Selbstschutz

Bisher bin ich mit den Gedanken und Hintergründen in diesem Blog schonungslos offen umgegangen. Die letzten Wochen jedoch haben gezeigt, dass durch den Druck des Gesprächs vom 15.11.2016 sich einige Symptomatiken wieder verstärkt haben. Für die Phase der Schreibtherapie habe ich mich dazu entschlossen, dieses Blog passwortgeschützt zu betreiben und bitte interessierte Leser darum, sich unter der rechts oben gelisteten eMail oder jeweils am Blogartikel kurz namentlich anzumelden.

Vielen Dank und eine frohe Weihnachtszeit!

… und es geht eben auch anders

Nach der letzten negativen Erfahrung (siehe „Staatsbürger“- & „Einbestellt“-Text wurden die Tage und Wochen wieder ziemlich unerträglich. Ich schaffte es zwar überwiegend, die Außentermine aufrecht zu erhalten und fiel auch nicht aus dem gerade erst gestarteten Schlagzeugunterricht. Rettend war auch ein ohnehin geplantes Wochenende in Frankreich, was für Abstand sorgte.

Doch es ändert nichts an der zersetzenden Wirkung, die dieser einzelne Termin am 15.11. entfaltet. Es gab Tage, an denen nichts mehr ging. Erschöpfung – Angst – Hoffnungslosigkeit – getriggert durch die impliziten Drohungen des Arztes am 15.11.2016. „Ich will ihnen nur zeigen, wie sich das entwickeln kann“ – das ist kein Disclaimer für Aussagen, wie „Onlinetherapie ? Das ist doch nur ein Mittel, sich der Kontrolle durch den Dienstherrn zu entziehen.“ oder „Wenn Sie eben als Eremit leben wollen – bitte – aber dafür muss die Bundeswehr ja nicht zahlen.“ Das ich die Behandlung mit Antidepressiva ablehne und mich lediglich über Verhaltenstherapie an einen besseren Umgang mit den Depressionen heranarbeite, ist eine mögliche Entscheidung und vor allem: meine Entscheidung.

Anders, als noch vor drei Jahren war ich nach der Provokation am 15.11. immerhin in der Lage soziale Kontakte aufrecht zu erhalten, statt mich komplett zurückzuziehen. Kompletter Rückzug – das war in der Vergangenheit das sprichwörtliche Anstarren der Wand, das mit Mangelernährung und Rückzug aus nahezu allen sozialen Aktivitäten einherging. Nein – das suche ich mir nicht aus. Nein – das passiert nicht freiwillig. Das ist schlicht die Reaktion auf Verhalten, wie „Bossing“, „Mobbing“ oder unqualifiziert geäußerte und gegen mich durchgesetzte Kritik. Ich habe all das schon einmal ertragen müssen. Es führte damals in lebensgefährliche Situationen und sorgt bis heute dafür, dass ich psychisch und physisch mit der gleichen Anspannung reagiere – selbst dann, wenn es gar nicht mehr zu einer Lebensgefahr führt.

Für die simplen Verwaltungsgemüter, die anzweifeln, was ich hier beschreibe, empfehle ich einen perfiden Selbsttest nach Pawlow-Muster:

1. Sie – der Zweifler – beauftragen bitte nun den Kollegen vom Schreibtisch gegenüber, zunächst ein Weihnachtsglöckchen zu läuten und ihnen dann mit einem Hammer auf eine Fingerkuppe zu schlagen. So fest, wie es nur geht. Ja, das tut weh. Aber das ist ja nur einmal. Halten Sie sicher aus.

2. Wiederholen Sie die unter 1 beschrieben Prozedur mit den verbliebenen neun Fingern. „Glöckchen – Hammer – Finger“

3. Sollten Sie wirklich nach 10 Fingern immernoch auf dem Stand sein, dass sie nicht schon beim Erklingen des Glöckchens schreiend und in Panik das Büro verlassen: sie haben ja auch noch 10 Zehen am Fuß.

4. Beobachten Sie in den kommenden Jahren selbst, wie sie auf ein erklingendes Glöckchen reagieren.

Das ich auf dem Therapieweg längst nicht am Ende bin, habe ich im Laufe des Jahres längst selbst bemerkt. Oft waren es stressige Phasen im Studium, in denen ich zunächst versuchte, alle Leistungen zu 100% zu erfüllen. Im Ergebnis stand eine Art Erschöpfungsdepression. In zwei Praktikas konnte ich mich in Chefsituationen beobachten, erfahren, was es mit mir macht und auch hier wieder Gegenmaßnahmen treffen. Leider ist es weiterhin nicht so, dass nach solchen Erfahrungen einfach ein erholsames Wochenende reicht, um am nächsten Montag wieder unbefangen am Arbeitsplatz zu erscheinen. Konzentration und Kreativität – beides immanent wichtig für meinen Beruf – verlieren und die Kraft geht in Wachsamkeit, Vermeidung und Anspannung.

Wie es besser geht

Am Dienstag ging es darum, mich auf die Teilnahme an der Online-Schreib-Therapie vorzubereiten. Diese Studie führt das Psychotrauma-Zentrum der Bundeswehr gemeinsam mit zivilen Psychologen der FU-Berlin durch. In einem Eingangstelefonat und einer Vorerhebung wird zunächst geprüft, welche Bereiche für den Patienten derzeit relevant sind und welche problematischen Ereignisse gesehen werden.

Es kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz, mit denen die Auswirkungen von Stress erfasst werden. Neben einer Eyetracking-Sitzung, in der die Reaktion auf mögliche Traumaauslöser beobachtet wird, wird mittels Haar- und Speichelproben die Entwicklung des Kortisolwertes beobachet. „Kortisol-Analysen im Haar geben einen Hinweis auf chronischen Stress.“, heißt es im Infoblatt, das den Patienten ausgehändigt wird. Die Haarprobe wird zum Anfang der Studie genommen, Speichelproben am Anfang, während und nach der Studie. Hinzu kommt die Herzratenmessung während der Schreibaufgaben. So viel zum Argument des Arztes vom 15.11.2016, der urteilte, dass eine Online-Schreibtherapie ja auch nur ein Weg sei, sich der Kontrolle des Dienstherrn zu entziehen.

Mir steht es – wie allen anderen Teilnehmern der Studie, egal ob aktiver Soldat oder bereits zivilorientierter Verwaltungsfall – frei, ob das Ergebnis der Onlineschreibtherapie in Form eines Abschlussberichtes Teil der Krankenakte wird.

Ich kann nicht sagen, ob es schlichtweg daran lag, dass ich von einem zivilen Psychologen durch den gestrigen Tag begleitet wurde, aber die Atmosphäre empfand ich als konstruktiv und zielorientiert – kein zu den Anschuldigungen am 15.11.2016 oder dem in „Befund – lesen bei Strafe verboten“ beschriebenen Termin im Oktober 2015.

In den kommenden Tagen muss ich insgesamt 12 Speichelproben zu festgesetzten Zeiten sammeln. Ab Samstag steht mir dann das Login auf dem Therapie-Server zur Verfügung. Insgesamt sollen zwei Texte pro Woche entstehen, die – so die Zusicherung des Psychologen – nur kurze Zeit auf den abgesicherten Servern verbleiben und zeitnah nach der Antwort des Therapeuten wieder gelöscht werden. Die Antwort auf die Texte soll mich innerhalb von etwa einem Werktag erreichen.

Nach den ersten Schreibaufgaben werde ich entscheiden, wie viel ich anteilig davon öffentlich mache oder ob ich nur „über“ den Verlauf der Therapie schreiben werde.

Notwendigkeit

Mir war klar, dass es noch belastende Anteile gibt, die mein Leben beeinflussen. In Praktika und im Studium setze ich mich gezielt diesen Situationen aus und komme zunehmend besser damit zurecht. Zumindest, wenn es darum geht, auf Stress zu reagieren und Gegenmaßnahmen zu treffen. Rückschläge, wie der Termin am 15.11.2016 irritieren und werfen mich zurück. Statt mich mit der Semesterplanung des Wintersemesters, sowie den Aufgaben in den Kursen zu befassen, lag ein Großteil der Aufmerksamkeit darauf, was der 15.11.2016 ausgelöst hat und wie ich verhindere, dass die Folgen mein soziales Umfeld belasten und teilweise auch wieder zerstören. Doch anders, als 2013 gibt es nun Menschen, die mich auf dem Weg unterstützen. Dafür bin ich dankbar.

Wer als Staatsbürger mal in Uniform steckte, der soll hinterher die Klappe halten

„Ärztlich nicht führbar“

Nach dem am vergangenen Dienstag (15.11.2016) erkennbar Druck aufgebaut wurde, ich sei weder therapiewillig, noch kooperativ und „ärztlich führbar“ nahm ich Kontakt zum Psychotraumazentrum auf. Zuletzt mailten wir am 19.10. und verblieben, dass ich zum März 2017 in einen Durchgang der Online-Schreibtherapie eingesteuert werden könne. Nun beginnt die Onlineschreibtherapie bereits mit der Begutachtung am 6.12.2016. Neben den Arztgesprächen steht ein Schlaf-EEG, eine Blutentnahme und die Abgabe einer „zwei Zentimeter Haarprobe“ auf dem Programm.

Warum überhaupt Therapie

Nachdem im April 2013 die Einsatzschädigung diagnostiziert wurde und ich erneut mit Depressionen zu kämpfen hatte, folgten zwei mehr als anstrengende Jahre. Nicht nur die Therapie, sondern auch der vierwöchige stationäre Aufenthalt im Bundeswehrkrankenhaus, den ich mittlerweile rückblickend „Depressionen, dein Leben und du – kommt klar miteinander“ nenne, kosteten viel Kraft. Via Social Media, aber auch in direkten Gesprächen wurde ich für den offenen Umgang mit der Erkrankung, aber erst recht wegen dem Einblick, den ich in die Therapie und den Umgang der Bundeswehr mit mir gebe, unter Druck gesetzt. Teils mit plumper Drohung, wie im Adlongespräch dokumentiert – teils mit Mobbing via Facebook.

Das Blog war von Anfang an Selbstschutz, der sich schnell bewährt hat. Falschinformationen über die Versorgungslage, die ich vom Sozialdienst der Bundeswehr erhielt, konnten durch anonyme Hinweise, die eingegangen sind, entschärft werden.

Ruhe kehrte erst im März 2015 ein, als die Schädigung anerkannt war und die Versorgung gesichert war. Zu dem Zeitpunkt hatte ich die Therapie-Methode TRE- Trauma Release Exercise erlernt und durchlaufen und war erstmals seit Jahren wieder in der Lage, die Auswirkungen von Stress zu bemerken, bevor sie wieder in lange Phasen der Depression führen.

Tendenziell versuche ich weiterhin viel zu lange, einfach nur zu funktionieren, den Stress auszuhalten und entsprechende Gegenmaßnahmen zu treffen. Die Kompetenz Gegenmaßnahmen zu treffen, ist hart erarbeitete und fehlte vor 2013 ganz.

Phasen mit besonderer Belastung gab es immer wieder. Ende Januar 2016 häuften sich die Termine und Aufgabenstellungen zum Ende des Wintersemesters – im Ergebnis zog ich mich zurück, versuchte, so gut, wie möglich dem ganzen gerecht zu werden. Mit 28 von 31 Leistungspunkten schaffe ich es, nahezu 100% des geplanten Studienprogramms abzuschließen.

Im Laufe des Mai 2016 sind es erneut die Auswirkungen von Stress, die für eine Verschärfung der Symptome sorgen. Zu viele Aufgaben im Studium, wie die zeitgleiche Arbeit an mehreren Themen – kaum eine Möglichkeit, Ausgleich zu schaffen. Nahezu tägliche Präsenz in Kursen – 5 bis 7 Zeitstunden – sowie im Anschluss die Arbeit an den Kursaufgaben. Jede einzelne Aufgabe für sich zu bewältigen – in der Summe und Kombination der Termine aber irgendwann zu viel.

Nicht nur mir geht es so. Kommilitonen sind ebenfalls unter Druck – Jahrgänge vor uns schildern, es sei ein Phänomen, dass regelmäßig im Sommersemester auftrete. Drei Monate gefüllt mit einem Pensum, dass im Wintersemester auf vier Monate verteilt ist. Mein persönliches „irgendwann zu viel“ bemerke ich jedoch erst, als bereits die Beziehung zu meiner damaligen Freundin leidet und massiv Schaden nimmt. Funktionieren im Studium geht zu Lasten normaler Aktivitäten. Fehlende Freizeit erhöht die Anspannung, vermindert die Qualität der Arbeitsergebnisse, sorgt für Enttäuschung, Erschöpfung, Depression.

Am Ende des Semesters stehe ich im Studium bei 45 von 60 Leistungspunkten, die zu diesem Zeitpunkt erreicht sein sollten. Aber immerhin nicht mitten in einer Depression, aus der ich nicht raus komme.
Im Laufe des Semesters reduzierte ich, priorisierte auf Kurse, die machbar waren und verlor auch die Arbeit am Thema NSA-Untersuchungsauschuss nicht aus den Augen, die – nach Rücksprache mit der Studiengangsleitung – auch auf die Studienleistungen angerechnet werden wird (Hospitanz).
Zumindest in Arbeitsbelangen schaffe ich es, eine Balance zwischen Selbst- und Fremdbestimmung hinzubekommen.
Dass diese Situation nicht ideal ist, ist mir schnell klar. Es kostet massiv Kraft und die Auswirkungen gehen zu Lasten des Privatlebens. Ich nehme Kontakt zum Berufsförderungsdienst auf, der für die Verwaltung meines Studiums zuständig ist. Das Studium gilt als Maßnahme zur beruflichen Rehabilitation im Rahmen der Schutzzeit. Ich hoffe darauf, dass ich das Sommersemester 2017 als Urlaubssemester nutzen darf, um eine Kur in diesem Zeitraum zu machen.
Die Bearbeiter versichern mir, niemand erwarte, dass ich das Studium in der Regelstudienzeit abschließe. Der Grad der Schädigung, den ich aufgrund der Depressionen / Anpassungstörung habe, liegt bei 30%. Das letzte halbe Jahr zeigt mir, wie sehr das leider weiterhin zutrifft.

Bereits seit Juni besteht wieder Kontakt zum Psychotraumazentrum. Etwa zur gleichen Zeit, als ich Kontakt zum Berufsförderungsdienst wegen dem Urlaubssemester aufgenommen habe, meldet sich eine der Ärztinnen telefonisch mit dem Therapieangebot. Da ich im Oktober 2016 und Februar / März 2017 bereits die Zusagen für Praktika im Rahmen des Studiums habe, erscheint mir der Einstieg in die Therapie jedoch erst für April 2017 als sinnvoll. Therapie und Kur ließen in dem Semester dann wenig Raum für Präsenzveranstaltungen an der Hochschule – Studienleistungen wären aber immerhin noch im Rahmen von Hausarbeiten möglich.

Nun kommt es anders

Der Unterton des Arztgespräches am vergangen Dienstag und die abwehrende Haltung gegenüber der „Online-Schreib-Therapie“, die der Verwalter zeigt, machen wieder einmal deutlich, wo das System krankt. Verwaltende Stellen üben Druck aus – eine Rücksprache mit der Fachebene erfolgt erst, nachdem Druck auf den Patienten ausgeübt wurde. Von den Angeboten der Fachebene hält die verwaltende Stelle indes wenig, wie der Gesprächsverlauf deutlich machte.

Bereits 2013 äußerte der Leiter des Psychotraumazentrums Dr. Zimmermann, dass in meinem Fall Anzeichen für eine „Moralische Verletzung“ vorhanden seien. Moralische Verletzungen treffen z.B. Menschen, die gezwungen werden, gegen ihre Grundwerte zu handeln oder gesellschaftliche Tabus (z.B. das Töten von Menschen oder das sterbenlassen von Ertrinkenden) zu brechen. Vielfach ähneln die Symptome dann einer PTBS und gehen mit Depressionen einher.

Der verwaltenden Arzt kennt den Begriff „Moralische Verletzung“ nicht – schon ein Blick in die DBwV-Zeitung vom August 2016, die in seinem Wartezimmer ausliegt hätte geholfen. Dort ist ein langes Interview mit dem Leiter des Psychotraumazentrums zu genau dieser Thematik.

Der verwaltende Arzt ist damit beschäftigt, meine Behandlungsakte auf Indikatoren für mangelnde Kooperationswilligkeit zu durchforsten. Dass ich mich für den verhaltenstherapeutischen Ansatz entschieden habe, statt für die Einnahme von Psychopharmaka, wird zum Indiz für „ärztlich nicht führbar“.

Das ich die TRE-Methode, die ich über 6 Monate mit einer Heiltherapeutin erlernt und durchgeführt habe nur mit dieser fortsetzen will, statt mit einem von der Bundeswehr gestellten „Standortpfarrer, der die TRE-Methode jetzt auch anbietet“ – Indiz für „ärztlich nicht führbar“.

Das ich die Onlineschreibttherapie ins Frühjahr legen will, in eine Zeit mit mehr Tageslicht, weil ich fürchte, die Reflektionen und Fragestellungen könnten wieder zu Depressionen führen – Indiz für „ärztlich nicht führbar“.

Ich schildere dem „Verwalter“, dass die Auswirkungen von Stress, wie ich sie in den letzten Monaten beobachten konnte leider immer auch mit Rückzug und Anhedonie einher gehen. Methoden der MBSR Mindfulness-Based Stress Reduction habe ich im Psychotraumazentrum erlernt – auch die TRE-Methode hat Schnittmengen – und wende sie an. Sie lindern zumindest manche der Symptome. Der „Verwalter“ meint: „Wenn Sie als Eremit leben wollen, dann können sie das ja gerne tun. Aber dafür sollte ja die Bundeswehr nicht zahlen müssen.“

Der Verwalter vergleicht mich mit einer „magersüchtigen Frau“, die ärztlich auch nur das zuließe, was dem Hauptziel „abnehmen“ nicht zuwider liefe. Auch auf solche Patientinnen trifft zu: „ärztlich nicht führbar“.

Therapiezeitpunkt

Nach Rücksprache mit der betreuenden Ärztin des Psychotraumazentrums werde ich nun zum 6. Dezember in einen Durchgang der Online-Schreibtherapie eingesteuert. Der Zeitpunkt ist das Resultat des Gespräches am Dienstag, um zumindest den Vorwurf zu entkräften, ich sei nicht therapiewillig.

Der Zeitpunkt der Schreibtherapie fällt damit in den Zeitraum, indem ich drei meiner vier Auslandseinsätze absolvierte. Die Eskalation in Mazedonien 2000/2001, die uns zur Aufgabe und Abbau des umkämpften Camps zwang. Die Medienarbeit in Afghanistan 2005/2006, als die „Karrikaturen“ für Demonstrationen und Angriffe auf Camps mit einem Beinahme-Totalverlust des Camps in Meymaneh führte. Afghanistan 2007/2008 – ein Einsatz der mit dem Begriff „Chefkalation“ gut zusammengefasst ist und der neben drei Monaten hochgradig stressiger Arbeit rund um einen fachlich und englischsprachlich wenig kompetenten Chef mindestens zwei lebensgefährliche Situationen mit sich brachte. Diese Erlebnisse sorgen bis heute dafür, dass ich bei autoritären, cholerischen Chefs und Teamleitern unter Druck gerate und nur flache Hierarchien halbwegs ertrage.

Ich habe längst verstanden und analysiert, was diese Einsätze in mir verändert haben und welche Grenzerfahrungen das mit sich brachte. Ich ging davon aus, mit der Schutzzeit, die bis zu 5 Jahre dauern darf nun Raum zu haben, um mit all dem umgehen zu lernen. Ich vermeide die Situationen nicht, stelle mich in Praktika auch wieder Chefsituationen und schaue, was für mich geht, was ich um welchen Preis aushalten kann und was nicht.

Für den Verwalter aber zählt das nicht. Er hat im Kopf, was er auch im Arztgespräch schildert. „Es gibt Leute, die können für die Bundeswehr keinen Handschlag tun, aber bauen nebenbei eine Hundzucht in Brandenburg auf. Das ist ein Fulltimejob.“

Seine Denkweise macht deutlich, dass jeder Fortschritt, den ich im Rahmen des Studiums und entlang der journalistischen Projekte erzielt habe als Indiz dafür betrachtet werden kann, ich würde das System für meine Zwecke ausnutzen.

Dass ich in Zeiten der Überlastung und Depression mit den Auswirkungen allein bin, keinen Text auf die Reihe bekomme, sieht der „Verwalter“ nicht. Dass der Antrieb für Artikel wie diesen schlichtweg Angst ist – Angst, ausgelöst durch Anschuldigungen und den Druck des Verwalters selbst – wird zum Indiz für Leistungsfähigkeit, die ich der Bundeswehr, frecherweise vorenthalten würde gewertet.

Schalte ich einen Anwalt oder den Wehrbeauftragten ein, dann bin ich wieder „ärztlich nicht führbar“.

Die gleichen „Verwalter“ kenne ich aus der aktiven Dienstzeit. Sie schrieben tauglich für Einsätze. Sie werteten Belastungsbögen nach den Einsätzen aus. Sie lehnten Präventivkuren nach Einsätzen ab, weil „das schon zu viele in letzter Zeit in Anspruch genommen haben“.

Effekte

Seit dem 15.11. muss ich wieder mehr Kraft für eigentlich Alltägliches aufwenden. Es kostet Kraft, die Termine wahrzunehmen, die anstehen. Es kostet Kraft, Freunde zu treffen, weil ich nicht schon wieder „der mit Problemen“ sein will. Das ich dennoch nicht auf Ablehnung treffe ist ein großes Glück. Es kostet Kraft, mit den Gedanken nicht ständig bei der Drohkulisse zu landen, die am 15.11. aufgebaut wurde – und doch ist es manchmal nicht zu vermeiden. Es kostet Kraft, all das auszuhalten in dem Wissen, dass ich keine Aussicht darauf habe spontan in einen vollbezahlten Job einzusteigen, der Raum lässt für die Aufarbeitung, die immernoch andauert. Es kostet Kraft, weiter zu machen, wenn jeder kleine Fortschritt potentiell vom „Verwalter“ gegen mich gedeutet wird.

Wo immer möglich äußere ich mich als Journalist mit der gebotenen Objektivität und Fairness zu Bundeswehrthemen. Dass der Eindruck bleibt, ich würde kein gutes Haar an der Bundeswehr lassen liegt wohl eher daran, dass die PR nur „gute Haare“ präsentiert und seit jeher Sachverhalte im Sinne der eigenen Imagekampagnen schönfärbt. Doch für die „Verwalter“ ist es nicht auszuhalten, dass ein kritischer Journalist über die Bundeswehr berichtet.

Den Anteilen, die mit der moralischen Verletzung einher gehen, setzte ich in den letzten Jahren politische Arbeit entgegen. Ich sprach auf Demonstrationen gegen Krieg und Militärisierung und berichtete auf Podien über die Einsatzerfahrungen. Es ist nicht auszuhalten, das die Person auf Demonstrationen und Podien als „Friedensaktivist“ tätig ist und gleichzeitig aus dem Verteidigungsetat bezahlt wird. Wer als Staatsbürger mal in Uniform steckte, der soll hinterher die Klappe halten.

Der „Verwalter“ drückt es am 15.11.2016 etwas anders aus. „Sie können sich gerne weiterhin so verhalten. Dann kann man hinterher über Sie sagen, Sie waren konsequent bis zum Schluss.“

In diesem Verfahren erhalte ich wieder einmal keine Kopien der Verwaltungsschreiben, die Anlass der Befragungen sind. Ich erhalte auch keine Kopien der Antworten, die der „Verwalter“ an KdoRegSanUstg G 3.2.2 sendet. Der „Verwalter“, der die Anfrage bearbeitet bildet sich seinen Eindruck aus dem nichteinmal dreißigminütigen Gespräch, überfliegt dabei kurz das letzte ärztliche Gutachten aus Oktober 2015 und urteilt.

Ich habe also die Wahl, mir einen solchen Umgang gefallen zu lassen oder ohne Versorgung für mich und meine Kinder, ohne Raum für Therapie und Regeneration da zu stehen.

einladungsbrief_t1_luecking_161206

flyer_onlinetherapie-ptbs-bw_160331_final

patienteninfo_onlinetherapie-bwk_2016

Einbestellt & therapieunwillig

Grund für den heutigen Besuch im Sanitätszentrum war eine „Anfrage des KdoRegSanUstg G 3.2.2 Einsatzweiterverwendungsgesetz bzgl. der Feststellung weiterer Behandlungsbedürftigkeit“. Ich befinde mich in der Phase der beruflichen Rehabilitation während der Schutzzeit.

In den vergangenen Monaten hatte ich zunächst darum gebeten, ein Urlaubssemester im Studium einlegen zu dürfen, um eine Kur zu machen. Im Mai / Juni hatte ich stressbedingt wieder eine Phase mit Depressionen und Konzentrationsproblemen. Damit geht leider weiterhin einher, dass ich mich zurückziehe und dass vor allem auch soziale Kontakte darunter leiden. Der Oberstarzt ist der Auffassung, die Bundeswehr sei ja nicht dafür verantwortlich, wenn ich als Eremit leben wolle.

Ich merke leider auch immer wieder, dass Chefsituationen für große Anspannung und mittlerweile auch Träume mit Einsatzbezug sorgen, die bisher nur sehr selten auftraten.

Im Gespräch machte der bearbeitende Oberstarzt deutlich, ich sei nach seiner Einschätzung als „ärztlich nicht führbar“ einzustufen und verglich mich mit magersüchtigen Patientinnen, die ähnlich agieren würden und alles verweigerten, während sie weiter abnehmen würde.

Wie im Blog in den letzten Jahren ersichtlich wurde, habe ich zum einen eine medikamentöse Behandlung der Depressionen abgelehnt. Die Bandbreite an möglichen Nebenwirkungen will ich nicht auf mich nehmen. Eine Psychotherapie bei einer zivilen Therapeutin habe ich bereits abgeschlossen.
Zum anderen habe ich versucht, eine bis dahin nicht anerkannte, mittlerweile aber von der Bundeswehr selbst angebotene Methode (Trauma Release Exercise) bei meiner zivilen Therapeutin weiterhin durchführen zu dürfen. Die Finanzierung wurde verweigert – ich müsse schon den Standortpfarrer des Bundeswehrkrankenhauses, der die Methode gelernt habe in Anspruch nehmen, hieß es im Oktober 2015 im Gespräch mit dem Psychologen der Psychotraumastation im Bundeswehrkrankenhaus Berlin.

Therapieunwillig?

Nachdem ich im September 2016 die Zusage des Berufsförderungsdienstes erhalten habe, dass ich das Studium nicht in der Regelstudienzeit abschließen müsse, sondern auch Aus- und Krankheitszeiten nehmen könne, suche ich derzeit nach einem Termin für eine Kur (Q2/Q3 2017) und will ab April 2017 an einem Onlinetherapiekonzept teil, das mir erstmals im Juni diesen Jahres angeboten wurde.

„Es handelt sich um eine Schreibtherapie, die etwa fünf bis sechs Wochen
dauert. In dieser Zeit schreiben die Patienten entsprechend bestimmter
Schreibaufträge wöchentlich zwei Texte. Sie erhalten auf ihre Texte innerhalb
eines Werktages individuelle Rückmeldungen von ihrem persönlichen
Therapeuten, und eine Anleitung für das weitere Vorgehen. Die Zeiten, zu
denen geschrieben wird legen die Patienten vorab selbst fest.
Das Vorgehen in der Behandlung basiert auf geprüften und gut bewährten
verhaltenstherapeutischen Therapieansätzen.“

Am 19. Oktober kam der Hinweis, dass freie Plätze zur Verfügung stehen würden. Ich meldete Interesse an, war jedoch im aktuellen Durchgang wohl nicht unterzubringen, da ich mein laufendes Praktikum (5 Wochen) nicht für 2 Tage Eingangsuntersuchung unterbrechen wollte und frühestens erst zum 7.11. hätte einsteigen können.

Schriftverkehr:

161115_email-1

161115_email2

Der Oberstarzt hält von dem Konzept offenbar nicht viel, wie im Gespräch deutlich wurde, denn schließlich könne man da nichts kontrollieren und es wäre ja nicht am Patienten zu entscheiden, welche Therapiemethode angesagt ist.

Ich habe versucht dem Oberstarzt zu erläutern, was das Vertrauensverhältnis zu Bundeswehrtherapeuten – insbesondere in der letzten Begutachtung – so problematisch macht. Seit der ersten Diagnose schildere ich, wie problematisch für mich Vorgesetztensituationen sind. Zeitweise konnte ich nicht einmal Kritik an Texten aushalten, die ich für das Studium verfassen und im Gruppenrahmen diskutieren lassen muss, wenn ich die Kritikpunkte nicht nachvollziehen konnte. In solchen Situationen ist die Anspannung für mich dieselbe, wie im Afghanistaneinsatz 2007/2008. Der Psychologe meinte dazu, ich dürfe nicht so nachtragend sein. Aspekte der Einsatzerlebnisse am 27.09.2008 wurden vom Psychologen mit „wir wollen ja jetzt nicht politisch werden“ und „die Zeit ist ja auch schon um“ abgewürgt.

Der heute agierende Oberstarzt machte deutlich, man prüfe sehr genau, weil es teilweise auch Leute geben würde, die privat sehr aktiv seien, für Belange der Bundeswehr aber immer zu krank. Ich erläuterte, dass ein Dienst in Uniform und für die Bundeswehr für mich nicht mehr möglich sei, da ich bis heute keine Antwort auf die Hintergründe der Falschmeldungen zum 27.09.2008 erhalten habe, machte deutlich, dass ich mich nicht in den Dienst einer „Parlamentsarmee“ stellen kann, die Parlamentarier unvollständig und irreführend informiert und von den Soldaten verlangt zu den Vertuschungen zu schweigen. Teil dieses Systems gewesen zu sein belastet mich bis heute, denn ich ahne, dass ich nur einen Bruchteil dessen hier zum Thema gemacht habe, was noch angerichtet wurde.

Irgendwann im Gespräch begründete der Oberstarzt, es könne ja auch andere Gründe für meine mangelnde Leistungsfähigkeit geben, ich könne ja gar einem Familienmuster folgen, vielleicht einem Vater, „der mit 35 Jahren einfach aufgehört hat zu arbeiten“. Ich erläuterte kurz, dass mein Vater im Alter von 41 an Bronchialkrebs starb und auch meine Mutter nicht faul gewesen sei.

Immerhin entschuldigte sich der Oberstarzt für seine übergriffigen Aussagen. Leider erhalte ich weder von seinem Bericht an KdoRegSanUstg eine Kopie, noch eine präzise Aussage über Zeitpunkt und Anlass der Einbestellung. Ob das letztlich zur Deutung führt, ich würde nicht mitwirken und hätte kein Interesse daran, dass sich der Gesundheitszustand bessert, ist nicht absehbar.

Was ich mit Andeutungen des Oberstarztes, wie „Es ist ja schon mal gut, dass sie zum Termin gekommen sind. Ist ja auch nicht bei allen Einsatzgeschädigten so.“ gemeint sein kann, kann ich auch nur vermuten.

Wasserstandsmeldung

Seit nunmehr 1,5 Jahren läuft die sogenannte Schutzzeit, in der mein Lebensunterhalt gesichert ist und eine Krankenversorgung durch die „Freie Heilfürsorge“ gewährleistet ist.

In dieser Zeit war ich in der Lage einen Berufsabschluss (Bachelor) zu erlangen und ich kann nun im Rahmen der vorgesehenen Rehazeit das Masterstudium absolvieren. All das vollfinanziert und zunächst unter scheinbar idealen Bedingungen.

Licht und Schatten

Winter_2

Im letzten Jahr gab es mit dem Abschluss des Bachelors eine deutliche Entlastung zu verzeichnen. Auch die Nominierung des Podcast-Projektes zum NSA-Untersuchungsausschuss für den Grimme-Online-Award war ein tolles Erlebnis.

Neben dem Masterstudium war ich zu mehreren Gelegenheit als Redner zu Bundeswehr- und Antikriegsthemen auf Podien und Veranstaltungen der Linksfraktion unterwegs und fand ein halbwegs zumutbares Maß an Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Negativ fallen allerdings immer wieder platzende Termine ins Gewicht.

Zu zwei Gelegenheiten war ich als Redner in Schulklassen eingeladen. Schulen, an denen zuvor Jugendoffiziere der Bundeswehr gewesen sind und an denen es von Seiten der Eltern und Schüler den Wunsch gab, dass auch jemand zu Wort kommt, der die andere Seite des Dienstes und der Sicherheits- und Außenpolitik erläutert. Beide Termine kamen leider nicht zu Stande.

In Fall 1 war es eine 7:9-Entscheidung im Elterngremium und im anderen Fall wurde kurzfristig wenige Tage vor dem abgesprochenen Termin von Seiten der Schulleitung abgesagt – eventuell ist ein weiterer Versuch in den nächsten Monaten möglich.

Therapie und Genesung

Mit Einstieg in die Schutzzeit wurde mir auferlegt, mich entweder in die Hände von Bundeswehrtherapeuten zu begeben oder die Therapiemaßnahmen selbst zu tragen. Die Klärung der angestrebten Kostenübernahme zog sich – bundeswehrtypisch – wieder über Monate hin und gipfelte in einer Begutachtung, die angeblich notwendig gewesen sei und die mit den Worten begann: „Ja, die Therapiemethode wird nicht übernommen – so viel ist klar.“

Gegenstand der Trauma-Release-Exercise-Sitzungen (TRE) war eine Kombination aus Therapeutengespräch und Übungen zur Tiefenentspannung. Die Methode selbst ist zwar prinzipiell auch allein ausführbar, jedoch entfällt dann das Therapeutengespräch und die Reflexion über Stressoren und belastende Themen.

Das Angebot, die TRE-Übungen mit einem Bundeswehrpfarrer in Räumlichkeiten der Bundeswehr durchzuführen, statt mit der Therapeutin, mit der bereits eine Vertrauensebene bestand, lehnte ich ab.

Seit etwas mehr als einem Jahr bin ich nun auf mich selbst gestellt. Das Maximum an Medikamenten, das ich bereit war zuzulassen war hochdosiertes Johanniskraut (LAIV 900). Damit lösen sich – für mich – keine Probleme. Immerhin wurden die Auswirkungen der Depressionen abgemildert. Seit Dezember 2015 ist auch das LAIV 900 abgesetzt.

Immer wieder bemerke ich, dass ich in Stressphasen absacke. Zum Semesterende im Januar / Februar 2016 war wieder eine dieser Phasen, die mich für zwei bis drei Wochen sehr stark einschränkte und es erforderte viel Kraft, den Tagesablauf halbwegs aufrecht zu erhalten.

Eine ähnliche Phase ergab sich im Mai/Juni 2016. Der Stresslevel in einem ingesamt überplanten und zeitlich deutlich kürzeren Sommersemester forderte seinen Tribut und brachte zumindest die Erkenntnis, dass eine Kur sinnvoll ist, die aber vermutlich nicht vor April 2017 möglich wird.

Grund dafür ist, dass ich ein Urlaubssemester an der Hochschule einlegen muss, was unweigerlich dazu führt, dass ich in der Zeit, in der ich nicht in einer Kurmaßnahme bin zum Dienst in die Kaserne erscheinen müsste. Etwas, das mir nach den Erfahrungen der letzten Jahre nicht mehr möglich ist. Weder in Zivilkleidung, noch und ganz besonders nicht in Uniform.

Dringend erforderlich ist aber nicht nur die Kur. Eine Ruhephase ohne Studienverpflichtungen oder Existenzkampf gab es in den letzten 4 Jahren nicht. Ebenso wichtig, wie die Kur ist eine sinnvolle Beschäftigung für den Rest des Urlaubssemesters. In der nächsten Woche kann ich hoffentlich mit dem zuständigen Berater ein geeignetes Konzept ausarbeiten.

Umgang mit Stress

Egal, ob emotionaler Stress oder Arbeitsstress – mit zunehmender Belastung gerate ich wieder im Tagesablauf aus dem Tritt. Die Ernährung wird unregelmäßig und ungesund, die Schlafphasen unregelmäßiger und ausgedehnter. Routineaufgaben im Haushalt werden belanglos. Auch, wenn das Gefühl von „Ich funktioniere nicht“ an Bedeutung verloren hat, mündet es im Gegensatz zu den Jahren 2013/2014 nicht mehr in Verzweiflung. Symptome, wie Anhedonie bestimmen den Alltag. Ich ziehe mich weitestgehend von sozialen Aktivitäten zurück, was insbesondere mein nächstes Umfeld belastet.

Camp KUNDUZ 2006 - Innenstadt - Lehmmauer - Blech- und Sperrholzbuden.

Camp KUNDUZ 2006 – Innenstadt – Lehmmauer – Blech- und Sperrholzbuden.

Die Erinnerung an die Einsätze und die traumatisierenden Erfahrungen hat in diesen Phasen weiterhin mehr Raum, als ich das will. Manche Handlungsmuster aus der Zeit der Depression in 2013/2014 kehren wieder zurück und fressen sich in mein Leben. Mitunter sind die Stresserlebnisse aus den Einsatzzeiten Teil der nächtlichen Träume und sorgen für eine verminderte Qualität des Schlafes.

Rückschritt

Mittlerweile liegen die Einsätze mit den traumatisierenden Erlebnissen mindestens 8 bis 16 Jahre zurück. Die Hochstressphase, die zur Trauamtisierung führte (Afghanistan-Zeit) spielte sich vor 11 bis 8 Jahren zwischen 2005 und 2008 ab. Diese Erlebnisse fressen sich meist dann wieder in mein Leben,wenn Stress in Beruf, Beziehung und Alltag überhand gewinnt.

Dass ich mein Masterstudium nicht in der Regelstudienzeit abschließen werde, ist absehbar. Dass ich es nicht zwingend muss, ist eine große Entlastung. Die Frage aber ist, wieviel davon ganz verschwinden wird und was letztlich bleibt.

In den nächsten Wochen stehen das Beratungsgespräch „Urlaubssemester“, sowie die Kontaktaufnahme mit den leider notwendigen Bundeswehrärzten an, um eine Kur auf den Weg zu bringen. Das bedeutet dann – leider – wieder die Auseinandersetzung mit Bundeswehrstrukturen.

Bundeswehrstrukturen

Im Oktober 2015 fand die letzte Begutachtung statt. Im Therapeutengespräch erwähnte ich belastende Aspekte, mit denen ich im Alltag immer wieder konfrontiert bin. Die Reaktion des Bw-Arztes: „Seien sie nicht so nachtragend.“

Mit der zuständigen Dienststelle, die mich als Personalangelegenheit zu verwalten hat (mehr will ich auch nicht), gab es Mitte August auch ein kurzes Gespräch. Der Personalverantwortliche wollte zunächst wissen, wie ich klar komme und wo eventuell Unterstützung nötig ist.

Die freundliche und hilfsbereite Haltung dort war nicht belastend. Der Hinweis darauf, ich solle keine militärischen Geheimnisse preisgeben wurde zwei bis drei Mal zwanglos und pflichtbewusst eingestreut.

An die Kritiker

Positiv ist, dass das Mobbing aus Bundeswehrkreisen, das vom Reservisten bis hin zum Generalanwärter in den letzten Jahren immer wieder abstruse Intensitäten annahm mittlerweile nicht mehr sichtbar zu verzeichnen ist. Grund dafür dürfte auch mein Rückzug aus Facebook sein.

Mein Umgang mit Bundeswehrthemen sorgte bisher für keinerlei Anlass mich dienstrechtlich zu belangen, wie es auf dem Papier möglich wäre. Telefonanrufe beim zuständigen Chef des Stabes können sich daher all diejenigen sparen, die Kritik an der Bundeswehr nicht aushalten und argumentieren „Er wird versorgt – er soll die Klappe halten.“

Da ich keinen Zugang zu Dienstgeheimnissen habe und vom militärischen Dienst freigestellt bin, verhalte ich mich in allen Belangen rund um das Thema Bundeswehr, wie es für einen Journalisten angemessen ist. Das schließt Kritik mit ein und ist in Zeiten von schillernder Bundeswehrwerbung und hunderten von Jugendoffiziersbesuchen in Schulen mehr als nötig. Keine Bezahlung der Welt wird mich davon abhalten. Das trenne ich deutlich voneinander.

Protest gegen US-Africom im Stuttgart

In Stuttgart betreibt die US-Armee seit Jahrzehnten eine Militäreinrichtung, die als Kommandobehörde für Europa fungiert. Seit 2007 ist in den Kelley-Barracks darüber hinaus das US-Africom untergebracht. Über US-Africom werden die Operationen in afrikanischen Ländern, wie Somalia gesteuert.

Basis für die Drohnenangriffe sind oft nur die Daten aus der Mobilfunknutzung der Menschen, die mit Drohnen beschossen werden. Daten, die oft fehlerhaft und nicht eindeutig sind. Daten, die auch von deutschen Geheimdiensten, wie dem Bundesnachrichtendienst BND oder dem Bundesamt für Verfassungsschutz BfV an die US-Dienste weitergeleitet werden. Eine Garantie dafür, dass die Daten für den Drohnenkrieg genutzt werden gibt es nicht. Von deutscher Seite aus begnügen sich die zuständigen Bearbeiter im Verfassungsschutz, dass sie schreiben „Nur zur Nachrichtendienstlichen Verwendung“.

Trifft eine Drohne dann doch einmal den Inhaber einer Rufnummer, die vom Bundesamt für Verfassungsschutz weitergeleitet wurde, so lautet die Hausmeinung, man sie nicht unmittelbar, allenfalls mittelbar beteiligt.

Drohnenraketen, die immer wieder auch unschuldige Zivilisten treffen. In Afghanistan, Pakistan, Somalia, Jemen und vielen anderen Ländern der Welt. Drohnentötungen, die mehr Menschen gegen uns aufbringen, als wirkliche Gefährder zu töten.

Nach rund drei Jahren Arbeit am Thema IT-Sicherheit und Überwachungstechnologie, sowie auch meiner Arbeit an den Hintergründen der US-Militäreinsätze nach 9/11, ist meine Haltung zu diesen Einsätzen klar. Zum Jahrestag des Endes des zweiten Weltkriegs am 8.5.2016 protestierte ich daher gemeinsam mit rund 300 Friedensaktivisten gegen die US-Militäreinrichtung, gegen ihren Auftrag und gegen die Methoden, mit denen der angebliche Krieg gegen den Terror geführt wird.

Ausdrücklich nicht protestiere ich gegen amerikanische Bürger, die auf das Verhalten ihrer Regierung ebenso wenig Einfluss haben, wie die meisten Deutschen auf das Kanzleramt oder die meisten Afghanen auf die korrupten Politiker in ihrem Land.

 Bericht auf den Seiten der Stuttgarter Nachrichten

Redebeitrag: „Wir haben da etwas vergessen“

Willy Brandt brachte es auf den Punkt: „Vom deutschem Boden darf nie
wieder Krieg ausgehen.“
Aber mit der Wiedervereinigung haben wir einen notwendigen Schritt
verpasst, den wir dringender denn je nachholen müssen.
Continue reading

#hollerkaputt & kranke Versicherungen: wenn es ohne Geld nicht mehr geht

Seit gut zwei Tagen ist das Video von Claudius Holler online. Selbständig – in einer schwierigen Lage und ohne den Schutz einer Krankenversicherung. Exakt in dem Moment, in dem er darauf am meisten angewiesen ist. „Krebs ist ein Arschloch“ – korrekt festgestellt. Doch nicht nur Krebs. Die Welle der Solidarität wird immer wieder von einer Reihe an Individuen gebrochen, denen Mitgefühl offenbar ebenso fremd ist, wie das Verständnis dafür, wie schnell Abrutschen in prekäre soziale Lebenslagen wirklich geht.

#Hollerkaputt holt derzeit ein Stück meiner eigenen Erfahrungen wieder hoch.

Juni 2014

Bereits seit 15 Monaten arbeite ich auf, was aus der Bundeswehr-Einsatzzeit zurückgeblieben ist. Nicht nur Krebs ist ein Arschloch. Depressionen haben mein Leben in der Zange und mich an einen gefährlichen existenzbedrohenden Punkt gebracht. Das Chaos brach über mich in der Endphase meines Studiums herein. Es fehlt eine Hausarbeit und die Bachelorarbeit, um einen Studienabschluss zu haben.

Ich bin damals 35 Jahre alt – habe 10 Jahre Berufserfahrung in einem Beruf, der im Zivilleben nicht einmal als Berufsabschluss gilt. Offizier. Ich kann organisieren, führen, verwalten, einen Radiosender leiten und habe Krisenkommunikation in einem Kriegsgebiet gemacht. Alles nichts wert, denn ein Universiätsabschluss fehlt. Als Journalist ohne Studium ist das automatisch auch ein Nachteil, wenn ich Leistungen aus der Künstlersozialkasse in Anspruch nehmen müsste. Auch hier wird im Fall der Fälle differenziert. Die Bedürftigkeit entscheidet darüber, ob ein Mensch Unterstützung erhält – der Berufs- oder Studienabschluss über die Höhe.

Mein damaliges Einkommen beträgt 1675 Euro. 450 Euro davon stammen aus einem Nebenjob bei den Piraten. Der Rest sind Zahlungen, die die Bundeswehr noch leisten muss. Ablaufdatum 01.08.2014. Davon zahle ich 600 Euro Unterhalt, denn ich habe zwei Kinder aus meiner geschiedenen Ehe zu versorgen.

Damit der Unterhalt in jedem Fall läuft erreicht die Zahlung meine Ex-Frau über den Umweg des „Unterhaltssicherungsamtes“. Es war absehbar, dass die Lage ab September 2014 schwierig werden würde.

Gesund werden und bleiben bei Existenzdruck

Meine Therapie verläuft nicht gut. Je mehr der Existenz-Druck zunimmt, desto weniger kann ich mich um das kümmern, was dran ist. Auch in dem Job bei der Piratenfraktion fehlt es mir an Konzentration. Wollen ist nicht das Problem. Die Depressionen nehmen zu. Wenn die Zahlungen zum 01.08.2014 wegfallen, dann sind nur 450 Euro sicher. Ohne Krankenversicherung. Ich finde einen Job, der noch einmal zwischen 600 und 900 Euro monatlich einbringt. Der Haken: dieser Job ist Sozialversicherungsfrei. Willkommen in der sogenannten Scheinselbständigkeit. Mir ist das in diesem Moment längst egal. Ich kann den Job irgendwie bewältigen, auch wenn bei Schichtbeginn nie ganz klar ist, wie lange und ob ich überhaupt durchhalten kann.

Aus der vorangegangenen Bundeswehrzeit bin ich im Juni 2014 zu 30% privatversichert und zu 70% durch die Beihilfe des Bundes abgesichert. Ich suche nach einer bezahlbaren Krankenversicherung. Unternehme ich nichts, dann bin ich ab dem 01.09.2014 mit monatlichen Kosten von 300 Euro zu 100% Privatpatient.

Obwohl mit 1050 bis 1350 Euro real erzielbaren Einnahmen ausgestattet, beginnt für mich der freie Fall durch die Ebenen des Sozialsystems.

Das Unterhaltssicherungsamt macht Druck. Treffen die Zahlungen nicht regelmäßig ein, kann mich dieses Amt zu 30 Bewerbungen auf zumutbare Jobs verpflichten. Zumutbar ist, was genug Einkünfte generiert. Eigentlich müsste ich mich um Therapie und die Erkrankung kümmern. Eigentlich ist ein Studium abzuschließen, um überhaupt Aussicht zu haben einen halbwegs bezahlten Job zu erlangen. Stattdessen jobbe ich, um nicht finanziell abzusaufen.

Ich frage bei der freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung an. Meine Jobkonstellation wird nicht akzeptiert. Sicher trägt auch die laufende Therapie dazu bei, dass ich nicht auf der Wunschliste für neue Mitglieder stehe. Einen Anspruch auf Aufnahme habe ich nicht, denn ich habe in den letzten Jahren nicht mindestens 12 Monate in einer gesetzlichen Krankenversicherung verbracht. Seit 1998 war die „Freie Heilfürsorge der Bundeswehr“ meine Krankenversicherung. Nebenbei unterhielt ich pflichtgemäß eine private Anwartschaftsversicherung – eine Art Mini-Krankenversicherung, um als dauerhaft versichert zu gelten und bei Eintritt in die normale Krankenversicherungswelt mit dem Gesundheitsstatus eines 20-Jährigen, statt den Zipperlein und Unzulänglichkeiten eines 35-Jährigen beurteilt zu werden.

Es bleibt also bei Einkommen – aber keine Krankenversicherung. „Geh doch in HARTZ4 – da wird die Versicherung übernommen und du hast Zeit für Therapie.Die müssen dich aufnehmen.“ – gut gemeinte Ratschläge bekomme ich in dieser Zeit zu Hauf. HARTZ4 und die rettende Krankenversicherung hätte ich nur für den Preis bekommen, dass ich mein Studium abbreche. Gift für die Depression. Gift für die gerade wiederkommende Arbeitsfähigkeit. Willkommen in der Perspektivlosigkeit für den Rest ihres Lebens.

Um nicht vollends zu kapitulieren setze ich mir ein journalistisches Thema, verfolge es und bin zumindest an 2 bis 3 Tagen im Monat dabei an meinem Ziel zu arbeiten, den Bachelor Onlinejournalismus abzuschließen. Meine Leistungen im 450 Eurojob werden schlechter. Irgendwie bewältige ich den anderen Job. Keine Lösung auf Dauer, denn ich sacke immer mehr ab.

Ratlose Gesichter

Irgendwann in dieser Zeit schaltet sich das Fallmanagement einer Hilfsorganisation für einsatzgeschädigte Bundeswehrsoldaten ein. „Ich brauche eine bezahlbare Krankenversicherung – mehr will ich gar nicht.“ Mit Elan spielt sich dieser Mensch durch die gleichen Strukturen, an denen ich bereits verzweifelt bin. Das Ergebnis:

– Krankenversicherung nur mit HARTZ4

– HARTZ4 nur mit Abbruch des Studium

– Studium nur, wenn Unterhalt für die Kinder gezahlt wird.

Danke Deutschland.

Das Fallmanagement nimmt Kontakt zum Verteidigungsministerium auf. Dort setzt sich die zuständige Abteilung für einsatzgeschädigte Bundeswehrsoldaten mit meinem Fall auseinander. Meine Einsatzschädigung ist bis dahin weder in der Höhe, noch überhaupt anerkannt. Dafür kreisen der Antrag und die Gutachten seit nunmehr 15 Monaten im Verwaltungsorbit. Destination unknown. Aussage über die Dauer des Verfahrens (gegenüber meinem Anwalt): „Wenn sie hier anrufen geht es auch nicht schneller. Eher im Gegenteil“.

Notlösung: Schulden aufbauen

Anfang September 2014: Ich habe wenig Geld und brauche Ruhe vor dem Unterhaltssicherungsamt, das mich jederzeit zum Abbruch des Studiums zwingen kann. Die Piraten wandeln meinen 450 Eurojob in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis um. Statt 450 Euro habe ich nun 300 Euro aus diesem Job – aber bin für eine kurze Zeit gesetzlich krankenversichert. Ich arbeite so viel es geht im Callcenterjob. Um das Unterhaltssicherungsamt auf Distanz halten zu können und nicht zum Abbruch des Studiums gezwungen zu werden reaktiviere ich einen KfW-Studienkredit. Der Schuldenstand steigt – aber ich bleibe handlungsfähig und mit einer Zukunftsperspektive ausgestattet.

Mit dem Studium komme ich nicht weiter – die Leistungen im Piratenjob sind mies. Aber den Kopf halte ich über Wasser.

Wenn nur noch Geld hilft

Nach mehreren Wochen sitze ich Anfang September 2014 im Verteidigungsministerium vor dem zuständigen General für einsatzgeschädigte Soldaten. Zwei Rechtsberater flankieren den Mann. Man habe geprüft. Ich könne nur in der privaten Krankenversicherung bleiben, die mich mindestens 300 Euro monatlich kosten würde. Ich hätte keinen Anspruch auf Krankengeld. Ein Anspruch auf studentische Versicherung besteht wegen der Altersgrenze nicht. Kompliziert sei die Lage zusätzlich auch noch, weil das laufende Schädigungsverfahren bei jeder Krankenkasse kritisch gesehen werden würde. Man erkennt die Aussichtslosigkeit der Lage an.

Am Ende angelangt: ich habe es selbst versucht und bin gescheitert. Das Fallmanagement hat es versucht und ist gescheitert. Das Team des Bundeswehrgenerals hat es versucht und ist gescheitert. Das Sozialsystem sah für mich nur noch vor: nach unten durchreichen. Ohne Rücksicht auf Verluste.

Der General geht letztlich den Weg über Stiftungen und organisiert für die kommenden Monate eine finanzielle Unterstützung.

Dies ist keine Lösung, die im Sozialsystem zur Verfügung steht. Es ist eine Lösung, die genau da ansetzt, wo das Sozialsystem versagt. Prozesse, die jeder für sich angeblich helfen und die Solidargemeinschaft absichern sollen, die aber durch die Kombination der Systeme in ihrer Summe dafür sorgen, dass Menschen die Hilfe brauchen einen Knüppel in den Rücken geknallt bekommen. Alle Bedingungen zu erfüllen ist einfach nicht drin. Das mag sich niemand vorstellen, der es nicht erlebt hat. Ich wünsche es auch niemandem. Besonders nicht dem Holler, der jetzt gerade nur seine Gesundheit im Kopf haben sollte.

Unbeschwert ist anders

In den letzten drei Monaten gab es einige positive Entwicklungen. Über zu viel Privates mag ich nicht mehr schreiben – aber wo es mit Aspekten der Erkrankung zu tun hat, landet es in diesem Blog. Die wohl positivste Entwicklung war, dass ich Anfang Dezember die Laif 900 – Medikation abgesetzt habe und zunächst auch gut zurecht kam. Nicht nur durch den Abschluss des Bachelorstudiums gab es positive Impulse.

Winter_2Doch mit zunehmenden negativen Entwicklungen / Herausforderungen (Familiär, Arbeitsbelastung zum Semesterende) spürte ich Ende Januar / Anfang Februar deutlich, wie ich wieder an meine Grenzen kam. Hinzu kam eine deutlich belastende Semesterthematik, die ich jedoch halbwegs in den Griff bekam. Auch wenn das Gegensteuern derzeit klappt: die sozialen Kontakte leiden, da ich mich immer wieder mal zurückziehe oder das Aufrechterhalten sozialer Kontakte wieder schwerer fällt.

Insgesamt kostet alles mehr Kraft, was aber angesichts der Herausforderungen (privat) auch nicht verwunderlich ist. Noch leidet der Job darunter nicht. Im Monat März läuft eine Praktikumsphase im Rahmen meines Studiums.

TRE / Reflektion mit Therapeutin

Therapeutische Begleitung ist derzeit nicht möglich. Wie schon im Oktober letzten Jahres durchgefochten, ist für mich derzeit keine unabhängige Maßnahme vorgesehen. Im Rahmen der „Schutzzeit“ in der ich mich aktuell befindet unterliege ich der freien Heilfürsorge durch die Bundeswehr. Der Schädiger bestimmt den Art, Umfang und Durchführung der Therapie. Freie Arztwahl? Nicht möglich. Ich muss nehmen, wer gerade da ist. Vertrauensbasis? Schwer belastet.

Die TRE-Methode, die 2014 / 2015 eine gute Begleitung war würde allenfalls unter Leitung des Standortpfarrers gewährt – nicht aber mit meiner unabhängigen Therapeutin.

Wetterlage: Mal heiter, meist wolkig

In den notwendigen Kontexten funktioniere ich überwiegend überzeugend. Komfortabel für mich? Wen kümmert das. Einige Projekte sind für die nächsten Monate auf den Weg gebracht – Immerhin das. Einschränkungen: deutlich spürbar. Aufpassen ist weiterhin angesagt.

Interview GEW / Terre des Hommes

Kürzlich gab ich der Kinderhilfsorganisation „Terre des Hommes“ ein Interview. Die Kurzversion ist in den Druck gegangen – die Langversion ist noch nicht online, kommt aber sicher bald.

160216_TdH_Ich_wurde_verheizt

Kritik an der Rekrutierung von Minderjährigen, die bereits im Alter von 17 Jahren mit der Erlaubnis ihrer Eltern in die Bundeswehr eintreten dürfen wird auch vom Darmstädter Signal geäußert.

dfg-vk.de – PDF-Version GEW „Ich wurde verheizt“


Aktuelle Situation

Die Bundeswehr muss in meinem Fall seit Anerkennung der Schädigung im März 2015 für Lebenunterhalt und Rehamaßnahmen aufkommen. Ich arbeite mich derzeit Stück für Stück zurück auf ein normales Leistungsniveau. An den Auswirkungen auf Kinder und Familie ändert das jedoch ebenso wenig, wie daran, dass aus den zwei Jahren bis die Schädigung anerkannt wurde, Schulden zurückgeblieben sind.