Befund – lesen bei Strafe verboten!

Am Mittwoch fand einer erneute Begutachtung statt. Angekündigter Zweck war, über die Kostenübernahme der Trauma-Release-Exercise (TRE) Klarheit zu bekommen. Diese Klarheit ist nun da. Nichts wird übernommen.

Zunächst ging es in ein kurzes Arztgespräch. Ich schilderte, wie ich über die Kombination aus Coaching und TRE-Methode zu einer besseren Stresswahrnehmung und einem besseren Stressmanagement gekommen bin und das in der Lage war, zu Coach und Therapeutin ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Autoritätspersonen waren nach den Erfahrungen im zweiten Einsatz ein wesentliches Problem für mich, da ich durch die Einspannung in die Hierarchie in mindestens zwei Fällen in ziemlich gefährliche Situationen geraten bin.

Mein kleines Problem mit Hierarchie

Zunächst war es schlechte Kommunikation zwischen meinem Vorgesetzten und dem Herrn vom Auswärtigen Amt dazu gekommen, dass ich zu einer Tagestour aufbrach, die als „Hilfsgüterübergabe“ in der Nähe des Camps angekündigt wurde. Ich rechnete nicht damit, mich ohne Kommunikationsmittel im Laufe des Tages rund 180 Kilometer vom Lager zu entfernen.

Unterwegs, ohne die vorgeschriebene Sicherungskomponente von mehreren Soldaten und Fahrzeugen – quasi auf dem Präsentierteller als einziger Uniformträger. Mitten in einer Hilfsgüterübergabe an mehrere hundert Menschen und später dann zu einem TV-Termin des ZDF, ungesichert zu Fuß über die Trampelpfade in einer afghanischen Ortschaft.

Nicht nur mir hat dieser Tag zugesetzt. Ich sprach meinen damaligen Vorgesetzten kurz beim „Tag der offenen Tür des Bundeswehr“ im August in Berlin. Er beschrieb, dass auch bei ihm der Eindruck entstanden war, die Hilfsgüterübergabe würde in der Nähe vom Camp stattfinden.

Ich bemerkte zu spät – an einem Punkt, wo umkehren keine Option mehr war – dass wir uns mehrere Stunden weit entfernt vom Lager aufhalten würden. Das Problem daran: verwaltungstechnisch wäre mir das als Verstoß gegen die Vorschriften, als Dienstvergehen oder ähnliches ausgelegt worden. Für meine Familie hätte das bedeutet, dass keine Absicherung da gewesen wäre.

Das ich auf Basis der Erfahrungen massive Probleme mit Studenten und Dozenten im Studium Onlinejournalismus, sowie auch Vorgesetzten in einer Redaktion hatte, kann ich beim Doc kaum erläutern. Letztlich ging es soweit, dass ich über fast zwei Jahre nicht in der Lage war in die Bachelorarbeit einzusteigen, um nicht einem Professor – Autoritätsperson – ausgeliefert zu sein.

Der Doc macht im Oktober 2015 daraus, es gäbe „Hinweise auf eine formale Denkstörung in Form eines Haftens an vermeintlichen Fehlern anderer“. Nein, lieber Doc – ich halte nur kein unkooperatives, autoritäres Verhalten mehr aus, was mich dazu bewegen soll Dinge zu tun, von denen ich weiß, sie sind falsch.

In der Wahrnehmung des Docs hatte ich während der Phase der Depression „wohl so eine Art Schreibblockade“. Autorität ist für mich noch heute ein Problem – insbesondere, wenn sich inkompetente Menschen über ihre höhere Position in der Hierarchie definieren und nicht mehr auf Augenhöhe reden wollen.

Das war wohl mit ein Grund dafür, warum ich in den Schritten der Behandlung außerhalb der Bundeswehr überhaupt wieder in der Lage war, Vertrauen zu Menschen aufzubauen. Nicht nur in Coaching und TRE-Therapie, die mich wesentlich entlastet haben. Auch im Umgang mit Kollegen entlang des Untersuchungsausschusses, den ich seit anderthalb Jahren begleite klappt konstruktives Arbeiten auf Augenhöhe. Dünkelbehaftete Divas (jederlei Geschlechts) ausgenommen, die es auch dort gibt…

Der Doc interpretiert es als „rücksichtsloses Verhalten“, wie dem Befund zu entnehmen ist, den ich selbstverständlich wider der Androhung auf dem Kuvert:

„Arztsache – Nur durch den Arzt oder sein beauftragtes Hilfspersonal zu öffnen. Unbefugtes Öffnen kann strafrechtlich verfolgt werden (§§ 020 StGB)“

geöffnet und gelesen habe. Es geht um mich. Und Vertrauen in das, was in Bundeswehreinrichtungen passiert, kann ich nach den Erfahrungen der letzten Jahre nicht mehr aufbauen. Punkt.


„Ich würde mich ja stundenlang mit ihnen über Politik unterhalten, aber ….“

Über die Erlebnisse rund um den Angriff auf das Camp Marmal und die Falschmeldungen an das Parlament, in denen vor allem Angaben über Festnahme und Verbleib der Kriegsgefangenen fehlen, mag auch er nicht reden. Genau das erlebe ich nun zum wiederholten mal. Im Bundeswehrkrankenhaus Hamburg war das anders.

Zum Aspekt, dass ich am Abend des 27.09.2008 die Personendurchsuchung auf der Fahrbahn am Lagereingang sah, den Gefangenen sah und wenige Tage später erfahren musste, dass dieser nach Übergabe an die afghanischen Polizei getötet wurde, kommen wir im Gespräch nicht. Weder inhaltlich, noch, was das emotional mit mir gemacht hat. Immerhin: die Gefangennahmen können seit der Veröffentlichung von „Afghanistan-Connection“ nicht mehr geleugnet werden.

Testung, Timing und Fragenbatterie

Schon im Vorgespräch wurde mir angekündigt, das die TRE-Methode nicht finanziert werden würde. Nicht möglich nach den gängigen Vorschriften und Vergütungsregeln. Danach erfolgte eine erneute Testung über rund 300 Fragen zum aktuellen Befinden. Tolles Timing. Im Abschlussgespräch erhielt ich noch einmal den Hinweis, die Methode wäre nicht anerkannt und könne daher nicht bezahlt werden.


Soweit, so gut – und dann wirds schräg

TRE als Methode ist nicht erstattungsfähig. Machen Sie doch TRE. Ja, wer an dieser Stelle nun einen Knoten in den Kopf bekommt – ich löse den nun gleich auf.

Der Doc bot mir an, ich könne ab Dezember bei einem Pfarrer, der im Trauamzentrum tätig werden wird dann auch TRE machen. Das die Methode kurz vor der Einführung in das Traumazentrum steht ist begrüßenswert. Ich habe sie als sehr hilfreich empfunden und würde auch gern noch mindestens ein weiteres Jahr unter Anleitung diese Übungen machen, bei denen ich auch mit der Therapeutin gezielt in den Austausch über Stressoren und mein Stressmangement gehen kann.

Doch das sieht das Konzept der Bundeswehr nicht vor. Ich gelte entweder als gesund und darf zur beruflichen Rehabilitation (Studium Kulturjournalismus) schreiten. Oder ich bin „krank“ und darf TRE und anderes in Anspruch nehmen.

Am Ende des Termins erhalte ich erneut das „TRE mit Pfarrer-In-House-Angebot“. Ich erkläre ruhig und bestimmt, dass ich ein Vertrauensverhältnis zur Therapeutin aufgebaut habe, über Monate gute Erfolge in der Therapie hatte und – vor die Wahl gestellt – lieber gänzlich auf TRE und Therapeutin zu verzichten, als mit einem neuen Therapeuten bei Null anzufangen und wieder über wesentliche Aspekte, die in den letzten Monaten mehr und mehr in den Hintergrund rücken konnten auf ein Neues reden muss.

Aber sicher war auch das wieder rücksichtslos von mir.

Finanzierung

TRE- und Coaching schlugen mit rund 400 Euro im Monat zu buche. Mit dem Coaching war ich nach 11 von geplanten 10 Sitzungen gut aufgebaut. Mittlerweile habe ich – wenn auch etwas holperig – die Bachelorarbeit abgeschlossen (und hoffentlich auch bestanden). Dennoch: der Aspekt der Reflexion mit einer Therapeutin, ob ich genug tue, wenn es um Stressmangement geht, wäre immernoch hilfreich. Mehr, als zwei Sitzungen pro Monat würde ich nicht mehr in Anspruch nehmen.

Ja, ich habe zwar die Phase der Bachelorarbeit seit Juni 2015 ohne TRE-Begleitung absolviert – gut hat es sich aber nicht angefühlt. Aber besser weiterhin keine begleitete TRE, als umgeben von Uniformträgern in den Einrichtungen der Bundeswehr.

Dran wäre auch, dass ich den Studienkredit abbaue, der dafür gesorgt hat, dass ich in der Phase der „Anerkennung und Feststellung der Wehrdienstbeschädigung“ nicht in HARTZ4 und damit ohne Abschluss aus dem Studium gekickt wurde.Der Teilzeitjob in einem Callcenter konnte zusammen mit dem Kredit gewährleisten, dass ich auch nicht vom Unterhaltssicherungsamt zum Abbruch des Studiums genötigt wurde. Es ist ein Wunder, dass ich diese Phase ausgehalten und regelmäßig die Unterhaltszahlungen für meine Kinder zusammengebracht habe.

Mit zusätzlichen 250 Euro Therapiekosten kann ich nicht beginnen, den Studienkredit abzutragen und werde nach Ende des Studiums Kulturjournalismus wohl als „gesund“ mit Schulden starten. Schulden aus dem Wehrdienstbeschädigungsverfahren, denn eigentlich hatte ich den Studienkredit 2012 aufgenommen mit der Absicht nur 6 Monate in Anspruch zu nehmen. Dank der langen Verfahrensdauer wurden nun aber 24 Monate daraus.

Anyway: es ist nur Geld.

Diagnose

Immerhin: es sind im Profil „keine klinisch relevanten Dysfunktionalitäten abgebildet“.

Noch dazu sei ich „vorsichtig, kritisch, misstrauisch,nachtragend“. Ja, liebe Bundeswehr, wenn das mal nicht an euch und eurem Therapiekonzept liegt. Und hey: nur, weil ihr das als Paranoia verstanden wissen wollt, heißt das eindeutig NICHT, das sie NICHT hinter mir her sind ( <- ich sollte solche Witze echt nicht machen - die verstehen eh nur Twitterer.) Und danke auch für "energisch, zielstrebig, ehrgeizig" - das mochtet ihr ja laut meinen Beurteilungen schon während meiner Dienstzeit und habt es immer positiv hervorgehoben. Interessant, dass das Adjektiv "gewissenhaft" bei euch in psychometrischen Befunden auftaucht. Erhöhte Werte auf einer Subskala legen nahe, ich sei "eigenwillig bis unkonventionell, originell und exzentrisch". BÄMM!!!! Danke dafür, aber interpretiert es doch nicht in Richtung Shizophrenie. Gute Basis für den Journalismus. Und hey: wenn mir nach tanzen durch Berlin ist, dann tue ich das. Lachflash galore – Funfact am Rande

Ich zitiere den ersten Satz aus dem Abschnitt „Befund“:

„Sportliche, trendbewusste Person, schwarz gehaltene legere Freizeitbekleidung, Gepflegter, mittellanger Haarschnitt.“

Ich lache hart und bin zugleich froh, dass ein Mensch, der während seiner Arbeitszeit zu 70 bis 80 Prozent von Personen in jeglicher Art von Uniform und Jogginganzugkombination umgeben ist mich trendbewusst nennt.

„Wiedervorstellung bei Bedarf“ – danke, ich hatte reichlich!

Ich lege weiterhin keinen Wert auf die Institution Bundeswehr. Dennoch bin ich auf den Ausgleich der Nachteile angewiesen, die durch zu wenig Qualifikation und zu viele Einsätze in zu kurzer Zeit enstanden sind. Die Wehrdienstbeschädigung ist anerkannt und ich werde es nicht hinnehmen schlechter qualifiziert auszuscheiden, als das zu Beginn meiner Bundeswehrzeit mal vorgesehen war.

Deutlich aber wird wiedereinmal, dass das Nachsorgekonzept in wesentlichen Punkten weiterhin hakt. Dazu zählt auch, dass die Behandlung im Rahmen der „Freien Heilfürsorge“ – also quasi bundeswehrintern erfolgt. Der „Geschädigte“ muss sich also mit dem „Schädiger“ auseinandersetzen, wenn es um die Genesung geht.

Das ist ein Abhängigkeits- und Zwangverhältnis, das die Therapie immer wieder bremst und so nur noch mehr Kosten über eine längere Zeit entstehen lässt. Warum wird die Schutzzeit nicht in ein zivil-beamtliches Verhältsnis eingegliedert, bei dem der Geschädigte die Wahl hat, sich rein zivil behandeln zu lassen? Ja, auch dort würde die TRE-Methode derzeit nicht bezahlt. Aber es gäbe wenigstens Ärzte ohne die Bundeswehr-Schere im Kopf.

Die „Geschädigten“ sind übrigens Menschen, wie ich. Menschen, die unter psychischen, seelischen oder moralischen Nachwirkungen der Dienstzeit leiden. Den Menschen wurde Fürsorge als selbstverständlich zugesichert, und als es darauf ankam, mussten sie sich diese Fürsorge erstreiten oder erhielten sie schlichtweg nicht.

Es sind Menschen, die teilweise bei Eintritt in ihren Beruf über wesentliche Aspekte des Dienstes überhaupt nicht oder nur unzureichend informiert wurden und mangels Erfahrung im und mit dem System nicht absehen konnten, welche Konsequenzen das haben würde.

Menschen, die auf seelischer und moralischer Ebene damit zu kämpfen haben, dass die Genfer Konvention für den Umgang mit Kriegsgefangenen zwar als wesentliche Leitlinie in allen Ausbildungen geschildert wird, aber letztendlich in den rechtlichen Konstrukten der internationalen Einsätze bis zur Unkenntlichkeit gebeugt wird. Wie erklärt ihr es mir sonst, dass aus Unterlagen an den Verteidigungsausschuss die Angaben zu Gefangennahmen verschwinden ?

Viele Menschen draußen haben die Taktik der Anwerber längst durchschaut, protestieren gegen den Einsatz von Jugendoffizieren an Schulen und gegen die Praxis, das die Notlage von Menschen ausgenutzt wird und berufliche Versprechungen, wie „Bundeswehr – nicht jeder bei uns trägt Uniform“ gemacht werden. Formal ist der Spruch korrekt – aber sagt bitte auch dazu: „Bundeswehr – mit der Genfer Konvention nehmen wir es auch nicht immer so genau“.

Danke, Herr von Bülow!

In Redaktionen spricht man schon mal von „Pietätshalde“. Gemeint ist die Schublade oder der Dateiordner mit vorbereiteten Nachrufen, die nur noch grob ergänzt werden müssen, für den Fall, dass eine bekannte Person dann doch verstorben ist. Der falsche Knopf zur falschen Zeit lässt da schon einmal jemanden zu früh aus dem Leben scheiden. Zumindest presseöffentlich.

Die Rechte an diesem Bild gehören der dpa. Sie dürfen die auch behalten. Ich möchte nur die Anzeige zeigen.

Die Rechte an diesem Bild gehören der dpa. Sie dürfen Sie auch behalten. Ich möchte nur die Anzeige zeigen.


Es ist selten, dass ein Redakteur zwei Mal einen Nachruf auf ein und dieselbe Person verfasst. Aber, Herr von Bülow, am vergangenen Samstag war es dann doch nötig. Die Universität der Künste hatte zum Auswahlgespräch eingeladen. Es geht um einen Masterstudienplatz im Fach Kulturjournalismus.

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Aktueller Schriftverkehr – Reißleine!

Morgen beginnt die Bearbeitungszeit meiner Bachelorarbeit. Da im aktuellen Fall seit Monaten erst keine Reaktion. Danke an den Wehrbeauftragten für Wiederbelebung der Kommunikation des San-Bereich durch meine Eingabe und ihre Intervention am 26.06.2015. Das aktuelle Begehr der Bundeswehr (wer auch immer das sein mag) ist, mich zu einer wehrpsychiatrischen Begutachtung einzuladen, um meine seit Monaten gut und erfolgreich laufende Therapie zu hinterfragen. All das zu einem Zeitpunkt, an dem ich wegen dem Abschluss meiner Bachelorarbeit, die konzipiert und verbindlich angemeldet ist und ab morgen zu bearbeiten ist.

Was hat er denn?

Ich habe nach meiner Teilnahme an Auslandseinsätzen in Afghanistan mit wenig Ausbildung, dafür aber punktuell sehr großer Belastung und all das über einen längeren Zeitraum mit immer wieder auch lebensgefährlichen Situationen mit einer Stresserkrankung zu tun. Nach einer traumatischen Erfahrung habe ich eine Stresserkrankung. Im Englischen mit „Post-Traumatic-Stress-Disorder“ übersetzt. Im deutschen Terminus wird aber aus der „Disorder“, die sich auch mit „Erkrankung“ übersetzen ließe eine „Störung“. Ein nicht gerade positiv besetztes Wort..

Während also ein Bürojob mit einem sozial-inkompetenten Chef und kontinuierlicher Arbeitsüberlastung zu einer gesellschaftlich anerkannten Stresserkrankung „Burnout“ führen kann, habe ich eine amtlich anerkannt „Störung“.  Eine Störung, hervorgerufen durch
– die lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen in Afghanistan („Islamkarrikaturen 2006“, Anschläge, erhebliche Bedrohungslage) und
– einen sozial-inkompetenten, englischsprachlich  und auch sonst fachlich unqualifizierten Chef,der sicherheitsrelevante Informationen erst nicht verstand, dann schlecht vermitteln konnte
und uns damit aber auf den Weg schickte (wir stellten leider erst dann fest, was er uns verschwieg,wenn es schon zu spät war)

Der Begriff „Störung“ bestimmt auch den Umgang, den Teile der Verwaltungsebene mir gegenüber pflegen. Der Mann ist gestört.

Es lebe die Leistungsgesellschaft

Das ich immernoch ohne Berufsabschuss bin hat für mich derzeit erhebiche Nachteile. Ohne ein Studium gelte ich zum Beispiel in der Künstlersozialkasse nicht als Akademiker, sonder als Studienabbrecher oder unstudiert. Im Krankheits- oder Versorgungsfall sind das erhebliche finanzielle Nachteile.

Mein erlernter Beruf „Offizier“ ist nur dann von Relevanz, wenn ein entsprechendes Studium abgeschlossen wurde. Und das ist nach nunmehr 7 Jahren dringend mal notwendig. Studium 1 – Informationsmanagement (2 Jahre) – habe ich abgebrochen, da ich am Wohnort studierend den Spagat zwischen Studium und Familie nicht hinbekommen habe. Studium 2 – Onlinejournalismus – verlief trotz scheiternder Ehe, Trennung und der sich immer weiter verschärfenden Depressions- und PTBS-Problematik bis 2012 absolut im Zeitplan und erfolgreich (Notenstand 1,5). Neben Aufarbeitung und Therapie in 2013 und 2014 bin ich seit Mitte 2014 wieder auf dem Weg arbeitsfähig zu werden. Rückschritte gab es immer dann, wenn ich mich lange Zeit um nichts anderes kümmern konnte, als darum z.B. eine bezahlbare Krankenversicherung zu haben. Alles hier im Blog nachzulesen – den Exkurs tue ich mir  heute nicht an.

Die mir selbst gesetzte Belastungsprobe im Zeitraum Mai / Juni hat mich dann auch bestärkt, letztlich in die Bachelorarbeit einzutreten und mich auch für das Folgestudium zu bewerben.

Derzeit habe ich eine – für mich positiv laufende – Therapieform gefunden.

Ob der „Schädiger Bundeswehr“ diese Therapieform weiter tragen wird: ungewiss.

Das der „Schädiger Bundeswehr“ einen eigenen Therapieweg diktiert: davon ist auszugehen.

Anbei der aktuelle Schriftverkehr – es ging heute morgen wieder eine Reaktion von Seiten des Sozialdiensts ein. In der Konsequenz werde ich – als Schutzmaßnahme während der Bachelorarbeitsphase – von diesem Verwaltungsvorgang zurückziehen. Da mir die finanziellen Reserven fehlen muss ich die kommenden Wochen in der Hochstressphase ohne therapeutische Begleitung auskommen. Diese Phase habe ich nun schon zum zweiten Mal in diesem Jahr – zuletzt dauerte die Phase von Dezember 2014 bis Ende Januar 2015. Ich hatte damals doch glatt gewagt, nach einem Sachstand zu fragen, als eine angekündige Zeitlinie zunächst nicht gehalten wurde und auf Nachfrage dann mehrfach nach hinten wanderte.

Verwaltungs-Folge-Schädigung – ist das eigentlich mittlerweile eine anerkannte Krankheitsdiagnose?

Anbei der heutige Schriftverkehr. Auf Seiten des Sozialdienstes versuchen Mitarbeiter derzeit ihr Bestes, die beteiligten Stellen zum nachdenken anzuregen. Die Frage bleibt, warum eine laufende Therapie zu einem echt kritischen Zeitpunkt hinterfragt und durch belastende Untersuchungen die positiven Entwicklungen gefährdet werden.  Doch vor September wird es darauf keine Antwort geben. Ich breche aus Gründen des Selbstschutzes heute mit Ansage die Kommunikation in diesem Fall zunächst ab.

 

Sehr geehrte [Sozialdienst Bundeswehr ]XXX,

dann ändert sich am Problem weiterhin nichts. Ich muss demnach durch die Bachelorarbeit ohne therapeutische Begleitung und die Sanität besteht weiterhin auf einer Begutachtung, bevor irgendwelche Kosten übernommen werden.

Der offizielle Bearbeitungszeitraum der Bachelorarbeit beginnt morgen. Bitte sehen Sie mir nach, dass ich ab diesem Zeitraum:

1. eMails mit „…@Bundeswehr.org“ ungelesen löschen werde
2. keine Telefongespräche mit Bundeswehrstellen führen werde
3. Post ungeöffnet lassen werde.

Was zwischen Ende April und fast Ende Juli nicht sinnvoll zu lösen war, wird sich kaum in den kommenden Wochen lösen lassen.

Ich lasse den erfolgreich verlaufenden Therapieweg nicht in Frage stellen – es wäre an der Zeit, diesbezüglich auch mal eine Einschätzung einer fachlich kompetenten Stelle (Nicht SanBereich, Allgemeinmediziner XXX, nicht Büro PTBS-Beauftragter, Verwaltungsbeamter XXX- vermutlich Leiter Traumastation, BwK) einzuholen.

„Pillen und Sport“ sind kein Option und auf Basis einer Wehrpsychiatrischen Begutachtung nun einen erfolgreich laufenden Therapieweg einzustellen kommt nicht in Frage.

Und selbst wenn die Bundeswehr mittlerweile andere Wege gehen sollte: ich setze mich nicht dem Stress aus, erneut ein Vertrauensverhältnis zu einem neuen Therapeuten aufzubauen, alles bei Null zu starten oder in Kauf zu nehmen, dass die behandelnden Ärzte wieder nach Gusto und Verfügbarkeit  der Bundeswehr wechseln, versetzt werden oder wegen „Reformen“ an anderer Stelle verfügbar sind.

Bitte lassen Sie mich im Laufe des Tages wissen, in wie weit eine Schweigepflichtentbindung gegenüber den durchführenden Personen Therapie & Coaching notwendig ist, damit eine Sachstand über den bisherigen Therapieverlauf angefragt werden kann, ohne mich dem erneuten Stress einer Begutachtung auszusetzen.

Generell rege ich an, diese Begutachtungen im Jahresabstand oder bei Problemen in der Therapie anzusetzen und nicht, weil es gerade im Rahmen eines Verwaltungsschritts ein Begehren gibt.

Ich danke ihnen an dieser Stelle für ihre Vermittlungsversuche

Gruß

Daniel Lücking

Am 21.07.2015 um 09:19 schrieb [Person SozialDienst]XXX@bundeswehr.org:

Sehr geehrter Herr Lücking,

nach Rücksprache mit dem Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr, Referat I 2.3.4, [Person]  XXX bearbeitet XXX Ihre Anträge auf Heil- und Krankenbehandlung (Erstattung der Therapie- und Coachingkosten bis zur Wiedereinstellung in das Wehrdienstverhältnis der besonderen Art).
Diese Bearbeitung ist noch nicht abgeschlossen.

Ggf. wird sich XXX hinsichtlich der Erstattungsfähigkeit Ihrer Coachingkosten mit Ihnen in Verbindung setzen.

Ab Ihrer Wiedereinstellung in die Bundeswehr (seit 16.03.2015) liegt die Erstattung von Behandlungskosten wieder im Bereich der Heilfürsorge und muss mit dem Truppenarzt hinsichtlich des eingeschlagenen Therapieweges wie bereits ausführlich thematisiert im Zuständigkeitsbereich des Sanitätsversorgungszentrum der Bundeswehr Berlin-Wedding entschieden werden.
Sowohl der OSA XXX als auch [Verwaltungsbeamter PTBS-Beauftragter] XXX  haben sich hierzu bereits mit Ihnen ausgetauscht und das Verfahren erläutert. Neue Informationen liegen mir hierzu nicht vor.

Ich selbst habe auf dieses Verfahren leider keine Einflussmöglichkeit und kann Ihr Anliegen nur immer wieder an die entsprechenden Stellen weiterleiten und bei der Koordinierung unterstützen. Dies habe ich seit 16.03.2015 versucht und Sie darüber auch regelmäßig informiert.

Ihre Mail vom 16.07.2015 werde ich entsprechend des medizinischen Inhaltes an das SanVersZ Berlin, XXX OSA XXX  mit der Bitte um Prüfung weiterleiten.

Hinsichtlich Ihres Studienabschlusses und dem daran anschließenden Masterstudiums stehen Sie bereits mit dem BFD-Berater XXXX in Kontakt.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag


Sozialdienst Julius-Leber-Kaserne Berlin
_______________________________
BwDLZ Berlin

Von:        
An:        wehrbeauftragter@bundestag.de, BMVgBeauftrPTBS@BMVg.BUND.DE, 
Kopie:        
Datum:        16.07.2015 17:12
Betreff:        Aktuelle Eingabe und weiter Verlauf der Therapie


Sehr geehrte Damen und Herren,

es sind weitere 8 Tage ohne eine Regelung für die Therapiekostenerstattung zwischen März und Juli vergangen.

Da ich mittlerweile die Bestätigung der Hochschule habe, dass ich meine Bachelorarbeit nun doch im Juli und August schreiben und abschließen kann, liegt der Fokus nun voll auf dieser Arbeit.

Warum insbesondere dem PTBS-Beauftragten-Büro die Empathie zu fehlen scheint, was ein wehrpsychologische Begutachtung zum jetztigen Zeitpunkt für negative Auswirkungen auf meine Leistungsfähigkeit hat / haben kann, kann ich nicht verstehen.

Warum es nicht ausreichen soll oder möglich ist,  eine Auskunft bei der Therapeutin zum Stand der Behandlung einzuholen (Name und Anschrift ist ihnen bekannt) konnte und wollte bisher niemand erklären.

Wie im aktuellen Blogartikel angekündigt, werde ich mich dieser Form der Zersetzung nicht weiter aussetzen und in den nächsten Tagen das Studiendarlehen reaktivieren, um die Behandlungskosten selbst zu tragen.

https://daniel-luecking.berlin/ptbsblog/2015/07/es-koennte-so-einfach-sein/

Lieber gesund und verschuldet, als unter dem Diktat des Schädigers krank gehalten!

Es ist mir unverständlich, wie die Organisation Bundeswehr einerseits klagt, es seien nicht genug qualifizierte Traumatherapeuten verfügbar, aber gleichzeitig eine gut laufende, sinnvolle Therapie durch Wehrpsychiatrische Untersuchungen torpedieren will.

Ich kann zum derzeitigen Stand nur festhalten, dass ich derzeit einen Finanzierungsbedarf von rund 400 bis 500 Euro monatlich im Bereich der Therapie habe. Je eine Sitzung Coaching oder Traumatherapie im wöchentlichen Wechsel – ein Rythmus, der sich an sich sehr gut bewährt hatte.

Ich bleibe weiterhin dabei, dass ich keiner Medikamentierung durch die Bundeswehr zustimme. Den Nebenwirkungen von Psychopharmaka setze ich mich nicht aus. Es ist auch unnötig, da die derzeitige Therapiekonstellation in Verbindung mit dem Medikament Laif 900 für mich gut funktioniert.

All das im Abstand von wenigen Monaten immer wieder aufs neue Bescheinigen oder in Frage stellen zu sollen läuft dem Therapieerfolg zuwider. Eine Möglichkeit zur Ruhe zu kommen besteht unter diesen Umständen nicht und war auch in den Wochen davor kaum gegeben.

Ich bitte das Büro des Wehrbeauftragten darum auf eine Zusicherung hin zu arbeiten, das ich
– in der Wahl des Therapeuten frei bleibe
– die Kosten der Therapie getragen werden
– und wehrpsychiatrische Untersuchungen allenfalls in einem zumutbaren Zeitraum stattfinden.

Meine Letzte Untersuchung war im November 2014 und ich habe damals dem begutachtenden Arzt ausführlich auch über die Art und den Verlauf der Therapie berichtet.

Ich werde das über Monate aufgebaute Vertrauensverhältnis zur Traumatherapeutin nicht zugungsten des „Wunschbehandlungsplans der Bundeswehr“ über den Haufen werfen.

Aus Rücksicht auf die laufende berufliche Eingliederung bzw. das Studium bitte ich darum, dass die Termine zu Begutachtungen maximal einen Tag in Anspruch nehmen und bevorzugt in Berlin oder in Hamburg stattfinden.

Ich bitte darüber hinaus darum, dass ein klarer Anspruch an Art und Umfang der geforderten Mitwirkung meinerseits definiert wird. Dieser besteht bisher nicht, außer dem „Quasi-Befehl“,  das die Verwaltungsinstanz aus dem Büro des PTBS-Beauftragten auf einer Begutachtung besteht.

In jedem Fall:

Nach jetzigem Stand schließe ich die Bachelorarbeit mit der mündlichen Verteidigung voraussichtlich im September ab. Daher stehe ich frühestens ab Oktober 2015 für einen Begutachtungstermin zur Verfügung.

Ich würde mir Wünschen, dass alle Stellen lösungsorientiert agieren und akzeptieren, dass ich nicht einfach eine gut laufende und funktionierende Therapie abbreche, weil irgendeine Verwaltungsvorschrift erst Monate nach Beginn der Therapie auf mich angewendet wird.

Gruß
Daniel Lücking

 

Informant? Gefährder? Mobbing?

Es gibt Zufälle. Und manchmal glaube ich sogar an Zufall. Anlass für diesen Text ist etwas, bei dem ich nicht an Zufall glaube.

150717_ThomasGlose

Tweet im Postfach

Durch den öffentlichen Umgang mit meiner Einsatzschädigung unter http://www-wir-dienten-deutschland.de ist einiges über mich nachlesbar. Das wird auch so bleiben, denn solange mein Lebensunterhalt durch die Bundeswehr weiterfinanziert werden muss, habe ich als Journalist auch ein Glaubwürdigkeitsproblem. Darüber hinaus stehe ich hinter der Auffassung der Freischreiber (Berufsverband freier Journalisten) und mache mögliche Verwicklungen von journalistischer Arbeit und Honoraren transparent.

Freischreiber

Freischreiber zum Thema Unabhängigkeit

Ich hatte in den letzten Jahren mit der Anerkennung einer Stresserkrankung zu tun. Seit der Diagnose und Therapie in 2013 arbeite ich mich Stück für Stück wieder in meinen Beruf und auch in den Abschluss meines ersten Studiums (Bachelor). Die Bachelorarbeit steht in den nächsten Tagen und Wochen auf dem Programm. Der Ballast aus der Bundeswehrzeit ist da alles andere als hilfreich. Die größte Heraussforderung ist mein Stressmanagement und war der Umgang mit Depressionen.

In den rund 2 Jahren nach der Diagnose ist mir zumindest gelungen, die Anzeichen und Auswirkungen von Depressionen zu verstehen sowie durch die notwendige Achtsamkeit sehr bewusst mit Tiefs und Erschöpfung umzugehen. Derzeit begleitet mich ein Coach, mit dem ich regelmäßig meine Pläne und Zielsetzungen reflektiere und ich arbeite mit einer Traumatherapeutin zusammen, um regelmäßig Stressabbau unter qualifizierte Anleitung zu betreiben (siehe dazu TRE-Methode).

Ich bin einer der zahlreichen Menschen, die nach einem Knick im Lebensweg, einem Burnout oder der Mid-Life-Crisis auf diese Instrumente der angeleiteten Entspannung oder therapeutischen Begleitung angewiesen sind. Nach Kriegs- und Krisengebietserfahrung ist das auch kaum verwunderlich. Hipper wäre natürlich zu sagen „Ich gehe den Weg der Zen-Buddhisten“ oder von einem „Streben nach mehr Work-Live-Balance“ zu sprechen.

Ich sag es ganz offen: der Staatsdiensts zwischen 1998 und 2010 hat mich krank gemacht. Die Phase, bis der Schädiger zu seiner Verantwortung stand hat zu Schulden geführt, ohne deren Aufnahme ich als HARTZ4-Versorgungsfall und ohne Berufsabschluss geendet wäre. Und aus all dem arbeite ich mich gerade wieder heraus.

Seit Mai 2014 bin ich erstmals wieder an journalistischen Themen aktiv und belaste mich sehr bewußt, sehr gezielt und Stück für Stück mehr.

Meine Arbeit am Thema NSA-Untersuchungsausschuss war und ist dabei nicht nur Belastungserprobung sondern auch eine Stütze, den sie zeigt mir, wie arbeitsfähig ich bin. Von der Begleitung einzelner Sitzungstage über die Teilnahme an den Pressegesprächen der Fraktionen bis hin zur Teilnahme an der Regierungspressekonferenz.

Gehaltssituation & Bundeswehrbezug

Es ist für manche schwer nachvollziehbar, dass ich derzeit ein volles Bundeswehrgehalt (Besoldungsgruppe A10) beziehe und sogar eine Ausbildungsförderung erhalte, mich aber dennoch hochgradig bundeswehrkritisch äußere. Ich setze mich damit einem großen Druck aus, denn durch die „Schutzzeit“ stehe ich in einem Rechtsverhältnis, das dem Soldatengesetz unterliegt und es kann jederzeit zu Druck aus dem „Apparat Bundeswehr“ kommen.

Das kann aus Richtung der Vorgesetztenebene kommen, wenn meine Äußerungen einem Egomanen in die Quere kommmen, der dann die Hierarchie zum Einsatz bringt und mich unter Druck setzt. Das wäre zwar wider den Unternehmensrichtlinien (Grundsätze der Inneren Führung), hält aber viele Machtmenschen innerhalb des Systems nicht ab, Menschen gezielt zu zerstören.

Das kann aber auch interne Gruppendynamik der „Treuen Diener“ sein, die aus einem falsch verstandenen Berufsbild heraus zwar Missstände wahrnehmen, aber diese nie äußern würden, weil sie es als Treue-Bruch verstehen würden. Die Gruppe der „Treuen Diener“ hat dabei immer wieder eine Schnittmenge mit der Gruppe der „Wehrmachts-Fans“, der „Kämpfer-Ethos-Fans“ sowie – plain and simple der Gruppe „rechtskonservativer Arschlöcher“.

Alles nicht rechtmäßig, aber doch nachvollziehbare und (internet-)öffentlich belegte Erfahrungen. Das zeigen zahlreiche Fälle der vergangenen Jahre, in den Gewissensentscheidungen von aktiven Soldaten nicht respektiert wurden und in kürzester Zeit zu Mobbing innerhalb der Bundeswehr-Hierarchie führten. Kritiker (z.B. Andreas Timmermann Levanas) wurden durch ärztliche Gutachten bis zur Dienstunfähigkeit malträtiert, weil sie es wagten, Kritik zu äußern.

Eindrucksvoll dargestellt ist das zum Beispiel rund um Phil Klever in diesem Video:

In vielen dieser Fälle müssen Schlichter tätig werden, die ein wenig (Beauftragter für PTBS- und Einsatzgeschädigte Soldaten) oder gänzlich ausserhalb der Hierarchie (Wehrbeauftragter) stehen. Und diese Schlichter haben viel zu tun. Kommen Sie nicht zum Einsatz, leiden die betroffenen Soldaten unter Repressalien von aggressiven Vorgesetzen oder unter den Auswirkungen einer überforderten Verwaltung, die durch permanente Umstrukturierung, personelle Unterbesetzung oder finanzielle Auflagen nicht in der Lage ist, Anträge zeitgerecht oder im Sinne der Soldaten abzuarbeiten. Alles regelmäßig nachzulesen im Jahresbericht des Wehrbeauftragten und keine Erfindung meinerseits.

Insofern kann ich über all das auch kritisch schreiben. Auch, wenn es die PR-Abteilung der Bundeswehr zum kotzen bringt, die das Hochglanzbild der Werbung aufrecht erhalten will, über das jeder Soldat nur den Kopf schütteln kann, der die Missstände im Alltag wahrnimmt oder an unteschiedlichsten Stellen auszubaden hat.


Motivation für diesen Beitrag

Es sind ein paar Tweets, die nicht einmal lange online sind, mich aber dennoch erreichen (sollen). Sie werden bei Twitter scheinbar sofort wieder gelöscht. Die Nachricht und der Inhalt landen dennoch in meinem Postfach und sind in der Welt:

150718_ThomasGlose_2

Screenshot aus eMail-Eingang

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Tweet im Postfach – unmittelbar nach senden & Fav durch User wieder gelöscht

150718_ThomasGlose_3

Antwort an User @TGLBerlin – mittlerweile wurde der Account gänzlich gelöscht.

Der User ist so schnell verschwunden, wie er sich ein Profil verschafft und provoziert hat. Zunächst wählte der User einen Namen aus meinem Blog, der mit meinem aktuellen Streitfall verbunden ist. Derzeit brennt rund um die Übernahme der Kosten für die Therapie wieder einmal die Hütte und ich werde wohl die sinnvolle therapeutische Begleitung weiterhin aus eigener Tasche finanzieren müssen.

Um an den Namen eines der Bearbeiter zu gelangen muss mindestens bis Januar 2015 im Blog zurückgelesen werden. Also schon einmal Aufwand.

Don’t feed the trolls

Es wäre schön, wenn es so einfach wäre. Durch meine Zugehörigkeit zur Piratenpartei in 2013 / 2014 sowie meine anti-faschistische Positionierung landete mein Twitter-Account auch in der Erfassung einer offenbar rechts-motivierten IT-Crew, die automatisiert die Tweets von unliebsamen Menschen screenshottet. Ganz abgesehen davon, dass ich mit großer Wahrscheinlichkeit ob meiner journalisitischen Themenwahl im Fokus der „OSINT-Sammler“ stehe: „Open Source Intelligence“ – die Informationssammlung aus offenen Quellen.

Aktionen, wie diese bringen mich in Bedrängnis, denn es könnte unterstellt werden, ich sei selbst der Initiator. Bin ich aber nicht. An Abenden vor Auswahlgesprächen für meinen Masterstudiengang habe ich definitiv anderes zu tun, als mich mit diesem Müll zu befassen.

Denkbar wäre unter Umständen ein Informant, der auf diesem Wege versucht Kontakt aufzunehmen. Diesem Personenkreis sei gesagt, dass es ob der automatisierten Screenshot-Erfassung der mein Twitter-Account unterliegt (und anderer Mitleser) ein insgesamt eher unüberlegter Weg ist, mich erreichen zu wollen. So ziemlich das Letzte, was ich tun würde ist, mich auf diesem Weg zu einem Treffen zu verabreden.

Effekte auf mich

Nein, ich werde nicht davon abrücken Ross und Reiter zu benennen, wenn es um Kommuniktation mit Behörden, wie der Bundeswehr geht.

Nein, ich werde meine Twitter-Aktivitäten auch bei Mobbing-Attacken nicht einstellen.

Nein, ich werde weder politisch, noch journalistisch irgendetwas an meinen Positionen ändern, nur weil Druck ausgeübt wird.

Ja, sowas kostet Zeit.

Ja, es erzeugt Druck (aber das gehört wohl dazu).

Ich kann nur appelieren, sich keine Späße in dieser Hinsicht zu erlauben. In den letzten Jahren hatte ich wegen meinem transparenten Umgang mit der Einsatzschädigung deutlichste Drohungen aus dem rechtsradikalen Millieu und mein Beruf „Journalist“ im Medium „Online“ macht es nicht leicht, sich dem zu entziehen. Ich habe mir nunmal ein Medium mit Rückkanal ausgesucht, auch, wenn mir ein Radio oder Fernsehsender mit der klassischen „Wir senden – ihr empfangt“-Aufstellung wohl deutlich weniger Stress bereiten würde, als solche blöden Aktionen, wie die aus den letzten drei Stunden.

Aber: gut, dass wir mal drüber geredet haben ^^

Es könnte … so einfach sein …

…ist es aber nicht!

Seit dem 27.04.2015 habe ich wieder einmal ein paar sehr einfach Fragen gestellt.

Wo kann ich die Therapierechnungen einreichen?
Welche Schritte sind notwendig, um die Therapiekosten erstattet zu bekommen?

Wohl gemerkt: die Bundeswehr hat viel zu wenig Kapazitäten und sucht auch 2015 nach geeigneten Psychiatern und Therapeuten, um der steigenden Zahl an belasteten Soldaten Herr zu werden. Aber behandeln sollen eben nur die Ärzte, die unter Bundeswehrkonditionen unter Vertrag sind – andere Wege gehen oder zivile Heiltherapeuten finanzieren? Offenbar für die Verwaltung undenkbar.

Seit der ersten Maiwoche hatte der Sozialdienst meine Unterlagen und kümmerte sich nach Kräften.

Seit dem 26.06.2015 ist der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages eingeschaltet.

Immerhin:

Am 29.06.2015 erste Lebenszeichen von einem Arzt aus der Bearbeitungskette.
Am 03.07.2015 ein Eingangsbescheid, das die Schreiben aus dem Mai am 26.06.2015 eingegangen sind. Datum: identisch mit der Eingabe beim Wehrbeauftragten.
Zwischenzeitlich die Info, das zumindest von September 2014 bis März 2015 die Kosten übernommen werden. Zumindest mündlich: schriftlich liegt mir noch nichts vor.

Absolut daneben:

Keine Kostenübernahme der laufenden Therapie, bevor ich nicht zu einer weiteren wehrpsychologischen Begutachtung im Bundeswehrkrankenhaus war.

Die Begutachtung wird zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt eingefordert. Ich habe in den nächsten Wochen die Bachelorarbeit zu schreiben, die nun wie geplant laufen kann, nachdem sich die Studiengangsleitung nochmal bezüglich des Bearbeitungszeitraums schütteln und prüfen musste.

Nun fordert der Schädiger Bundeswehr ein über meinen Therapieweg bestimmen zu können und setzt eine Untersuchung an, die hochgradig belastend ist und bei der ich vor, während und auch Tage nach dem Prozedere mit mir und den Erinnerungen zu kämpfen habe. Es geht mir in solchen Zeiten nicht nur psychisch schlecht sondern eben auch körperlich.

Andere Optionen ohne Belastung für mich, wie zum Beispiel die Einholung eines Therapiestands z.B. bei meiner Therapeutin wurden nicht vorgeschlagen.

Die Realität der kommenden Wochen:

Da ich die Rechnungen von März bis Juni in der Annahme, das der Therapieweg durch die Bundeswehr gezahlt wird allesamt beglichen habe, stehe ich nun finanziell mit dem Rücken zur Wand und kann nicht weitere zwei Monate eine Therapie, die zwar hilft ins Blaue hinein vorfinanzieren, ohne Gewissheit, ob die Kosten erstattet werden.

Die Termine bei meiner Traumatherapeutin wahrzunehmen wäre hilfreich – aber es ist nicht möglich.

Der Schädiger bestimmt, wie meine Genesung und Therapie abzulaufen hat und belegt ein ums weitere Mal, dass nicht das Patientenwohl und der Behandlungserfolg im Vordergrund stehen, sondern irgendwelche Verwaltungsformalien.

Nachdem ich in dieser Woche einer Menschenrechts-Organisation ein Interview zu meinem Fall und zu anderen Aspekten mit Bezug zu diesem Thema gegeben habe merke ich deutlich, dass ich solche Belastungen in den nächsten Wochen besser vermeide, um nicht in Depressionen und Isolation zu enden. Dem Interviewer selbst ist kein Vorwurf daraus zu machen. Da ich Interviewsituationen deutlich entspannter begegne, als „ärztlichen Begutachtungen durch den Schädiger“ ist der erwartbare Effekt einer wehrpsychologischen Begutachtung sicherlich nicht positiv.

Da in dieser Woche neben einem Gespräch mit meinem Professor der Start der Bachelorarbeit ansteht und ein Bewerbungsgespräch für den Masterstudiengang ab Oktober läuft, werde ich nun einen deutlichen Schlussstrich unter das Verwaltungsmobbing ziehen. Wahrscheinlich werde ich den Studienkredit wieder aktiveren müssen und daraus dann die Behandlungskosten für die FUNKTIONIERENDE TRAUMABEHANDLUNG selbst tragen, statt mich im Halbjahresrythmus durch verwaltungsinduzierte Wehrpsychologische Untersuchungen zurückwerfen zu lassen. Seltsame Auffassungen von „Schutzzeit“…

Lieber gesund und verschuldet, als unter dem Diktat des Schädigers krank gehalten!

Wir können alles. Außer alles.

Wir können alles. Außer alles.

Aktuelle Mail an Wehrbeauftrager, PTBS-Beauftragter, Sozialdienst:

Sehr geehrte Damen und Herren,

es sind weitere 8 Tage ohne eine Regelung für die Therapiekostenerstattung zwischen März und Juli vergangen.

Da ich mittlerweile die Bestätigung der Hochschule habe, dass ich meine Bachelorarbeit nun doch im Juli und August schreiben und abschließen kann, liegt der Fokus nun voll auf dieser Arbeit.

Warum insbesondere dem PTBS-Beauftragten-Büro die Empathie zu fehlen scheint, was ein wehrpsychologische Begutachtung zum jetztigen Zeitpunkt für negative Auswirkungen auf meine Leistungsfähigkeit hat / haben kann, kann ich nicht verstehen.

Warum es nicht ausreichen soll oder möglich ist,  eine Auskunft bei der Therapeutin zum Stand der Behandlung einzuholen (Name und Anschrift ist ihnen bekannt) konnte und wollte bisher niemand erklären.

Wie im aktuellen Blogartikel angekündigt, werde ich mich dieser Form der Zersetzung nicht weiter aussetzen und in den nächsten Tagen das Studiendarlehen reaktivieren, um die Behandlungskosten selbst zu tragen.

https://daniel-luecking.berlin/ptbsblog/2015/07/es-koennte-so-einfach-sein/

Lieber gesund und verschuldet, als unter dem Diktat des Schädigers krank gehalten!

Es ist mir unverständlich, wie die Organisation Bundeswehr einerseits klagt, es seien nicht genug qualifizierte Traumatherapeuten verfügbar, aber gleichzeitig eine gut laufende, sinnvolle Therapie durch Wehrpsychiatrische Untersuchungen torpedieren will.

Ich kann zum derzeitigen Stand nur festhalten, dass ich derzeit einen Finanzierungsbedarf von rund 400 bis 500 Euro monatlich im Bereich der Therapie habe. Je eine Sitzung Coaching oder Traumatherapie im wöchentlichen Wechsel – ein Rythmus, der sich an sich sehr gut bewährt hatte.

Ich bleibe weiterhin dabei, dass ich keiner Medikamentierung durch die Bundeswehr zustimme. Den Nebenwirkungen von Psychopharmaka setze ich mich nicht aus. Es ist auch unnötig, da die derzeitige Therapiekonstellation in Verbindung mit dem Medikament Laif 900 für mich gut funktioniert.

All das im Abstand von wenigen Monaten immer wieder aufs neue Bescheinigen oder in Frage stellen zu sollen läuft dem Therapieerfolg zuwider. Eine Möglichkeit zur Ruhe zu kommen besteht unter diesen Umständen nicht und war auch in den Wochen davor kaum gegeben.

Ich bitte das Büro des Wehrbeauftragten darum auf eine Zusicherung hin zu arbeiten, das ich
– in der Wahl des Therapeuten frei bleibe
– die Kosten der Therapie getragen werden
– und wehrpsychiatrische Untersuchungen allenfalls in einem zumutbaren Zeitraum stattfinden.

Meine Letzte Untersuchung war im November 2014 und ich habe damals dem begutachtenden Arzt ausführlich auch über die Art und den Verlauf der Therapie berichtet.

Ich werde das über Monate aufgebaute Vertrauensverhältnis zur Traumatherapeutin nicht zugungsten des „Wunschbehandlungsplans der Bundeswehr“ über den Haufen werfen.

Aus Rücksicht auf die laufende berufliche Eingliederung bzw. das Studium bitte ich darum, dass die Termine zu Begutachtungen maximal einen Tag in Anspruch nehmen und bevorzugt in Berlin oder in Hamburg stattfinden.

Ich bitte darüber hinaus darum, dass ein klarer Anspruch an Art und Umfang der geforderten Mitwirkung meinerseits definiert wird. Dieser besteht bisher nicht, außer dem „Quasi-Befehl“,  das die Verwaltungsinstanz aus dem Büro des PTBS-Beauftragten auf einer Begutachtung besteht.

In jedem Fall:

Nach jetzigem Stand schließe ich die Bachelorarbeit mit der mündlichen Verteidigung voraussichtlich im September ab. Daher stehe ich frühestens ab Oktober 2015 für einen Begutachtungstermin zur Verfügung.

Ich würde mir Wünschen, dass alle Stellen lösungsorientiert agieren und akzeptieren, dass ich nicht einfach eine gut laufende und funktionierende Therapie abbreche, weil irgendeine Verwaltungsvorschrift erst Monate nach Beginn der Therapie auf mich angewendet wird.

Gruß
Daniel Lücking

Schweigepflichtentbindung & aktueller Stand 09.07.2015

Sehr geehrter Herr Oberamtsrat XXX ,

aufgrund des Poststreiks erreichte mich erst heute die Eingangsbestätigung sowie das Formular zur Schweigepflichtentbindung.

Mittlerweile erreichte mich telefonisch die Information, dass die Bundeswehr einen Teil der Kosten tragen will.

Konkret geht es um den Zeitraum September 2014 bis März 2015. Die Kosten für März 2015 bis Juni 2015 habe ich vorfinanziert.

Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass der von mir gewählte und erfolgreich laufende Behandlungsweg nicht in die Regularien der Wehrverwaltung passt und zugunsten eines Bundeswehr-Behandlungsweg ersetzt werden soll.

Für mich würde das konkret bedeuten in der Behandlung zurückgeworfen zu werden. Ich habe Vertrauen zu den Personen, die mich derzeit in der Behandlung begleiten. Eine Wehrpsychiatrischen Begutachtung stellt all das in Frage.

Sollte ich dazu genötigt werden, den von der Bundeswehr-Verwaltung vorgeshenen Behandlungsweg zu gehen, dann ist all das mit erneuten Belastungen verbunden.

Hinzu kommt, dass ich nach den Erfahrungen im Juni 2013 (siehe dazu auch andere Eingaben – Falschinformationen durch Arzt im Bundeswehrkrankenhaus in Berlin zum Behandlungsablauf der stationären Behandlung) wenig Vertrauen in die Unabhängigkeit der Bundeswehrärzte im BWK in Berlin habe.

Anbei erhalten Sie die Schweigepflichtentbindung. Bitte lassen Sie mich wissen, ob das per Fax ausreichend ist.

Mir geht es nicht um „Ärger machen“. Aber ich lasse mich nicht in der Behandlung / Genesung durch Verwaltungsformalien zurückwerfen. Durch die zwischenzeitliche Entlassung aus dem System Bundeswehr war ich bei der Gestaltung des Therapieweges auf mich gestellt.

Eine erneute Wehrpsychiatrische Begutachtung ist für mich mit großem Stress verbunden. Schon jetzt wirkt sich die gesamte Kommunikation rund um diesen Fall absolut negativ auf mein Befinden aus.

Um es plastisch zu formulieren:

Stellen Sie sich einen offenen Beinbruch vor, der mit Titanschrauben gerichtet und versorgt wurde. Nun kommt eine Verwaltungsinstanz an, sagt, Titan zahlen wir nicht. Lassen sie sich eben Eisenschrauben einsetzen. Dann zahlen wir.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Lücking

… einfach nur noch leer

Bachelorarbeit:

Meine größte Sorge der letzten Monate war, irgendwie fit genug zu werden, um die Bachelorarbeit hinzubekommen. Die Auflage war, diese binnen 6 Wochen zu schreiben und abzugeben. Aufgrund der Vorgeschichte eine sehr schwierige Herausforderung.

Letzlich habe ich im Mai und Juni alles daran gesetzt und meine Belastbarkeit erprobt. Kontinuierliche Arbeit an Themen – insbesondere in der zweiten Junihälfte ziemlich arbeitsintensive Sitzungstage. Gut: gefallen wird das niemandem haben, denn es ging um den NSA-Untersuchungsausschuss.

Parallel entstand dazu ein Exposé für die Bachelorarbeit. Der vorgegebene Zeitrahmen: 6 Wochen. Die Planungen waren noch so zeitgerecht, dass ich pünktlich zum Wintersemester 2015/2016 mit einem Masterstudium hätte beginnen können.

Für die geplante Bearbeitungsdauer habe ich einen Arbeitsplatz in einer Bürogemeinschaft angemietet, um deutlich Arbeit von Privatleben trennen zu können. Die Aussicht, die Bachelorarbeit 6 Wochen intensiv von zu Haus aus zu schreiben? Besser nicht.

Mitte Juni war das Exposé eingereicht.

Ende Juni nun ein Gerichtsurteil, dass die bisherige Praxis meiner Hochschule als „nicht-rechtens“ ansieht und einen Zeitraum von 3 Monaten diktiert, den ich frühestens ab dem 15. September beginnen darf.

Ergo: kein Studium im Anschluss an das Bachelorstudium, denn der Studiengang Kulturjournalismus beginnt zum Wintersemester.

Für mich ergibt sich daraus der ZWANG nach dem Bachelorstudium tagsüber in die Kaserne einrücken zu müssen und Zeit abzusitzen. Ich soll in dem beruflichen Umfeld quasi verwahrt werden, was mich krank gemacht hat. Das ganze nennt sich auch noch Schutzzeit.

Einen zivilen Weg hat die Bundeswehr nicht parat. Ich kann allerdings auch kündigen. Und lande dann in HARTZ4.

Begutachtung und Therapie

Meine Therapiemethode funktioniert. Es besteht ein Vertrauensverhältnis zur Therapeutin und der Trainerin. Nun soll ich in ein wehrpsychiatrisches Gutachten gezwungen werden, um mir einen Therapieweg zu diktieren, der der Bundeswehr genehmer ist. Vermutlich irgendwas mit Pillen und Sport. Das geht bei denen immer.

Eine seit über 9 Monaten positiv funktionierende Therapie wird hinterfragt, bei der ich Stück für Stück leistungsfähiger wurde. Diktiert durch einen Verwaltungsbeamten aus der Ebene des Verteidigungsministeriums, der über keine ärztliche Kompetenz verfügt, verwaltet durch einen Arzt, der nach eigenem Bekunden keine Erfahrungen im Bereich der Psychologie hat.

Aussichten

Sagt ihr es mir… 🙁

Schutzzeit und das seltsame Verständnis der Bundeswehrverwaltung

Nachdem ich nun eine Weile nichts mehr geschrieben habe, geht es nun direkt wieder hoch her.

Positives vorweg

In den Monaten April, Mai und Juni habe ich eine gute Entwicklungsphase zu verzeichnen. Ende April nahm ich Kontakt zu meinem Professor auf und leitet ein, dass die Bachelorarbeit in die Bearbeitungsphase gehen kann und der Abschluss des Studiums Bachelor Onlinejournalismus in greifbare Nähe rückt.

Die Bewerbung für den Masterstudiengang Kulturjournalismus ist ebenfalls auf dem Weg und in Kürze muss ich mich dem Aufnahmeverfahren stellen.

Meine Berichterstattung rund um den NSA-Untersuchungsausschuss habe ich ebenfalls im Mai und Juni ausweiten können. Statt nur an den Sitzungen teilzunehmen, waren nun immer öfter auch die Vorbesprechungen der einzelnen Fraktionen auf meinem Terminkalender.

Seit Mai habe ich als „ständiger Gast mit Fragerecht“ auch den Bereich Bundespressekonferenz zum Teil meiner Arbeit gemacht. Insgesamt also auf dem Weg zu einem Berufsbild „Hauptstadtjournalist“ oder „Parlamentsberichterstatter“.

Im Juni kam dann noch eine Kooperation mit zwei jungen Journalisten hinzu, die zum Themenbereich NSA-Untersuchungsausschuss nun einen regelmäßigen Podcast anbieten. Hier konnte (und kann auch weiterhin) ich als Gast auftreten und in einer Runde die Tagesergebnisse der jeweiligen Ausschusssitzungen diskutieren.

Ich habe darüber hinaus nun auch einen Arbeitsplatz in einer Bürogemeinschaft (Neu-Berlinerisch: „Coworking-Space“) bezogen, um nicht auf Dauer Arbeit, Erholung und Freizeit auf gerade einmal 20 Quadratmetern in der Ein-Zimmer-Küche-Bad-Wohnung unterzubringen.

Die Kosten dafür sind zwar merklich, stehen aber in keinem Vergleich zum Aufwand der Wohnungssuche nach einer Wohnung mit Extraarbeitszimmer. Ein weitere Vorteil der Bürogemeinschaft: ich arbeite im Umfeld anderer Menschen, kann mich austauschen und knüpfe neue Kontakte.

All das erfolgte nicht nur parallel zur Traumatherapie, sondern auch mit der Begleitung meiner Trainerin (Neu-Berlinerisch: „Coach“), die Sozialpädagogin und Psychologin ist. SIE weiß, was sie tut. Soweit so gut.

Wo Licht ist …

… ist auch irgendwo die Verwaltungsebene.

Seit meiner Wiedereinstellung in die Bundeswehr war klar, dass ich mich noch wegen der Übernahme der Therapiekosten mit dem Dienstherrn auseinander setzen musste. In den ersten sechs Wochen verzichtete ich jedoch zunächst darauf, diese Schritte zu gehen.

Es galt auch zunächst das Finanzchaos zu ordnen, dass nach der Entlassung und den Problemen mit der Krankenversicherung entstanden war. Alles keine leichten Wege.

Anfang Mai bemerkte ich, dass ich weiterhin die Therapiekosten vorfinanzierte (zw. 200 und 400 Euro monatlich). Da ich mich auch an das Abtragen des KfW-Kredites machen muss, der 2014 verhinderte, dass ich auf der Straße landete oder weiteren Druck vom Unterhaltsamt bekam, wurde es auch Zeit, die Therapiekosten von der Bundeswehr erstatten zu lassen.

Ich ahnte, dass das schwierig werden könnte, war jedoch hoffnungsvoll, denn meine Traumaheiltherapeutin konnte in Erfahrung bringen, dass die Berceli-Methode, nach der wir bereits seit September 2014 erfolgreich arbeiten, wohl auch bei der Bundeswehr eingeführt werden soll. So äußerte sich zumindest der Bundeswehrtraumaexperte Peter Zimmermann aus dem Bundeswehrkrankenhaus in Berlin ihr gegenüber, als sie ihm diese Therapiemethode vorstellte.

Verwaltungsdenke versus Genesungswunsch

Ich bat den Sozialdienst der Bundeswehr zu klären, wohin ich die Rechnungen zwecks Erstattung schicken kann und welche Schritte notwendig sind. Meine Beraterin steuerte umgehend alles notwendige ein. Und danach passierte … sechs Wochen lang erst einmal nichts.

Keine eMail von Verantwortlichen aus der Bearbeitungskette. Kein Anruf, der bis auf meinen Telefonapparat durchgedrungen wäre(Mailbox vorhanden, Parallelanruf immer auf Festnetz und Handy sichergestellt, jeder Anruf wird mir in die eMail-Box gemeldet, jede Nachricht dort gespeichert).

Da ich mich ab Juli voll und ganz auf die Bachelorarbeit konzentrieren wollte, statt frustrierenden Verwaltungskram zu erledigen meldete ich mich um den 21. Juni erneut beim Sozialdienst und meine Bearbeiterin konnte bis zum 24. Juni 2015 auch keine Lösung erreichen.

Meine Frage „Wo soll ich mich melden ?“ – binnen sechs Wochen nicht zu beantworten.
Meine Frage „Wo kann ich Rechnungen einreichen ?“ – binnen sechs Wochen nicht zu beantworten.
Meine Frage „Wer ist zuständig? Wer braucht was von mir?“ – binnen sechs Wochen nicht zu beantworten.

Nun blieb wieder einmal als Ausweg nur die Eskalation. Und ich bin es so Leid immer um mich schlagen und treten zu müssen, damit sich überhaupt etwas bewegt.

Ich sendete am Freitag, den 26.06.2015 um 11:31 Uhr eine eMail an die Stellen Wehrbeauftragter, PTBS-Beauftragter und den Sozialdienst. Bisher fehlt mir die Eingangsbestätigung des Wehrbeauftragten – hängt vermutlich in der Post – aber die Reaktionen zeigen mir deutlich, dass es am Montag, den 29.06.2015 wohl eine Intervention gegeben hat, denn es meldete sich gegen 15:51 Uhr jemand aus der Bearbeitungskette.

Der Allgemeinmediziner, der aufgrund der Hierarchie nun Ansprechpartner ist aber nach eigenem bekunden im Bereich Trauma und Psychologie keine Erfahrungen hat meldete sich per eMail. Ich mache ihm ausdrücklich keinen Vorwurf. Er hat die notwendige Ausbildung nicht und ist nur derjenige, der meinen Fall quasi zu verwalten hat.

Email vom 29.06.2015 – 15:51 Uhr

Sehr geehrter Herr Lücking,

leider war es unserer Heilfürsorge bisher nicht möglich Sie zu erreichen. Wir haben für Ihre Abrechnung der Therapiesitzungen eine zuständige Kostenstelle gefunden. Hierfür müssten Sie sich bitte nächste Woche mit Herrn Stabsunteroffizier XXX in Verbindung setzen. Die Durchwahl ist  ***. Des weiteren benötige ich für weitere Therapiemaßnahmen und Kostenzusagen ein Vorstellung in der FU VI BWK Berlin mit Wehrpsychiatrischer Begutachtung. Dies haben wir bereits damals persönlich besprochen. Ebenso wollten Sie mir Gesundheitsunterlagen aus den letzten Jahren zukommen lassen. Ich weiß das Sie mit ihrem Studium, Ihrem Job und den familiären Verpflichtungen ausgelastet sind und wenig Zeit für die Zuarbeit haben. Ich kann aber meinerseits nur mit den entsprechenden Unterlagen etwas für Sie erreichen. Sie können mich gerne unter der *** anrufen oder Sie senden mir Ihre Handynummer zu und ich rufe zurück.

Mit freundlichen Grüßen

Sechs Wochen Bearbeitungsdauer für diese Erkenntnis plus die Implikation im Anfangssatz, ich sei für die Heilfürsorge bisher nicht zu erreichen gewesen.

Ich halte zu dem Vorwurf fest, dass ich auf jeden Telefonanruf mit eingeblendeter Nummer reagieren kann, mein Anrufbeantworter zuverlässig reagiert und alle Anrufversuche per eMail an mich weiterleitet, alle Nachrichten ebenfalls.

Ich halte auch fest, dass ich nicht in Besitz von Unterlagen aus den letzten Jahren bin. Ich habe keinen Zugriff auf meine Gesundheitsakte und die Kopien, die ich erhalten habe sind allesamt als Originale in den Händen DER Bundeswehr, die mich nun dazu auffordert, IHR die Unterlagen nun zukommen zu lassen.

Ich halte weiterhin fest, dass ich mit dem verwaltenden Arzt darüber gesprochen habe und er mir sagte, dass natürlich das Traumazentrum in Berlin als Fachinstanz mitreden muss. Alles akzeptabel.

Was ich nicht akzeptieren kann ist, dass ich mich nun in der Bearbeitungsphase der Bachelorarbeit auch noch mal eben schnell einer Wehrpsychiatrischen Begutachtung aussetzen soll.

Meinen Behandlungsweg habe ich bei der letzten Begutachtung im November 2014 im Bundeswehrkrankenhaus geschildert und auch dort zu Protokoll gegeben, dass die Ergebnisse gut sind.

Daran hatte sich bis Mai 2015 nichts geändert. Auch nicht bis Juni 2015. Leider kann ich mir mittlerweile nur noch die Vorfinanzierung des Coachings leisten – nicht aber die Traumatherapie. Ich habe es bisher noch nicht geschafft, die Berceli-Übungen als Routine in meinen Alltag zu integrieren. Ebenso ist das Gespräch und die Reflektion mit der Therapeutin ein wichtiger Anteil der Sitzungen.

Herausforderungen Bachelorarbeit

Als sei all das nicht genug wackelt nun der Zeitplan der Bachelorarbeit, denn eine Entwicklung an der Hochschule legt nun nahe statt der geplanten sechs Wochen nun volle zwölf Wochen nutzen zu MÜSSEN. Das bedeutet nun voraussichtlich ein weiteres Semester Onlinejournalismus bzw. die Überschneidung des Beginns Masterstudium mit dem offiziellen Abschluss des Bachelors.

Die nächste Auseinandersetzung mit dem Berufsförderungsdienst ist vorprogrammiert und ich werde aufgrund dieser Entwicklungen wohl entweder – um den Zeitplan zu halten – das Master-Studium zeitgerecht mit 500 Euro monatlich selbst finanzieren müssen oder ein volles Jahr verlieren. Inklusive dem Zwang in der Zeit in der ich keine Berufsförderungsmaßnahme absolvieren kann in der Kaserne „einzusitzen“.

Ich nenne es bewusst „einsitzen“, denn ich will mich schnellst möglich vom Schädiger wegentwickeln und hätte durch die Schutzzeit auch die Möglichkeit.Erneute Tätigkeiten im Bundeswehrumfeld sind da nicht sinnvoll. Auch nicht, von 9 bis 17 Uhr in der Kaserne zu hocken – was auch immer für Aufgaben ich da verrichten sollte: es geht nicht.

Aber es gibt wohl sinnvoll strukturiertes Handeln und parallel gibt es eine Verwaltung, die Hürden aufbaut, wo es nicht notwendig wäre.

Sinnvoll? Kompetent?

Auffällig ist, dass in der Kommunikation vor allem ein Mitarbeiter aus dem Büro des PTBS-Beauftragten darauf drängt, dass ich mich in die Wehrpsychiatrische Begutachtung begebe. Den Vorschlag, die Begutachtung nach Aktenlage und der ausführlichen Befragung aus November 2014 vorzunehmen lehnte er ab. Nicht nur, dass nicht absehbar ist, zu welchem Termin das Bundeswehrkrankenhaus eine solche Begutachtung mal eben vornehmen kann.

Belastend ist vor allem die Aussicht, dass der Therapieweg, den ich seit September 2014 ERFOLGREICH gehe nicht akzeptiert, in Frage gestellt, abgelehnt oder zu Gunsten der Bundeswehrlösung beendet wird.

Die Qualifikation des Mitarbeiters scheint in der Hauptsache auf Verwaltungsjuristerei zu liegen, nicht aber annähernd im Bereich, dass er beurteilen könnte, was hier gerade passiert.

Bildlich gesprochen wird der Schorf angehoben um mal zu sehen, ob es noch unten drunter blutet. Die Bundeswehrinstanzen haben ein seltsames Verständnis von „Schutzzeit“.

An meine Leser:

Ja, es wäre lieb gewesen dieses Video voran zu stellen. Im Kern drücken die beiden Gallier aus, was seit Jahren offenkundig ist: Verwaltungshandeln und Realität haben nur sehr begrenzte Schnittmengen.

Wie geht es für mich weiter

Mit einer minimal positiven Nachricht kann ich nun den Beitrag abschließen. Für den Zeitraum September 2014 bis zur Wiedereinstellung in die Schutzzeit am 16. März 2015 ist man nun wohl bereit, die Kosten zu erstatten. Die Aussicht, dass die Behandlung danach nicht anerkannt wird ist groß. Mehr, als ich in diesem Beitrag hier geschildert habe könnte ich auch in einer Wehrpsychiatrischen Begutachtung (a.k.a. „Mal den Schorf anheben und gucken obs noch blutet“) nicht an Informationen geben. Die

Ich habe mich dazu entschieden während der Bachelorarbeit zumindest das Coaching weiter laufen zu lassen und auf die Traumatherapie zunächst aus Kostengründen zu verzichten. Nachdem ich in den letzen Monaten fleißig Rechnungen in Richtung der Krankenkasse und was sonst so liegen blieb, bezahle ich nun lieber die Miete für den Arbeitsplatz, der während der Bachelorarbeit einfach notwendig ist, weil sonst kein Platz für Ruhe und Erholung bleibt.

Ich sehne den Tag herbei, an dem ich finanziell und gesundheitlich wieder so stabil bin, um das Kündigungsschreiben formulieren und absenden zu können. Im März war das Ziel, maximal drei bis vier Jahre der Schutzzeit zu nutzen. Auseinandersetzungen um elementare Aspekte der Behandlung, wie in diesem Fall helfen dabei nicht.

Eure Kommentare bitte wegen der Sicherheitseinstellungen hier im Blog an die eMail-Adresse

141219_eMail

 

… oder auf der Facebook-Seite:

Ich hab es so satt, dass immer und immer wieder eine Eskalation über den Wehrbeauftragten und andere Instanzen erfolgen…

Posted by Wir.Dienten.Deutschland on Montag, 6. Juli 2015

Diskussionen

Internetdiskussionen sollte man auf Dauer nicht zu sehr an sich heran lassen. Ich kann mich bei der Diskussion rund um das Video „Frag ein Klische – Frag einen Soldaten“ gerade nicht so recht entscheiden, was mich mehr bedrückt. Die indirekt angedrohte Gewalt oder die Vorstellung, dass freie Meinungsäußerung den Effekt haben könnte, dass Menschen „um die Ecke gebracht“ werden.

150609_DIskussiion

Gedenken

Heute ist der 4.Jahrestag eines grausamen Anschlags. Ich sehe, wie der Toten gedacht wird. Ich sehe, wie der betroffene General in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt wird (Bericht bei DBwV). Aber es bleibt unerwähnt, was aus einer Überlebenden wurde. Ihre Geschichte könnt ihr in diesem Beitrag hören:

150528_DRadioKultur

Ich bin Soraya in meinen Einsätzen nur wenige Male begegnet – aber ihr Wirken war an so vielen Stellen spürbar – egal, ob sie gerade im Land war oder nicht. Sie hat ein Gespür für die Bedürfnisse der Menschen. In meinem ersten Einsatz in Afghanistan 2005 begegnete sie mir nicht persönlich – doch jeden Tag fiel der Blick auf die Vogelvoliere, vor der immer wieder Soldaten standen und sich eine „Auszeit“ gönnten.

Die Idee dazu hatte Soraya und als ich 2005 fragte, woher die im Lager doch zunächst recht seltsam anmutende Zoo-Atmossphäre her kam, begegnete mir zum ersten Mal ihr Name.

2122

In meinem zweiten Einsatz war sie in der Sprachmittlergruppe eingesetzt. Sie half mir, eine Kontrollübersetzung anzufertigen, um einen meiner Mitarbeiter zu entlasten, dem zu Unrecht vorgeworfen wurde, er habe einen Bericht nachlässig angefertigt.

In den ersten Meldungen rund um das Attentat 2011 hieß es, dass eine 56-jährige Sprachmittlerin schwer verletzt worden sei. Ich habe sofort befürchet, dass es sich um Soraya handelt.

 

Der Diskussionsbeitrag auf der Facebook-Seite vom DBwV:

Vierter Jahrestag des Anschlags auf Markus Kneip Ein Bundeswehr-General, der im Einsatz schwer verwundet wurde – das hatte es vorher noch nicht gegeben.

Posted by Deutscher BundeswehrVerband (DBwV) on Mittwoch, 27. Mai 2015