Pause – Online-Schreib-Therapie – Teil 3

CIMIC-Tour Dezember 2005

Mittlerweile sind drei der insgesamt 10 Sitzungen der Onlineschreibtherapie absolviert. Nachdem zunächst die Kindheitsphase bis 10 Jahre aufzuschreiben war, folgte dann die Phase bis ins Alter von 18. Es entstanden sehr persönliche Texte, die ich nicht öffentlich zugänglich machen werde – zumindest nicht zum jetzigen Zeitpunkt. Die Anweisungen für die Schreibaufgaben sehen im wesentlichen aus, wie in der Aufgabe 3, die ich heute bearbeitet habe:

Ich möchte Sie bitten, in diesem dritten Text zu Ihrer Biographie Ihre Lebensphase vom 18. Geburtstag bis zum Erleben des traumatischen Ereignisses zu beschreiben. Bitte versuchen Sie, erneut genau aufzuschreiben, was Sie in dieser Zeit erlebt haben. Ihre Erinnerungen können dabei wieder Worte, Bilder, Gerüche, Gefühle oder Körperwahrnehmungen umfassen.

Ich möchte Ihnen dazu abermals einige Anhaltspunkte geben, welche Ereignisse in dieser Lebensphase vorkommen können. Diese Vorschläge müssen nicht von Ihnen abgearbeitet werden, sondern sollen nur eine Hilfe darstellen.

Wohnort/Umzüge
Arbeit/Beruf – Studium
Eintritt in die Bundeswehr
Freizeitgestaltung, Hobbys, Musik
Beziehungen
Heirat, eigene Familie, Geburt eigener Kinder
Freunde
Charakterzüge Ihrer Person im Erwachsenenalter
Vorbilder
Krankheiten
Auf was sind Sie besonders stolz?
Was war in dieser Lebensphase problematisch? Wie haben Sie es gelöst bzw. wie wurde es gelöst?

Bitte beachten Sie auch wieder die in den letzten beiden Schreibaufgaben erwähnten allgemeinen Hinweise zum Schreiben: Schalten Sie Störfaktoren in Ihrer Umgebung aus und nehmen Sie sich einige Minuten Zeit, bevor Sie mit dem Schreiben beginnen. Gerne können Sie zur besseren Erinnerung wieder Hilfsmittel verwenden.

Schreiben Sie auch wieder in der Ich-Form. Sollte Ihnen nicht sofort etwas einfallen, bleiben Sie bitte trotzdem 45 Minuten sitzen und versuchen weiter, sich auf die Aufgabe zu konzentrieren.

Nach dem Schreiben sollten Sie versuchen, sich zu entspannen.

Nachdem Sie den Text geschrieben und abgeschickt haben, erhalten Sie innerhalb eines Werktages eine Rückmeldung von mir.

Herzliche Grüße,


„Wie geht’s dir?“

Es war die Frage eines Kollegen / Bekannten, den ich heute im Zug traf, die mich vor eine quasi unlösbare Herausforderung stellte. Was soll ich darauf antworten? Wie geht es mir?

Der Tag sollte heute nach dem Frühstück die Schreibaufgabe umfassen, dann packen und ab in den Zug zur obligatorischen Familienweihnacht. Doch aus den 45 Minuten Schreiben wurden 150 Minuten. Fast 5.000 Worte oder rund 32.000 Zeichen. Im Rückblick auf die Aufgabe, habe ich wohl viele der geforderten Aspekte nicht genannt. Auslöser dafür war, dass mir die Eingrenzung „bis zum Erleben des traumatischen Ereignisses“ nicht recht gelingen will.

Die Frage zielt auf Traumata ab, die mit einem sehr konkreten Ereignis, das einen festen Zeitpunkt hat verknüpft sind.
Bereits in vorherigen Therapien konnte ich z.B. mit dem Leiter des Psychotraumazentrums feststellen, dass in meinem Fall – und das ist nicht selten – das punktuelle Ereignis fehlt. Zur Erklärung bietet sich die Analogie eines Knochenbruchs an. Ein Knochen kann spontan brechen, wenn zu Beispiel ein Sturz oder andere stumpfe Gewalt auf den Knochen wirkt. Am Ende meines Aufenthaltes im Bundeswehrkrankenhaus im Jahr 2013 ergab sich aber eher das Bild eines Ermüdungsbruches. Also im Endeffekt der gleiche kaputte Knochen, aber eben gebrochen durch eine dauerhafte Überlastung.

Mir war es beim Schreiben heute nicht möglich, einen konkreten Zeitpunkt zu benennen und so arbeitet ich mich durch die insgesamt vier Einsätze. Es fällt mir dabei schwer, auf Einzelheiten zu fokussieren, da viele dieser Erlebnisse so präsent sind, als lägen sie nicht 16 (KFOR), 11 (ISAF 1), 9 (ISAF 2) oder 8 (ISAF 3) Jahre zurück. Bereits bei den vorherigen Aufgaben merkte meine Therapeutin an, dass ich mich an sehr viele Aspekte der immerhin mehr als 27 bis 34 Jahre zurückliegenden Phase erinnern könne, was nicht selbstverständlich sei. Ich wünschte, diese Zeit würde verblassen, wie manches Bild.

Lochkamera-Aufnahme Taloquan Januar 2006 – 5 MInuten Aufnahmedauer

Heute holte mich diese Erinnerungsvermögen beim Schreiben ein. Seit Mitte November klar wurde, dass die Online-Schreib-Therapie bereits im Dezember statt erst im März / April stattfinden muss, hängen meine Gedanken wieder sehr häufig an den belastenden Aspekten der Einsatzzeiten. Das sorgt derzeit für massive Einschränkungen. Zeitweise fällt es mir schwer mich zu konzentrieren und zur Ruhe zu kommen. Generell bin ich nachdenklicher und zurückgezogener, als sonst. Selbst feste Termine im Freundeskreis nahm ich unregelmäßig, lustlos oder gar nicht wahr. Ein Weihnachtsraclette, das ich eigentlich mit Kommilitonen veranstalten wollte fand nicht statt. Mir fehlt schlicht die Kraft.

Im Studium tue ich mich derzeit schwer,die Themenfindung für die im Februar fällig TAZ-Beilage hinzubekommen. Selbst das Thema NSA-Untersuchungsausschuss, das ich in den letzten Jahren intensiv verfolgt habe und das zum Dreh- und Angelpunkt meiner journalistischen Arbeit wurde verlangt mir mehr ab, als das je der Fall war. Selten hatte ich das Gefühl festgefahren zu sein so stark, wie im Moment.

CIMIC-Tour Dezember 2005 – irgendwo in den Bergen südlich der Verbindungsstraße zwischen Kunduz und Taloquan

Ausblick

Ich hoffe, ich kann in den nächsten Tagen zur Ruhe kommen und klebe nicht mit den Gedanken ständig an den belastenden Aspekten der Einsatzzeiten. Vielleicht gelang es mir, durch den heutigen Text diese Gedanken in Bits- und Bytes zu bannen. So, wie ich das auch hier mache – in der Hoffnung, dass nach einem Text wieder Raum für Ruhe und Kreativität ist. Beides ist dringend erforderlich.

Die nächste Schreibaufgabe wird wieder aufwändiger und erfordert zeitliche Planung, da rund um die 4. Schreibaufgabe wieder eine Reihe von Speichelproben abzugeben ist. Über die gesamte Dauer – vor, während und nach – der Schreibtherapie habe ich an gewissen Punkten diese Proben abzugeben. Ziel ist die Veränderung der im Speichel enthaltene Stresshormone zu beobachten. Doch bis zur nächsten Schreibaufgabe sind es noch volle drei Wochen.

… und es geht eben auch anders

Nach der letzten negativen Erfahrung (siehe „Staatsbürger“- & „Einbestellt“-Text wurden die Tage und Wochen wieder ziemlich unerträglich. Ich schaffte es zwar überwiegend, die Außentermine aufrecht zu erhalten und fiel auch nicht aus dem gerade erst gestarteten Schlagzeugunterricht. Rettend war auch ein ohnehin geplantes Wochenende in Frankreich, was für Abstand sorgte.

Doch es ändert nichts an der zersetzenden Wirkung, die dieser einzelne Termin am 15.11. entfaltet. Es gab Tage, an denen nichts mehr ging. Erschöpfung – Angst – Hoffnungslosigkeit – getriggert durch die impliziten Drohungen des Arztes am 15.11.2016. „Ich will ihnen nur zeigen, wie sich das entwickeln kann“ – das ist kein Disclaimer für Aussagen, wie „Onlinetherapie ? Das ist doch nur ein Mittel, sich der Kontrolle durch den Dienstherrn zu entziehen.“ oder „Wenn Sie eben als Eremit leben wollen – bitte – aber dafür muss die Bundeswehr ja nicht zahlen.“ Das ich die Behandlung mit Antidepressiva ablehne und mich lediglich über Verhaltenstherapie an einen besseren Umgang mit den Depressionen heranarbeite, ist eine mögliche Entscheidung und vor allem: meine Entscheidung.

Anders, als noch vor drei Jahren war ich nach der Provokation am 15.11. immerhin in der Lage soziale Kontakte aufrecht zu erhalten, statt mich komplett zurückzuziehen. Kompletter Rückzug – das war in der Vergangenheit das sprichwörtliche Anstarren der Wand, das mit Mangelernährung und Rückzug aus nahezu allen sozialen Aktivitäten einherging. Nein – das suche ich mir nicht aus. Nein – das passiert nicht freiwillig. Das ist schlicht die Reaktion auf Verhalten, wie „Bossing“, „Mobbing“ oder unqualifiziert geäußerte und gegen mich durchgesetzte Kritik. Ich habe all das schon einmal ertragen müssen. Es führte damals in lebensgefährliche Situationen und sorgt bis heute dafür, dass ich psychisch und physisch mit der gleichen Anspannung reagiere – selbst dann, wenn es gar nicht mehr zu einer Lebensgefahr führt.

Für die simplen Verwaltungsgemüter, die anzweifeln, was ich hier beschreibe, empfehle ich einen perfiden Selbsttest nach Pawlow-Muster:

1. Sie – der Zweifler – beauftragen bitte nun den Kollegen vom Schreibtisch gegenüber, zunächst ein Weihnachtsglöckchen zu läuten und ihnen dann mit einem Hammer auf eine Fingerkuppe zu schlagen. So fest, wie es nur geht. Ja, das tut weh. Aber das ist ja nur einmal. Halten Sie sicher aus.

2. Wiederholen Sie die unter 1 beschrieben Prozedur mit den verbliebenen neun Fingern. „Glöckchen – Hammer – Finger“

3. Sollten Sie wirklich nach 10 Fingern immernoch auf dem Stand sein, dass sie nicht schon beim Erklingen des Glöckchens schreiend und in Panik das Büro verlassen: sie haben ja auch noch 10 Zehen am Fuß.

4. Beobachten Sie in den kommenden Jahren selbst, wie sie auf ein erklingendes Glöckchen reagieren.

Das ich auf dem Therapieweg längst nicht am Ende bin, habe ich im Laufe des Jahres längst selbst bemerkt. Oft waren es stressige Phasen im Studium, in denen ich zunächst versuchte, alle Leistungen zu 100% zu erfüllen. Im Ergebnis stand eine Art Erschöpfungsdepression. In zwei Praktikas konnte ich mich in Chefsituationen beobachten, erfahren, was es mit mir macht und auch hier wieder Gegenmaßnahmen treffen. Leider ist es weiterhin nicht so, dass nach solchen Erfahrungen einfach ein erholsames Wochenende reicht, um am nächsten Montag wieder unbefangen am Arbeitsplatz zu erscheinen. Konzentration und Kreativität – beides immanent wichtig für meinen Beruf – verlieren und die Kraft geht in Wachsamkeit, Vermeidung und Anspannung.

Wie es besser geht

Am Dienstag ging es darum, mich auf die Teilnahme an der Online-Schreib-Therapie vorzubereiten. Diese Studie führt das Psychotrauma-Zentrum der Bundeswehr gemeinsam mit zivilen Psychologen der FU-Berlin durch. In einem Eingangstelefonat und einer Vorerhebung wird zunächst geprüft, welche Bereiche für den Patienten derzeit relevant sind und welche problematischen Ereignisse gesehen werden.

Es kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz, mit denen die Auswirkungen von Stress erfasst werden. Neben einer Eyetracking-Sitzung, in der die Reaktion auf mögliche Traumaauslöser beobachtet wird, wird mittels Haar- und Speichelproben die Entwicklung des Kortisolwertes beobachet. „Kortisol-Analysen im Haar geben einen Hinweis auf chronischen Stress.“, heißt es im Infoblatt, das den Patienten ausgehändigt wird. Die Haarprobe wird zum Anfang der Studie genommen, Speichelproben am Anfang, während und nach der Studie. Hinzu kommt die Herzratenmessung während der Schreibaufgaben. So viel zum Argument des Arztes vom 15.11.2016, der urteilte, dass eine Online-Schreibtherapie ja auch nur ein Weg sei, sich der Kontrolle des Dienstherrn zu entziehen.

Mir steht es – wie allen anderen Teilnehmern der Studie, egal ob aktiver Soldat oder bereits zivilorientierter Verwaltungsfall – frei, ob das Ergebnis der Onlineschreibtherapie in Form eines Abschlussberichtes Teil der Krankenakte wird.

Ich kann nicht sagen, ob es schlichtweg daran lag, dass ich von einem zivilen Psychologen durch den gestrigen Tag begleitet wurde, aber die Atmosphäre empfand ich als konstruktiv und zielorientiert – kein zu den Anschuldigungen am 15.11.2016 oder dem in „Befund – lesen bei Strafe verboten“ beschriebenen Termin im Oktober 2015.

In den kommenden Tagen muss ich insgesamt 12 Speichelproben zu festgesetzten Zeiten sammeln. Ab Samstag steht mir dann das Login auf dem Therapie-Server zur Verfügung. Insgesamt sollen zwei Texte pro Woche entstehen, die – so die Zusicherung des Psychologen – nur kurze Zeit auf den abgesicherten Servern verbleiben und zeitnah nach der Antwort des Therapeuten wieder gelöscht werden. Die Antwort auf die Texte soll mich innerhalb von etwa einem Werktag erreichen.

Nach den ersten Schreibaufgaben werde ich entscheiden, wie viel ich anteilig davon öffentlich mache oder ob ich nur „über“ den Verlauf der Therapie schreiben werde.

Notwendigkeit

Mir war klar, dass es noch belastende Anteile gibt, die mein Leben beeinflussen. In Praktika und im Studium setze ich mich gezielt diesen Situationen aus und komme zunehmend besser damit zurecht. Zumindest, wenn es darum geht, auf Stress zu reagieren und Gegenmaßnahmen zu treffen. Rückschläge, wie der Termin am 15.11.2016 irritieren und werfen mich zurück. Statt mich mit der Semesterplanung des Wintersemesters, sowie den Aufgaben in den Kursen zu befassen, lag ein Großteil der Aufmerksamkeit darauf, was der 15.11.2016 ausgelöst hat und wie ich verhindere, dass die Folgen mein soziales Umfeld belasten und teilweise auch wieder zerstören. Doch anders, als 2013 gibt es nun Menschen, die mich auf dem Weg unterstützen. Dafür bin ich dankbar.

Wie der Wehrbeauftragte mein WDB-Verfahren sieht

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Ergänzung:

Es fehlt die Information, dass der erste Antrag (13. Mai 2013) bei der WBV-Süd zunächst eintraf und dann an die WBV-West unvollständig weitergeleitet wurde. Ich musste erneut alle Hergänge der Schädgigung schildern. Es dauerte gut 4 Wochen, bis ich das hin bekommen habe.

Nüchtern heißt es auch in diesem Schreiben: es dauert so lange, wie es dauert. Was in der Zwischenzeit den Bach runter geht: dem Verwaltungsbeamten fordert niemand ab, sich darum Gedanken zu machen.

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Führe zu „erheblichen Such- und Erkennungsdienstlichen Maßnahmen“. Hier bescheinigt der Wehrbeauftragte, dass die Bundeswehr nicht in der Lage ist, mit ehemaligen Soldaten Kontakt zu halten bzw. gezielt wieder aufzunehmen. Gründe dafür gibt es mehrere – ja nach Laufbahn der Zeugen:

Fall 1: Zeuge = (aktiver) Berufssoldat

Der Ermittlungsaufwand bezieht sich dabei auf die Personalakten. Sofern die Namen eindeutig sind, sollte es zu keinen Problemen kommen. Fehlt dem Antragsteller Personenkennziffer (hat niemand von anderen parat) muss das Personalamt anhand von Einsatzzeitraum zurückermitteln, um welchen z.B. „Oberfeldwebel Peter Müller“ (Phantasiename) es sich beim Zeugen handelt. Einmal gefunden muss nur noch herausgefunden werden, ob der Soldat auch an dem Standort eingesetzt ist, der in der Personalakte steht UND nicht gerade irgendwo hin abkommandiert ODER erneut im Einsatz ist.

Potential: wenige Wochen bis ein Quartal, bis der Zeuge erreicht wird.

Bearbeitungszeit: beginnt ab erreichen des Zeugen

Fall 2 : Zeuge = ehemaliger Zeitsoldat

Hier beginnen die Probleme. Ausscheidende Zeitsoldaten haben die Wahl, wie mit ihrem Personaldatensatz umgegangen wird. Wer sich als „Reservist“ betätigt ist aufgefordert, jeden Umzug zu melden und stets für einen korrekten Datensatz bei der Bundeswehr zu sorgen.

Wer die Bundeswehr ohne Bedürfnis nach irgendeinem späteren Kontakt verlässt, der verschwindet vom Radar. Damit die Bundeswehr gezielt Kontakt aufnehmen kann, ist eine Ermittlung durch die Einwohnermeldeämter erforderlich. Wer nach der Bundeswehrzeit mehrfach umzieht und die Meldungen korrekt vollzieht dürfte schnell aufzufinden sein. Wer schlampt, viele wechselnde Wohnorte hat oder gar ins Ausland umzieht, wird zum Fallstrick für den geschädigten Soldaten.

Potential: wenige Wochen bis mehrere Monate, bis der Zeuge erreicht wird.

Bearbeitungszeit: beginnt ab erreichen des Zeugen

Fall 3: Zeuge = ???

Zeugen, die aus anderen Systemen stammen und mit der Bundeswehr zusammenarbeiten potenzieren die Bearbeitungszeiten der Anfragen. Denkbar sind Polizisten, die im Einsatzland kooperiert haben. Denkbar sind auch Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes oder ziviler Firmen, die Zeugen der Schädigung wurden.

Als hochgradig problematisch würde ich Zeugen bewerten, die z.B. mit einer Tarnidentität beim Bundesnachrichtendienst arbeiten, als Soldaten auftreten und möglicherweise aufgrund ihrer Tätigkeit im Einsatzland  nie wieder mit dem Namen in Deutschland unterwegs sind, mit dem sie im Einsatz gegenüber dem Geschädigten aufgetreten sind.

Wie viele Ebenen sind notwendig, um durch Schutzmaßnahmen durchzudringen oder an den Punkt zu gelangen, dass die Ermittlungen als „erfolglos“ und „in dubio pro“ Antragsteller eingestellt werden?

Die Folgen der Geheimhaltung muss der geschädigte Antragsteller ausbaden. Allein schon deswegen muss ab Diagnose einer einsatzbedingten Erkrankung oder nur der Vermutung eine entsprechende Absicherung greifen.

Manko in der Veteranenerfassung

Eine direkte Kontaktaufnahme mit ehemaligen Einsatzsoldaten ist auch 2015 nicht gezielt möglich, weil es keinen offiziellen Datensatz gibt, der die Ex-Soldaten für die Bundeswehr erreichbar macht.

Selbst als Reservisten sind die Datenbestände z.B. zwischen Besoldungsstelle und der ehemaligen Kreiswehrersatzamts-Sturktur nicht deckungsgleich. 2014 scheiterte ein Kriegsdienstverweigerungsantrag, weil ein mit Berliner Adresse abgesendeter Antrag im Nirvana ehemaliger Adressen versandete. Dabei bestand zu zahlreichen Bundeswehrstellen – inklusive Besoldung – noch Kontakt und ein aktueller Datensatz.

Klar und deutlich: werden gehäuft Fälle von Gesundheitsbelastungen gemeldet, die auf  ein bestimmtes zurückliegendes Kontingent – z.B. durch belastete Farben – zurückgehen, müsste die Bundeswehr die öffentlichen Medien kontaktieren oder eben wieder monatelang ermitteln, um belastete Ex-Soldaten zu informieren. Der Wehrbeauftrage mahnt seit Jahren – das BMVg verbrennt lieber Geld in Drohnen, statt auf Vorsorge beim Ex-Personal die notwendige Fürsorge walten zu lassen.

Wahnvorstellungen eines Kranken? Nein.

In meiner Tätigkeit in Afghanistan war ich im täglichen Kontakt mit afghanischen Mitarbeitern, hatte ein Massenmedium zu verantworten, mit dem ich jederzeit durch Fehler ein kaum wiedergutzumachendes Chaos hätte anrichten können. Ich muss davon ausgehen, dass

1. meine Arbeit permanent im Monitoring durch den BND gewesen ist,
2. meine Arbeit permanent im Monitoring durch die NATO gewesen ist (Stichwort: „Deutscher General entschuldigt sich für Islamkarrikaturen“),
3. einzelne Kontakte regelmäßig mit Tarnidentitäten oder „Legenden“ mit mir im Gespräch waren.

Ich habe mittlerweile mehrere Gespräche identifiziert, die mit hoher Wahrscheinlichkeit durch Mitarbeiter von Diensten geführt wurden. Einfach nur zum Zweck, einen Eindruck zu bekommen, woran ich arbeite, wie ich ticke und was von mir zu erwarten / zu befürchten ist.

Ständig Gedanken daran verlieren – nein. Aber zwischenzeitlich resümieren, wo Ansatzpunkte waren, mir die Probleme zu bereiten, die in den letzten Jahren aufgetreten sind: ja. Und immer drauf hoffen, dass sich das in den nächsten Jahren niemand erneut erdreisten wird.

Gespräche mit dem Lücking auf dem kleinen Dienstweg anstoßen: forget it. Don’t even think to continue that shit.

 

 

wpid-20150322_090126-1.jpgMitteilungen über den Verlauf habe es nur wenige gegeben. Der Bearbeiter geht hier nonchalant darüber hinweg, dass mein damaliger Anwalt in Monat 12 ohne Rückmeldung über das Verfahren eine Anfrage stellte und abgewiesen wurde. „Das würde auch nichts beschleunigen und man habe genug zu tun!“ war die Antwort der offenkundig überlasteten Bearbeiter.

Erst mit der Eingabe an den Wehrbeauftragten kam ab Monat 14 wieder Bewegung in meinen Fall. Mich dafür permanent öffentlich aufstellen und äußern zu müssen war eine weitere Belastung.

Konstruktiv? Kann ich!

Angesichts der Nachteile, die aus den o.g. Prozessen entstehen kann von einem Schutz geschädigter Antragsteller nicht die Rede sein.

Weder die Unterbesetzung der Verwaltung, noch „Besonderheiten“ (bewusst) intransparenter Verfahren oder schlecht verwalteter Datensätze sind durch die erkrankten Personen zu verantworten. Die Folgen daraus machen krank, chronifizieren oder führen zum Totalzusammenbruch des Antragstellers oder der jeweiligen sozialen- und wirtschaftlichen Strukturen.

Um diese gravierenden Versäumnisse der letzten Jahrzehnte auszuräumen, braucht es vertretbare Bearbeitungszeiten der Anträge und parallel eine Absicherung der Antragsteller während des Verfahrens. Aktive Soldaten habe diese Probleme nicht – ehemalige Soldaten kollidieren mit zivilen Versorgungsroutinen.

Soldaten, die noch in der beruflichen Förderung nach der Dienstzeit sind und ihre Ausbildung noch nicht abgeschlossen haben riskieren ihre Existenz.

Zersetzung

Sehr geehrte *Bearbeiterin* ,

mit Datum vom 18.02.2015 ging mir heute am 19.02.2015 ihr Schreiben zu. Ich antworte im Volltext sowie im Stil eines offenen Briefes. Das wird etwas umfangreicher, damit auch Dritte diesen Brief inhaltlich verstehen können.

Im Juni 2014 wurde absehbar, dass meine finanzielle Situation schwierig werden würde und ich riet meiner Exfrau für die beiden gemeinsamen Kinder frühzeitig Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz zu beantragen. Ziel war es, zumindest den fristgerechten und verlässlichen Eingang des Mindestunterhalts i.H.v. 360 Euro gewährleisten zu können.

Wie ihnen sicher bekannt leide ich an einer Stress-Erkrankung, die das Ergebnis einer Überlastung durch die Personalpolitik der Bundeswehr rund um den Afghanistaneinsatz ist. Ende Januar wurde nach massivem öffentlichen Druck und einer Verfahrensdauer von 22 Monaten nun der Grad der Schädigung mit 30% festgesetzt.

Fatal an der Situation ist, dass ich nach außen hin trotz größtem Stress scheinbar funktioniere. Wie ich das derzeit bewerkstellige verstehe ich selbst kaum. Das es nicht gesund ist und ich mich dabei auch nicht gesund fühle, wird schnell deutlich, wenn ich meinen derzeitigen Tagesablauf schildere.

Einschließlich Arbeitsweg bin ich derzeit täglich rund 10 Stunden außer Haus. Ich gebe mir größte Mühe im Job zuverlässig zu funktionieren, um zumindest meine Wohnung und die Lebenshaltungskosten sichern zu können. Der Kraftaufwand ist enorm und die Zeit zwischen den Arbeitsschichten ist geprägt von Niedergeschlagenheit, Erschöpfung und Schlaf, der kaum noch erholsam ist. Schon das rechtzeitige verlassen des Hauses wird zum Problem. Es ist ein Kraftaufwand, für saubere Kleidung und Körperhygiene zu sorgen, sowie mich regelmäßig zu ernähren.

5 Tage entfallen auf Job 1, ein Tag ist derzeit für die Therapiemaßnahmen reserviert. Und irgendwie kann ich ihnen auch nicht sagen, ob am siebten Tag irgendetwas stattfindet, was mich weiterbringt. Egal, ob in Bezug auf das Studium, was immer noch abzuschließen ist oder in Bezug auf Erholung, die dringend notwendig ist.

Die Rechnung aufmachen

Mit ihrem heutigen Schreiben fordern Sie von mir eine detaillierte Auseinandersetzung mit meiner derzeit sehr fragilen Finanzlage. Darüber hinaus soll ich bis zum 15. März einen Ämtergang absolvieren, um eine Unterhaltsurkunde zu erwirken.

Diese Urkunde ist wichtig in Fällen, in denen der Kindsvater nicht bereit ist zu zahlen und gibt der Kindsmutter die rechtliche Möglichkeit einer Kontopfändung. Sicherlich gibt es viele Fälle in denen das erforderlich ist. Ich zähle nicht dazu.

Hier der Einblick in meine Finanzen:

Derzeit bin ich freiberuflich tätig und schaffe es, mit dem oben beschriebenen Arbeitsaufwand einen Geldeingang zwischen 650 und 850 Euro monatlich zu erwirtschaften. Das liegt unterhalb des Existenzminimus.

Die Einkünfte aus der journalistischen Tätigkeit, die ich vom Berufsziel anstrebe, beschränken sich auf 100 bis 200 Euro. Das liegt derzeit hauptsächlich daran, dass mir der ermüdende Job und der Mangel an Raum für Therapie und Entlastung die Kraft raubt.

Im besten Fall sind also 1050 Euro verfügbar. Mir ist klar, dass das nicht reicht. Darum verschulde ich mich derzeit monatlich mit 650 Euro durch einen Studienkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Diese wachsende Verschuldung ignoriere ich.

In unregelmäßigen Abständen wurde ich zwischen Oktober 2014 und Januar 2015 durch die Zahlung von Geldern aus Stiftungen rund um die Bundeswehr unterstützt. Diese Zahlungen verrechnete ich sofort und leistete entsprechend der Gesamtsumme meiner Eingänge Unterhalt.

Gleichzeitig reduzierte ich aber auch die Arbeit in Job 1 auf rund 400 bis 500 Euro, um die freie Zeit für Therapie und eine Arbeit am Studienabschluss zu haben. Wegen der fehlenden Anerkennung der Erkrankung musste ich darüber hinaus auch Therapie & Coaching-Kosten von 400 bis 500 Euro monatlich aus den Unterstützungsleistungen finanzieren.

In einem zweiten Job, der zwischen September und Dezember monatlich 300 Euro einbrachte und Sozialversicherung, sowie Krankenversicherung gewährleistete konnte ich zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr so zuverlässig bedienen. Der Job endete mit der letzten Zahlung im Januar 2015. Auch die Einnahmen aus diesem Job verrechnete ich nach Düsseldorfer Tabelle und zahlte in Richtung ihres Amtes, sowie in Richtung meiner Ex-Frau die entsprechende Unterhaltssumme aus.

Ihre Forderung

Bereits im September 2014 drohten Sie mir an, mich unter Bewerbungszwang zu setzen und eröffneten mir, ich hätte keinen Anspruch mehr darauf, ein Studium abzuschließen. Bitte rechnen Sie sich die Aussichten aus, die ein Abiturient mit Führerschein Klasse 3 hat, einen Job zu finden, der zu ausreichend Unterhaltszahlung führt. Das ist schon rein objektiv als wirtschaftlicher Unfug anzusehen.

Subjektiv – im Hinblick auf die bei mir bestehende Erkrankung – wäre ein Abbruch des Studiums fatal. Es ist nicht davon auszugehen, dass ich mit dem derzeitigen Stand der Erkrankung als Power-Walker bei Amazon oder Zalando oder in einer sonstigen Tätigkeit lange genug durchhalten würde, um Probezeiten zu überstehen.

Im Dezember 2014 und Januar 2015 war ich bereits im Job 1 zeitweise wackelig. Ich konnte zu Schichtbeginn gerade noch genug Selbstbeherrschung aufbringen, um nicht heulend vor dem Computer zusammenzubrechen. Dieser Job verlangt mir nach außen ein freundliches, ruhiges Auftreten ab und ich muss mir mitunter trotz freundlicher Ansprache heftigste Pöbeleien anhören. Wie lange ich das noch durchhalte kann ich derzeit nicht absehen.

Ich weiß nicht, wie es sein würde, den Forderungen nachzukommen, die sie in ihrem Schreiben aufstellen. Mich in der geforderten Detailtiefe mit der problematischen wirtschaftlichen Situation auseinander zu setzen ist mir derzeit unmöglich.

Den Ämtergang vorzunehmen, mit dem das Pfändungs-Instrumentarium möglich und beschleunigt wird, dürfte sich ähnlich zersetzend auf meine derzeit mehr als angeschlagene Stabilität auswirken.

Was lähmt

Wie erwähnt wurde mittlerweile der Grad der Schädigung mit 30 % anerkannt. Das führt zu einer Rentenzahlung von monatlich 130 Euro, die ab März beginnt. Wie im Blog zu lesen erfolgte bereits die Nachzahlung für die vergangenen 22 Monate. Doch das Geld verschwand so schnell, wie es eintraf. Von den rund 3000 Euro musste zunächst der Dispo mit 1000 Euro ausgeglichen werden.

Danach veranlasste ich die Zahlungen von Unterhalt (siehe die von ihnen bescheinigten Eingänge & das ausgeglichene Konto, das sich kaum länger als 16 Tage im „Soll“ befunden haben dürfte. Die Zahlungen der Unterhaltsdifferenz an meine Ex-Frau für Januar und Februar habe ich ebenfalls veranlasst.

Im Februar wurde darüber hinaus der Semesterbeitrag fällig und weitere Rechnungen (Krankenversicherung, Haftpflichtversicherung, Monatsticket usw.) habe ich ebenfalls vorgenommen. Eine Therapierechnung konnte ich ebenfalls noch begleichen.

Es besteht die Chance, zum Monatswechsel einmal nicht an den Rand des Dispos zu gelangen – leider aber wird das Einkommen aus Job 1 immer erst zum 10. des Monats überwiesen. Das macht das erste Monatsdrittel – sagen wir mal – abenteuerlich.

Nicht tragfähiges Konzept

Ja, dass das auf Dauer nicht funktioniert ist mir klar. Mit dem Jobverlust Ende Dezember 2014 wurde der Druck nochmal größer. Um nicht ganz zusammenzubrechen habe ich auf die Aufnahme eines Bewerbungsmarathons für „irgendeinen Job“ verzichtet.

Ich brauche Therapie, Ausgleich und Ruhe, statt den Druck einer Einarbeitungsphase.

Druck sollte ich mir auch nicht machen müssen, ob der bereits im DezemberNovember 2014 ärztlich getroffenen Einschätzung, dass die Schädigung einsatzbedingt ist, sollte zeitnah eine Einstellung in die Schutzzeit erfolgen.

Informell wurde mir diese Einstellung bis Ende Januar 2015 angekündigt. Doch da die Strukturen im Bereich der Veteranenversorgung so zuverlässig funktionieren, wie die Bestellvorgänge von Fluggerät, verstrich der Termin „Ende Januar“ ohne Rechtssicherheit für mich.

In einer weiteren informellen Ankündigung hieß es, bis „Mitte Februar 2015“ wären die Maßnahmen getroffen. Als ich um den 10. Februar 2015 anfragte, hieß es, es würde noch ein Papier fehlen. Dennoch sei nicht damit zu rechnen, dass sich im Laufe der zweiten Februar-Dekade etwas tun würde. Begründet wurde das damit, dass Düsseldorf (Sitz des zuständigen Personalamtes der Bundeswehr) eine Karnevals-Hochburg sei.

Mittlerweile stelle ich mich jedoch darauf ein, dass auch im März keine Wiedereinstellung erfolgt. Das ist so, wie beim Wehrgerät: nur weil es geliefert und verfügbar ist, heißt es nicht, dass es funktioniert.

Auf die Einstellung in die Schutzzeit darf ich mich derzeit leider nicht verlassen. Ich muss derzeit davon ausgehen, dass der Militärische Abschirmdienst (MAD) und andere Instanzen die Wiedereinstellung verhindern. Grund dafür ist, dass ich in den letzten zwei Jahren die Aufdeckung einer Falschmeldung vorangetrieben habe.

Die Vertuschung von Verstößen gegen Genfer Konventionen und die Zuarbeit der Bundeswehr zu Lynchmorden lässt sich nicht abschließend beweisen – aber das dem Parlament die Verhaftung von Angreifern sowie die wahre Intensität des Angriffs vom 27.09.2008 verschwiegen wurden ist mittlerweile öffentlich.

Ich gehe davon aus, dass derzeit meine Einstellung in die Schutzzeit durch die Akteure verhindert wird, die die Falschmeldungen an das Parlament über Jahre hinweg zugelassen haben.

Selbstschutz

Ließe ich es zur Erstellung der von ihnen geforderten Unterhaltsurkunde kommen, dann hätten Sie bzw. meine Ex-Frau das Instrument der Pfändung in der Hand. Derzeit leiste ich mehr Unterhalt, als ich aufgrund meiner finanziellen Situation leisten müsste. Wozu braucht es da also die Anerkennung ?

Gesetz dem Fall, dass ich im März oder April mit der Zahlung in Verzug geraten würde, gäbe es nichts zu pfänden. Ich wurde auch im Rahmen des Scheidungsverfahrens nicht dazu aufgefordert, eine entsprechende Urkunde zu liefern.

Auch seitens meiner Ex-Frau wird bzw. wurde kein Bedarf kommuniziert einen entsprechenden Titel gegen mich zu erwirken.

Zusammenfassung

Ich habe mich mittlerweile soweit auf funktionieren reduziert, dass ich Schreiben und Darstellungen, wie diese nahezu regungslos herunterschreibe. Für den Moment reduziert das sogar in gewisser weise den Stress, den ich kaum noch ertrage und den ich nur durch eine gesicherte Lebensführung dauerhaft reduzieren könnte.

Mein Professor rät mir, während der Dauer der Bachelorarbeitsphase ausschließlich an der Bachelorarbeit zu arbeiten. Ich habe derzeit weder finanziell, noch gesundheitlich die Reserven, um das zu bewerkstelligen.

Die Maßnahmen des Unterhaltssicherungsamtes zersetzen mich weiter. Ich kann ihnen nicht versprechen, dass ich künftige Schreiben überhaupt noch öffnen werde.

Sollte ich im März noch nicht wiedereingestellt sein, bin ich gezwungen statt des Unterhalts von 360 Euro eine volle Summe an privatem Krankenversicherungsbeitrag zu zahlen. Plus vermutlich die Rückrechnung einer vollen Privatversicherung von Januar 2015 und Februar 2015. Leider ist diese Priorisierung notwendig, denn eine Kündigung würde vermutlich dazu führen, dass ich nie wieder privat versichert werde (die Erkrankung gilt als 100%iger Ausschlussgrund).

Einen Anspruch auf freiwillig gesetzliche Versicherung habe ich mangels einer vorangegangenen mindestens zwölfmonatigen Mitgliedschaft in der gesetzlichen Versicherung nicht.

Einen sozialversicherungspflichtigen Job zu finden scheitert an meinem derzeitigen Gesamtzustand. Ich stehe nicht am Anfang einer neuen Tätigkeit und eines neuen Jobabschnitts – ich stehe davor, gänzlich arbeitsunfähig zusammenzubrechen.

Falls sie sich fragen, wie lange ich das noch durchhalten muss, wenden sie sich an folgende Adressen:

1. Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages
Bearbeiter: Hans-Dieter Nißler
Tel: 030 – 227 – 38100

2. Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr – da müssen Sie sich mal durchfragen. War ja Karneval. Und Düsseldorf – sie wissen ja.

Bitte sehen sie mir nach, dass ich schlichtweg nicht mehr anders kann, als mich in jeder Hinsicht öffentlich zu verhalten. Die Wirkung, die ihr Schreiben auf mich hatte ist, dass ich den morgigen Therapietag frei von Internetaktivitäten halten muss, um mich nicht noch weiteren negativen Effekten auszusetzen.

Ob Sie glauben, was ich schreibe ist mir mittlerweile egal. Auf welche Informationen sie setzen, liegt auch außerhalb meines Einflussbereiches.

Und falls sie oder irgendwelche Leser nun meinen: „Ach, schau, schreiben kann er, aber einen Ämtergang und ein Finanzformular ausfüllen klappt nicht“ dann ist ihnen auch nicht mehr zu helfen.

NULL Kommunikation: weich kochen scheint die Devise 2015

Eingaben an den Wehrbeauftragten: keine Rückmeldung.

eMails an den PTBS-Beauftragten: keine Rückmeldung.

Einziger Kanal, der halbwegs offen scheint ist ein semi-offizieller Kontakt zu(r) Fallmanager(in) aus einem Verein, der keine rechtsverbindlichen Aussagen treffen kann.

Aktuelle Lage:

Derzeit verlasse ich das Haus nur noch, um den Job aufzusuchen, der die Wohnung sichert. Freundschaften leiden. Therapie und Coaching müssen ruhen, da ich weder das Geld habe, diese weiter zu bezahlen, noch im jetzigen Zustand Forderungen/Zielen wie „zur Ruhe kommen“ (Therapie), noch den Zielsetzungen des Coachings nachkommen kann. Was nützen Pläne, wenn keine Planbarkeit möglich ist ?

Ich brauche dringend eine Auszeit, müsste mich krank melden, um zu regenerieren oder das Arbeitspensum runter zu fahren. Stattdessen steigt der Druck von Tag zu Tag. Während der Arbeit versuche ich das zu überspielen, lenke mich in den Wartezeiten zwischen den Anrufen mit Twitter ab.

Ich versuche weiterhin Kontakte zu knüpfen, mich im Journalismus hier vor Ort zu vernetzen und das für die Bachelorarbeit wichtige Thema auch nächste Woche wieder zu begleiten.

Existenzbedrohender Stress

Keine Lösung für Fortsetzung der Therapie, Lebensunterhalt und Unterhaltszahlungen – nach außen hin funktionieren und versuchen, die Menschen in meiner Umgebung nicht zu sehr zu belasten. Ich verstehe die freakig anmutenden Menschen, die manche nur als „durchgeknallt“ beäugen, wenn sie ihre existenziellen Probleme hier auf Berlins Straßen aus sich herausschreien oder scheinbar wirr brabbelnd durch Straßen, Parks und S-Bahnen ziehen.

Ich brauche die Reha, was das Arbeitsumfeld angeht. Leistungen im Job erbringen und davon Leben können, statt ignoriert und isoliert zu werden.

Ich brauche die Reha, was die Therapie & Coachingmaßnahmen angeht. In Ruhe kommen um die anstehenden Schritte zum Studiumsabschluss gehen zu können.

Doch was kommt sind Druck, Isolation. Gestern rekapitulierte ich mit einer Kollegin, die sich für die letzten zwei Jahre interessierte, was Adlongespräch (Dez 2013), Drohungen via Facebook (Dez 2013, Februar 2014), Themenverbot Afghanistan (Dez 2013) kommentarlose Beendigung des Redaktionsjobs (Feb 2014), die Aufarbeitung der Afghanistanvorfälle (2013 + Feb 2014, Mai 2014, Okt 2014) an Stress bedeutet. Stress, den ich meist verdränge, um weiter zu funktionieren. Stress, der irgendwann körperlich wird und vermutlich einfach zum Zusammenbruch führt.

Nervende Technik

Technische Fehlfunktionen meiner IT – es nervt einfach nur noch. Teilweise Hardwarebedingt. Teilweise ist mein wichtigster verbliebener öffentlicher Kanal Twitter davon betroffen. 150117_Twitter_DM

Ein Fehler, der bisher nur mit „exakt eins User“ aufgetreten ist und wohl auf Seiten von Twitter liegt. Kommt nicht vor auf der Handy-App. Tritt auf im Safari-Browser, Firefox (Linux) und im Tor-Browser auf meinem Tails-System. Heute war erstmals die gesamte DM-Kommunikation kurzzeitig. Wieviel reale Reichweite ich mit dem Account überhaupt noch habe, welche Follower & User sich eingeschlichen haben, die besser auszusperren wären – alles Fragen, die mich fast zum Löschen des Accounts bringen.

Besser dran ohne Technik?

NEIN – das würde mich nicht entlasten, auch, wenn das seitens des / der Fallmanager(in)s immer mal wieder im Gespräch vorgeschlagen wurde. „Zieh dich von Facebook zurück“ … „arbeite nicht“ … und all das natürlich immer „gut gemeint“, denn ich soll mich ja ganz auf Genesung und Therapie konzentrieren.

Das ich das längst tat und gut voran kam – nicht in ihrer / seiner Vorstellungswelt vorhanden.

Ohne die Rückendeckung einer Redaktion und ohne regelmäßige Veröffentlichungen schreitet die Zersetzung der letzten Jahre nur noch weiter fort. Ich habe längst mir Reha und Einarbeitung begonnen. Im Oktober, November 2014 hätte ich sogar von einem guten Rythmus gesprochen, in den ich mich langsam einfinden konnte – Fortschritte dieser Monate sind nahezu dahin.

Ich brauche ein verbindliches, verlässliches Umfeld für die Regeneration – nicht das, was derzeit angestellt wird.

Zwischenstand Wehrdienstbeschädigung

Bundeswehr versendet Akte an medizinischen Dienst. Akte derzeit auf dem Rückweg vom medizinischen Dienst. Kommunikation zwischenzeitlich mit mir: NULL. Keine Einladung zum medizinischen Dienst.

Mein Anwalt schildert eine Mitarbeiterin, die offenbar vom Anruf genervt ist, darauf hinweist, das der Prozess dadurch auch nicht zu beschleunigen sei und das sie ohnehin viel zu tun habe.

Dauer es beschriebenen Vorgangs: mehr als ein Jahr.

Ich habe keine Ahnung über Umfang und Inhalt der Akte oder auch nur den Hauch einer Vorstellung, wie es weitergehen soll.

Policy-Change: Umgang mit anonymen Kommentaren

Da ich weder Zeit, noch Lust habe mich mit Trollen oder irgendwelchen SPIN-Doctors in staatlichen Diensten zu befassen, werde ich künftig bei Kommentaren wie folgt verfahren:

1. Pseudonyme sind geduldet

2. eine funktionierende eMAil-Adresse ist Pflicht.

3. Kommentatoren werden gebeten ihren Hintergrund zu erläutern, wenn sie, wie der Anonyme User „Eleusis“ nichts zur Diskussion beitragen ausser: „Da liegst du falsch! Rechtlich ist das alles ganz anders …. usw. “
Wahlweise können Sie das öffentlich tun – oder in einer eMail an mich, die dann ausschließlich meinem Hintergrundwissen dient und deren Angaben ich nach den journalistischen Regeln des Informantenschutzes behandeln werde.

Ich habe es satt semi-qualifizierten Selbstdarsteller ein Podium zu bieten oder das Einfallstor für staatliche Dienste zu weit offen stehen zu lassen.

Der Kommentarverlauf, der mich zu dieser Entscheidung bewegt hat ist an diesem Beitrag nachzulesen:

Pöbelei – Reaktion

Mir geht es nicht darum aufkommende Diskussionen zu unterbinden – doch eine gewisse Ernsthaftigkeit muss gegeben sein. Dieser Blog ist kostenlos für die Leser – aber er kostet mich sehr viel Kraft. Es zeugt von Respekt, mir wenigstens auf Augenhöhe zu begegnen – wenn ich entwürdigend behandelt werden will, dann gibt es genug Anlaufstellen, die ich schriftlich kontaktieren kann.