probleme mir dieser Tag bereitete. Auch den Aspekt des „einem Vorgesetzen und seiner dummen Willkür ausgeliefert seins im folgneden kurz „eVusdWas“ konnte sie nicht wirklich begegnen.

„eVusdWas“ war und ist ein Problem. Ich bin weiterhin kaum in der Lage autoritäre Einflüsse auf mein Leben zuzulassen. Je größer der Eingriff, desto heftiger meine Reaktion. Immerhin funktioniere ich derzeit im Job und komme Stück-für-Stück auch mit Vorgesetzenreaktionen zu recht. In wieweit ich das im Rahmen der Bachelorarbeit aushalten kann, kann ich derzeit nicht sagen.

In begrenztem Rahmen war ich in den letzten Monaten in der Lage in „Job 2“ zu funktionieren und Weisungen zu akzeptieren. Das erforderte viel Überwindung. In „Job 1“ habe ich das nicht bewerkstelligt.

Finanziell überleben

Vereinzelte Hilfszahlungen (Januar 2014 und Q4/2014) wurden durch Stiftungen aus dem Umfeld der Bundeswehr geleistet. Meist zu Zeitpunkten, an denen ich aus eigener Kraft nur noch in der Lage war, den Grundunterhalt für mich aufzubringen.

Die Finanzspritze im Januar 2014 nutzte ich unter anderem, um die Zeit ohne Job und Einkommen daraus bis Mai 2014 zu überbrücken. Gleichzeitig schaffte ich Computer, Videokamera, Software und Audioaufnahmegerät für eine freie journalistische Tätigkeit an. Doch neben Therapie und dem Druck, den das nicht abgeschlossene Studium auf mich ausübt agierte ich nicht wirklich.

Die finanzielle Unterstützung zwischen Oktober 2014 und Ende Januar 2015 nutzte ich zunächst, um die Arbeitszeit im Oktober, November und Dezember zugunsten von Therapie- und Coachingmaßnahmen zu reduzieren. Die Kosten dafür konnte ich ebenfalls nur aufgrund der finanziellen Unterstützung tragen.

Zwischen Ende Mai 2014, als die Maßnahme „Gesprächstherapie“ scheiterte und Ende September 2014 hatte ich wegen der diffusen Krankenversicherungssituation keine neue Therapie begonnen.

Mit der finanziellen Unterstützung während der Schutzzeit bin ich nun in der Lage den Unterhalt für meine Kinder zu zahlen sowie auch den Studienkredit abzutragen, der ursprünglich mal für 6 bis 8 Monate geplant war, nun aber seit über zwei Jahren läuft.
Ironie: die Bundeswehr lehnte die finanzielle Förderung meines Bachelor-Abschlussprojektes ab und veranlasste mich dazu, das über den Studienkredit lösen zu wollen. Noch vor der ersten Zahlung kamen jedoch die WAZ-Leak zu den Afghanistanpapieren, warfen mich in die Einsatzerlebnisse zurück und hielten mich bis zur Veröffentlichung im Tagesspiegel am 7. Oktober 2014 im Rahmen der „Afghanistan-Connection“ in ihren Bann.

Dieser Kredit war in den letzten sechs Monaten neben Job 2 das finanzielle Rückgrat und im August 2013 zumindest die Gewissheit, dass ich die Wohnung nicht verlieren würde. Ich war nach Abschluss der stationären Therapie kaum in der Lage, meinen Alltag zu bewältigen.

Struktur schaffen

Zwischen September 2013 und Dezember 2013 nutzte ich einen 100-Tage-Protest, um mich täglich eine Stunde dazu aufzuraffen, das Haus zu verlassen. Neben dem damaligen Redaktionsjob, der mich mit rund 2 Stunden forderte war das die einzige Maßnahme, die für einen geregelten Tagesablauf sorgte. Mehr war nach der stationären Therapie nicht drin.

Im Juni 2014 nahm ich das Thema NSA-Untersuchungsausschuss auf, um journalistisch aktiv zu bleiben und in einen Arbeitsrhythmus für die Bachelorarbeit zu gelangen. Die drei bis vier Sitzungs- und Arbeitstage, sowie der Besuch von Veranstaltungen, die mit dem Thema zu tun haben konnte ich im Oktober und November gut bewältigen.

Neben Job 2, der zur Grundsicherung unerlässlich ist war ich zumindest in diesem Bereich auch intellektuell gefordert und belastbar.

2 Jahre und das Studium immer noch nicht fertig?

In den vergangenen zwei Jahren hatte ich zwei Gespräche mit meinem Professor, wie die letzten Leistungen zu erbringen sind und wie die Bachelorarbeit angegangen werden kann. Doch neben der Therapiemaßnahmen und dem beschriebenen Einflussfaktoren schaffte ich es nicht – wie angeraten – mich einfach sechs bis acht Wochen voll auf die Bachelorarbeit zu konzentrieren.

Die finanzielle Grundversorgung wackelte im Mai / Juni 2013 (krankheitsbedingte Verlängerung Förderzeit erst ab August 2013) , Februar 2014 (Jobverlust Redaktionsjob – Folgejob April 2014), Juni 2014 (Unklare Einkommenslage und Krankenversicherung) und zuletzt heftig im Januar / Februar 2015.

Der Existenzdruck wirft mich aus der Bahn. Leider immer noch. Aber glücklicherweise nicht mehr so heftig, wie zuvor.

Im Juni 2013 war ich zeitweise nicht mehr in der Lage, das Haus zu verlassen, lag zitternd und teilnahmslos auf dem Sofa, wenn die Anspannung zu groß wurde. In der Phase der letzten sechs Wochen hielt ich meine Kräfte für den „Job 2“ zurück, der nun der einzige Job ist.

Das Einkommen reicht mit dem Studienkredit für das eigene Überleben. Verzichte ich auf die Zahlung der Krankenversicherung kann ich sogar Unterhalt zahlen. Tragfähig? Nein. Raum für Therapie und Coaching lässt diese Situation ebenso wenig, wie für den geordneten Abschluss des Bachelorstudiums.

Im Januar und Februar 2015 zog ich mich erneut extrem auch von meinem Freundeskreis zurück, um unter dem Druck zu funktionieren. Druck und Funktionieren, dass bedeutete in dieser Zeit die Körperhygiene aufrecht zu erhalten, mit gewaschenen Klamotten rechtzeitig das Haus zu verlassen, um dann zuverlässig zu arbeiten, statt heulend am PC zusammenzubrechen.

Tränendrüse ?

Es geht mir nicht um Mitleid. Mehrfach hörte ich in letzter Zeit, dass Menschen sich schon mit einzelnen Aspekten (z.B. unsicherere Jobsituation) gefordert zeigten. Bis Ende Januar 2015 wackelte nicht nur mein Einkommen, sondern auch der Zugang zur Krankenversicherung. Das ganze ohne Perspektive, weil der Studienabschluss fehlt, eine Therapie mangels Aussicht auf Geld und ohne Anerkennung der Einsatzschädigung nicht mehr zu bezahlen war und zeitgleich Forderungen an mich gestellt wurden, die für einen gesunden Menschen mit Berufsabschluss gedacht sind.

Die vergangenen zwei Jahre, in denen ich mit der Aufarbeitung der Einsätze einen gewaltigen Schritt voran gekommen bin, war die Arbeit an einer tragfähigen Existenz nicht möglich. Auf dem Weg der Behandlung ist zumindest die kognitive Erfassung der belastenden Ereignisse abgeschlossen.

Im Rahmen der laufenden Traumatherapie lerne ich derzeit mit Hilfe von Körperübungen die Auswirkungen des Stresses in den Griff zu bekommen und auch körperlich die Balance zu finden, die ich in Bezug auf die Einsatzzeit erreicht habe.

Wichtig wird auch, wieder Selbstvertrauen in die eigene Arbeit zu erlangen. Den Verlust des Redaktionsjobs im Februar 2014, der bis heute nicht schlüssig erklärt wurde kann ich nur noch als Mobbing deuten.

Inhalte wurden nicht gewünscht, nicht mitgetragen und dann mit „Du bist befangen“ negiert, ohne, dass ich überhaupt auf eine Veröffentlichung bestanden hätte. Präventiv mit Themenverbot belegt zu werden war zu viel.

Ausblick

Im Telefongespräch eröffnete mir der Bearbeiter heute, dass die Einstellung in die Schutzzeit zum 16.03.2015 nicht mit der Teilnahme am militärischen Dienst verbunden ist, solange ich mich in beruflichen Qualifikationsmaßnahmen befinde.

Nach dem Abschluss der Bachelorarbeit werde ich ein Masterstudium aufnehmen. Die Qualifikationshöhe ist nach 12 Jahren Dienstzeit in der Offizierlaufbahn vorgesehen.

Parallel laufen Therapie und Coachingmaßnahmen. Sollte die Bundeswehr die heiltherapeutische Methode nicht unterstützen, die mich seit September 2014 sehr gut voran bringt, ist zumindest mit der verlässlichen Zahlung des Gehalts gesichert, dass ich die Therapie fortsetzen kann.

Diesen Weg werde ich selbstbestimmt gehen – so, wie die letzten zwei Jahre ebenfalls. Auf die Launen des Apparates lasse ich mich nicht ein.

Ziel

In wie weit ich die Stressreaktionen im Bereich von autoritär induziertem oder existenzbedrohendem Stress in den Griff bekomme, kann ich derzeit nicht absehen. Ich entwickele langsam ein Bewusstsein für die Auswirkungen und für hilfreiche Gegenmaßnahmen. Präventiv, wie auch in den Fällen, in denen ich wieder zu lange unter Stress gestanden habe. In den kommenden fünf Jahren gilt es, Reserven aufzufüllen, die sich derzeit anfühlen, als seien sie nicht mehr existent.

Verständnis? Wohl nicht.

Die Einstellung in die Schutzzeit lässt auf sich warten. Die informelle Ankündigung, dass dies bis Mitte Februar bewerkstelligt sei, zerschlägt sich spätestens mit der Meldung von heute.

Ich muss Verständnis haben für „nicht vollständige Unterlagen“, Rücksprachen, die noch gehalten werden müssen und natürlich dafür, dass sich zunächst erst einmal wenig tun wird:

„Da Düsseldorf Karnevalshochburg ist und das närrische Treiben dort morgen beginnt und erst nächsten Mittwoch wieder endet, haben wir uns auf Rücksprache am Freitag geeinigt.“

Derweil summiert sich auf meiner Seite:

– Unklarheit, ob die Einstellung in die Schutzzeit durch den MAD noch torpediert wird, weil ich es wagte mit Hilfe einer Bundestagspartei seltsame Meldewege der Bundeswehr
als Vertuschung zu enttarnen.
– Rücklastschriften
– nicht gezahlter Unterhalt für Februar
– offene Rechnungen

Das geht leider alles nicht weg, wenn ich mich verkleide. Insbesondere der Aspekt „Militärischer Abschirmdienst“, der jede Form von Humbug interpretieren könnte, ist keine unberechtigte Sorge.

Was mich zur Persona non grata macht, habe ich bereits in diesem Beitrag geschildert.

Im Jahr 2013 wurde ohne Angabe von Gründen einen bereits verfügte Wehrübung im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr wenige Tage vor Übungsantritt aufgehoben. Aktives Militärpersonal wendete via Social Media viel angebliche Freizeit auf, um mich als Links zu klassifizieren und mich in den Bereich linksradikal zu argumentieren.

Antworten, was dahinter steckt, gab man mir auch aus dem Hause des Wehrbeauftragten nicht. Ich gehe davon aus, dass ich wohl längst den Stempel „Linksextremist“ in irgendwelchen Akten trage, weil ich hinterfragte, was an Falschmeldungen abgesetzt und durch die Bundeswehr geleugnet wird, mich für Chelsea Manning einsetze und Edward Snowden kritisiere, dass die bisherigen Veröffentlichungen nur wenig bis gar keinen Militärbezug haben.

Derweil verkennt die Person Fallmanager/in, die sich entlang des Prozesses für mich einsetzt offenbar wegen ihres eigenen unerschütterten Vertrauens in das „System“, welcher Druck hier derzeit auf mir lastet. Ich kann mir nicht sicher sein, dass mit der Einstellung in die Schutzzeit nicht auch ein Disziplinarverfahren (Stichwort Bundestag und hinterfragen 27.09.2008) verbunden ist.

Auch dazu keine Unterstützung oder Stellungnahme von Seiten des Wehrbeauftragten.

Therapie – Coaching – Studienabschluss ? Warum haben Sie denn dafür keinen Kopf?

Start ins Jahr 2015

Im Jahr 2015 werde ich nur noch zwei Webblogs pflegen. In der Hauptsache wird es Daniel-Luecking.Berlin sein. Der Blog wird multithematisch sein, einen Überblick über meine Aktivitäten geben und erster Anlaufpunkt meiner Webpräsenzen werden.

Neben den Themen NSA-Untersuchungsausschuss wird es entlang meiner Bachelorarbeit noch technisches zum Thema Crypto und IT-Sicherheit, sowie Whistleblowing gehen. Die Webpräsenzen der Vorjahre werde ich nicht weiter pflegen und vermutlich auch bald die Domains auf http://daniel-luecking.berlin umleiten.

Eine Ausnahme bleibt Wir.Dienten.Deutschland.. Unter dieser Adresse werde ich weiterhin dokumentieren wie der ehemalige Dienstherr Bundeswehr mit der Einsatzschädigung umgeht, die ich aufgrund der zahlreichen Auslandseinsätze erlitten habe. Derzeit habe ich eine inoffizielle Ankündigung, dass bald eine Wiedereinstellung in die Schutzzeit erfolgen würde.


Therapiestand und Arbeitsfähigkeit

Schon im November 2014 war – so die Aussage im Bundeswehrkrankenhaus – der Einsatz als Ursache identifiziert. Die Stresserkrankung und Depressionen sorgen dafür, dass ich derzeit noch keine gesunde Balance zwischen Arbeit und Freizeit habe. Die Folgen der Erkrankung sorgten in den letzten Jahren dafür, dass ich das Studium noch nicht abschließen konnte, zahlreiche familiäre Probleme und auch Probleme im beruflichen Umfeld auszuhalten hatte. Klingt zunächst banal und so, als könne das jeden einmal treffen.

Seit April 2013 habe ich die Hintergründe der Erkrankung aufgearbeitet und mittlerweile eine gute therapeutische Begleitung gefunden. Die Kosten dafür werden seitens des Verursachers Bundeswehr nur nach viel Druck getragen. Zeitweise wurden mögliche Hilfen verschwiegen, die ich selbst nicht recherchieren konnte. Mehr als das Wort des verantwortlichen Generals habe ich derzeit nicht – und es fällt angesichts der Erfahrungen der letzten Jahre schwer überhaupt an irgendetwas zu glauben, was durch die Bundeswehr kommuniziert wird.

Ich neige leider dazu – auch momentan – mich zu überlasten und zu überarbeiten. Trifft die Arbeitsspitze dann noch mit einem Einsatzbezug zusammen – so wie in den letzen Tagen mit den Attentaten in Paris – dann muss ich sehr aufpassen, nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten.

Da derzeit noch keine verlässliche und rechtsverbindliche Entscheidung zur Einstellung in die Schutzzeit getroffen ist, ist der Druck immernoch immens. Heute findet die vorerst letzte Therapiesitzung statt, da ich die Kosten nicht mit einer mündlichen Zusage begleichen kann. Auch das Coaching musste ich aussetzen.

Finanzierung

Damit wäre zu meinem aktuellen Job alles notwendige gesagt. Ich rutsche derzeit nicht in HARTZ4 und kann nur hoffen, dass das so bleibt. Besserung erst, wenn die Reha-Finanzierung durch die Bundeswehr endlich kommt.

Druck vom Unterhaltssicherungsamt wird bald kommen – Reserven sind keine mehr vorhanden. Abschluss des Studiums weiterhin ungewiss.

Sofern eine Wiedereinstellung zu Reha und beruflichen Qualifikationsmaßnahmen erfolgt, wird mein Ziel ein Masterstudium sein. Der meinem Lebensalter und den normalen Laufbahnzielen eines (Ex-)Offiziers angemessene Ausbildungshöhe.

Ob und wie lange ich diese Schutzzeit in Anspruch nehme kann ich derzeit nicht sagen. Jegliche Form von Repressalien werde ich nicht dulden. Meine Bundeswehrzeit ist vorbei – in der Regenerationsphase werde ich nicht in Einsätze gehen, keine Uniform tragen und sicherlich auch kein Blatt vor den Mund nehmen.

Mir wurde bereits angekündigt, natürlich in gewissem Maße Dienst in einer Kaserne leisten zu müssen. Ich bin gespannt, was man da für mich vorsehen will. Gammeldienste oder Beschäftigungstherapien, wie anderen Kritikern bereits passiert werde ich nicht hinnehmen. Die Institution steht nicht gerade im Ruf, mit Kritik besonders gut zurecht zu kommen.

Alles in allem: die Maßnahmen kommen / kämen spät. Die Berabeitungszeit seit der Diagnose hat bei mir zwar längst nicht die Ausmaße erreicht, wie in anderen Fällen, doch positiv ist das nicht. Bildlich gesprochen laufen Ex-Soldaten mit Einsatzerkrankung erst einmal mit einem gebrochenen Bein durch die Welt, bis sich irgendwann eine unterbesetzte Verwaltung durch die oppulent Dimensionierten Instanzen gearbeitet hat.

Wer nicht aufgibt, wird irgendwann versorgt. Wer aufgibt tut es, um sich nicht weiter und noch mehr zu belasten. Manche verzweifeln am System. Manche verzweifeln und treten aus dem Leben. Teils, ohne überhaupt je versucht zu haben, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Verantwortung übernehmen und Fürsorge zeigen – so sieht das für mich auch 2015 noch nicht aus.

Transparenz

In Wir-Dienten-Deutschland.de werde ich festhalten:

– was die Forderungen des Dienstherrn an mich sind
– wie das meine Berichterstattung beeinflusst (wird es nicht)
– wie die Unterstützung während der Rehaphase aussieht
– wo es hakt …

Der Dienstherr wird weiterhin mit einem Kritiker aus den eigenen Reihen leben müssen. Ich hoffe, dass in meinem Fall nicht ähnliche Auswirkungen und Repressalien kommen, wie ich z.B. aus Kreisen des Darmstädter Signals geschildert bekomme.

Ich bleibe – nach den Erfahrungen des Afghanistaneinsatzes – auch weiterhin ein Kritiker des Konzepts NATO. Schlicht, weil ich die nationale Dominanz, die ich im Bündnis sehe nicht mit unseren Werten vereinbar sehe.

Militärische Alleingänge eines einzelnen Staates haben entlang des Afghanistaneinsatzes die Bundeswehr und Deutschland in Verruf gebracht – davor die Augen zu verschließen ist fahrlässig.

Themenausblick

Nach dem Screening von Snowdens Great Escape gestern abend im Babylon-Kino werde ich heute Abend die gekürzte Fassung, die die ARD sendet kommentieren und auch live zum Folgefilm twittern.

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Geld annehmen? Ja, aber …

Als ich mit der Diagnose und dem Therapiebedarf konfrontiert war, boten mir die Ärzte eine Beratung durch den Sozialdienst im Bundeswehrkrankenhaus an. Neben den notwendigen Anträgen im Rahmen des Wehrdienstbeschädigungsverfahrens wurde mir durch die Beraterin nahegelegt, die Wiedereinstellung zu beantragen um in die sogenannte Schutzzeit aufgenommen zu werden.

Darüber hinaus wurde ich drauf hingewiesen, dass ich einen Antrag bei der Härtefallstiftung der Bundeswehr auf eine finanzielle Unterstützungsleistung stellen könne. Da es im Juni 2013 noch danach aussah, dass ich ab September 2013 ohne Einkommen und auf HARTZ4 angewiesen sei, stellte ich am 20.06.2013 den Antrag auf eine Unterstützungsleistung.

Erst einige Wochen später erhielt ich durch einen anonymen Hinweisgeber den Hinweis, dass ich aufgrund der Erkankung den Berufsförderungszeitraum verlängern könne. Seitens des Sozialdienstes erfolgte dieser Hinweis nicht – ich erhielt die Empfehlung, HARTZ4 zu beantragen.

Was ist die Härtefallstiftung ?

Die Härtefallstiftung wurde 2012 eingerichtet um besondere Härtefälle unterschiedlicher Gruppen von aktiven und ehemaligen Soldaten zu unterstützen. Insgesamt standen zu Beginn aus dem Verteidigungsetat 7 Millionen Euro für eine unbürokratische Hilfe zur Verfügung. Neben den Radaropfern werden auch ehemalige NVA-Soldaten sowie auch Ex-Soldaten im Rahmen des Antragsverfahrens behandelt und können für eine Hilfeleistung in Betracht kommen.

Zunächst hatte ich den Antrag schon vergessen und mich mit der derzeitigen finanziellen Situation arrangiert. Der jetzt eingetroffene Bescheid enthält die Kontaktdaten zur Härtefallstiftung.

Link zum Beitrag vom 27.08.2013 auf Bundeswehr.de
Link zum Beitrag vom 26.07.2012 auf Bundeswehr.de
Link zum Beitrag vom 23.05.2012 auf Bundeswehr.de

Bewilligungsbescheid vom 29.01.2014

Scannen

Wirklich glücklich bin ich mit dieser Art der Unterstüzung nicht. Zunächst, weil sie meiner Einschätzung nach in vielerlei Hinsicht ein Notnagel ist, der aus bestehenden Problematiken in der Gesetzgebung und Versorgung für aktive und ehemalige Soldaten resultiert.

Darüber möchte ich weiterhin kritisch über die bestehenden und immer noch aufzuarbeitenden Unzulänglichkeiten berichten. Die Folgen des Afghanistaneinsatzes für ehemalige Soldaten sind oft gravierend und viele verweilen in der Dunkelziffer, anstatt die Hilfe in Anspruch zu nehmen, die ihnen zu steht. Teils aus Unwissen über ihre Rechte – teils weil sie sich nicht als Betroffene sehen oder aber, weil sie nach den Bundeswehrerfahrungen überhaupt nichts mehr mit der Bundeswehr zu tun haben wollen.

Derzeitige Finanzlage

Nach Abzug der Unterhaltsverpflichtungen bleiben mir derzeit 1125,00 Euro netto monatlich. Ein Studentenjob sowie die Anwärterbezüge ermöglichen es mir derzeit, den Unterhaltsverpflichtungen nachzukommen.

All diese Angaben wurden im Dezember 2013 erneut gegenüber der Stiftung gemacht. Im Juni musste ich noch davon ausgehen aus einem monatlichen brutto von 975 Euro den Lebensunterhalt bis zum Abschluss meines Studiums auszukommen, ohne in der Lage zu sein, den Unterhaltsverpflichtungen nachzukommen. In Kürze wird die Scheidung für die Eingruppierung in die Lohnsteuerklasse 1 führen.

Hilfe? Ja. Kompromittieren lassen? Nein!

Kritiker werden mir vorhalten, dass ich Geld von der Bundeswehr annehme und mich weiterhin kritisch äußere und sogar als Friedensaktivist betätige. Einerseits erhalte ich derzeit Anwärterbezüge (bis 31.08.2014), andererseits jetzt die Zahlung der Härtefallstiftung.

Dieses Geld anzunehmen fällt mir bei den Anwärterbezügen nicht schwer. Die Rechtslage ist eindeutig und wenn ich die Erkrankung in vollem Umfang zurückgehen lassen könnte, die aus dem Dienst und der Überforderung in den drei Afghanistaneinsätzen resultiert, dann würde ich das gern tun.

Die Überlastung habe ich bereits im Mai dargestellt. Im Januar sprach die neue Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erneut davon, dass die Regel 4 Monate Einsatz, 20 Monate Dienst im Inland weiterhin eingehalten werde(n müsse). Die Grafik zeigt, wie sich meine Dienstzeit entwickelt hat und wie sie sich bei korrekter Anwendung der 4/20 Regel hätte entwickeln müssen.

Bundeswehrzeit. Unten: Kalkulation unter Einhaltung der 4 / 20 Regel

Bundeswehrzeit. Unten: Kalkulation unter Einhaltung der 4 / 20 Regel

In Bezug auf die jetzige Zahlung durch die Härtefallstiftung fühlte ich mich zunächst unwohl, das Geld anzunehmen. Nach kurzer Überlegung gab ich dann eine Obergrenze vor. Diese Obergrenze ist der Betrag, der im Rahmen des Berufsförderungsdienstes nicht gewährt wurde. Ein erheblicher Teil meines Förderungsbudgets wurde mir nicht zugänglich gemacht, weil die Einschreibung in einen Hochschulstudiengang keine weiteren Förderungen zulässt.

Ein weiterer Aspekt, der für die Annahme der Unterstützung spricht ist, dass ich mit der Veteranenthematik derzeit nicht in Redaktionen unter kommen kann. Ich gelte aufgrund meines eigenen Falls als kompromittiert und habe als Betroffener angeblich keinen neutralen Blick auf das Thema. Auch ein Experten-Status scheint nicht denkbar, um Artikel zur Thematik zuzulassen.

Das sorgt dafür, dass ein Thema, dem ich im Moment auch als Teil meiner Genesung widmen muss bei einigen Medien nicht für journalistische Beiträge in Betracht kommt.

Mich erreichen jedoch regelmäßig Anrufe, Postings in Sozialen Netzwerken und via eMail. Betroffene und deren Angehörige melden sich mit ihren eigenen Geschichten, bitten um Rat und äußern sich positiv über das Blog und meinen offenen Umgang mit der Belastung. Diese Art der Aufarbeitung hilf offenbar nicht nur mir.

Bemerkenswert: Kritiker stehen überwiegend in einem aktiven Dienstverhältnis oder sind Reservisten.

Fortgang der Arbeit

Durch die Unterstützung der Härtefallstiftung kann ich nun den Kosten im Rahmen der anstehenden Scheidung ein wenig gelassener entgegen sehen. Ich werde darüber hinaus auch das Sprechtraining absolvieren, welches mir durch den Berufsförderungsdienst nicht gefördert wurde (Zitate: „Wir fördern keine Einzelmaßnahmen. Wir fördern keine Maßnahmen parallel zur Hauptmaßnahme Studium. In den Semesterferien müssen sie sich erholen. Das gefährdet sonst den Erfolg der Hauptmaßnahme!“).

Einen Teil des Budgets halte ich auch für Reisen zurück, um ehemalige Soldaten oder deren Angehörige zu interviewen, sofern Interesse besteht Teile ihrer Geschichte öffentlich zu machen.

Weiterhin ist die Aufarbeitung des 27.09.2008 nicht abgeschlossen. Für mich ist es nicht hin nehmbar, dass die Stellungnahme zur irreführenden und unvollständigen Berichterstattung der Bundeswehr nicht öffentlich zugänglich ist. Ich werde in Kürze einen erneuten Versuch unternehmen, die Antwort auf die kleine Anfrage öffentlich zugänglich zu machen.