Jahresbilanz 2017: Vorsichtig optimistisch ins Jahr 2018

Die Zahl der Artikel hier im Blog ist im Vergleich zu den Vorjahren wirklich sehr gesunken. Ich sehe das als ein gutes Zeichen, denn ich komme zur Ruhe. Von Beginn an war dieses Blog ein Ventil um den Stress abzubauen, der immer wieder kam. Teils verursacht durch Existenzbedrohungen, wenn die Erkrankung dominierte und die Versorgung nicht sichergestellt war. Teils verursacht aber auch durch Mobbing aus den Kreisen aktiver und ehemaliger Soldaten, von Behörden und von Ärzten.

Zugang zu Ärzten

Seit im November 2016 ein Arzt der Meinung gewesen ist, ich wäre ein Simulant, der die Bundeswehr zu seinem Vorteil ausnutzt, stand ich unter großem Druck. Nicht etwa ob der Anschuldigungen, sondern weil aufgrund der Position des Arztes keine ärztliche Versorgung mehr in einem für mich vertrauenswürdigen Umfeld existierte. Freie Arztwahl ist bei der Bundeswehr nur eingeschränkt möglich und das Prozedere aus dem „Machtbereich“ des Mobbingarztes in ein neutrales ärztliches Umfeld zu wechseln nahm dann doch 5 Monate Zeit in Anspruch. Das korrekte Verfahren zum Arztwechsel wollte man mir in diesem „Machtbereich“ nicht benennen.

Die Ermittlungen des Wehrbeauftragten zu dieser Thematik scheinen noch zu laufen – einen abschließenden Bescheid habe ich jedenfalls bisher nicht erreicht.

Seit Ende Oktober 2017 konnte ich jedoch endlich das aufholen, was seit den Drohungen und Diffamierungen im November 2016 offen war. Zahnarztbesuche, Impfungen und angeratene Krebsvorsorgeuntersuchungen (ohne Befund!). Darüber hinaus ist nun auch die Kurmaßnahme beantragt.

Die gute Zusammenarbeit mit einem Arzt im Psychotraumazentrum, der seit Beginn der Online-Schreibtherapie 2016 viel ordnen konnte, hat auch für 2018 die Weichen gestellt.

Berufliche Reha

Das Masterstudium parallel zur Therapie fortzuführen war in diesem Jahr nicht einfach und hat für Verzögerungen gesorgt. Diese werden aber durch das Personalamt der Bundeswehr bislang mitgetragen. Mit einer Verlängerung um zwei Semester bin ich nun in einem zeitlichen Planungsrahmen, in dem ich die Masterarbeit bis zum Ende des Jahres 2018 abschließen kann. Sechs statt vier Semester Masterstudium stehen dann am Ende auf dem Studienzeitkonto.

Am Ende werde ich auf eine Studienzeit zurückblicken können, die mit 10 Jahren fast genau so lang ist, wie meine aktive Bundeswehrzeit in Uniform. In die 10 Jahre des Studiums fallen allerdings auch 2 Jahre Verwaltungsverfahren und Krankheitszeit, in denen ich das Bachelorstudium kaum voran, geschweige denn zum Abschluss bringen konnte. Ein Erststudium von 2 Jahren, nachdem ich mich entschied, das Studienfach zu wechseln rechnet ebenfalls in diese Zeit.

Am Ende des Journalismusstudiums (Bachelor und Master) werde ich demnach auf 6 Jahre Studienzeit zurückblicken, in denen ich auch Projekte, wie den NSA-Untersuchungsausschuss (3 Jahre Berichterstattung via Twitter, Print und Podcast) verfolgte, am Thema Whistleblowing arbeitete und mit der Teilnahme an Veranstaltungen, Demonstrationen und Vorträgen mein antimilitaristisches Profil schärfen konnte.

Perspektiven

Im nächsten Jahr steht also nicht nur der Studienabschluss, sondern auch die berufliche Neuorientierung an. Momentan habe ich die Zusicherung vom Sozialdienst, dass die Schutzzeit in der ich mich seit März 2015 befinde und die maximal fünf Jahre andauert nicht automatisch mit dem Abschluss des Masterstudiums endet. Auch aus ärztlicher Sicht wird angeraten, nach Abschluss der Rehamaßnahme einen Übergang zu gestalten, der mit Arbeits- und Belastungserprobungen einhergeht, aber nicht eben in die sofortige Entlassung mündet.

Wie groß die Einschränkung meiner Leistungsfähigkeit am Ende sein wird, kann ich nicht absehen. Derzeit liegt der Grad der Schädigung bei 30%. In welchem beruflichen Kontext ich auf Dauer leistungsfähig sein kann wird sich zeigen müssen. Ich gehe derzeit aber nicht davon aus, dass ich dem Stress gewachsen bin, dem ein Freiberufler ausgesetzt ist. Auch die Unterhaltsverpflichtungen für meine beiden Söhne sorgen dafür, dass ich sofort unter Druck (Stichwort Unterhaltssicherungsamt) gesetzt werde, wenn es beruflich oder gesundheitlich nicht gut läuft.

Darüber hinaus sind auch aus der Zeit des Verwaltungsverfahrens noch Schulden abzutragen. Die Herausforderungen bleiben.

Optimismus

Alles in allem ist das derzeit aber ein Anlass optimistisch ins neue Jahr zu starten und die Skepsis ersteinmal beiseite zu schieben. Das fällt mir regelmäßig schwer – ich habe zu viel in den letzten Jahren gelernt – doch derzeit scheint es angebracht zu sein.

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