Selbstschutz

Bisher bin ich mit den Gedanken und Hintergründen in diesem Blog schonungslos offen umgegangen. Die letzten Wochen jedoch haben gezeigt, dass durch den Druck des Gesprächs vom 15.11.2016 sich einige Symptomatiken wieder verstärkt haben. Für die Phase der Schreibtherapie habe ich mich dazu entschlossen, dieses Blog passwortgeschützt zu betreiben und bitte interessierte Leser darum, sich unter der rechts oben gelisteten eMail oder jeweils am Blogartikel kurz namentlich anzumelden.

Vielen Dank und eine frohe Weihnachtszeit!

Protest gegen US-Africom im Stuttgart

In Stuttgart betreibt die US-Armee seit Jahrzehnten eine Militäreinrichtung, die als Kommandobehörde für Europa fungiert. Seit 2007 ist in den Kelley-Barracks darüber hinaus das US-Africom untergebracht. Über US-Africom werden die Operationen in afrikanischen Ländern, wie Somalia gesteuert.

Basis für die Drohnenangriffe sind oft nur die Daten aus der Mobilfunknutzung der Menschen, die mit Drohnen beschossen werden. Daten, die oft fehlerhaft und nicht eindeutig sind. Daten, die auch von deutschen Geheimdiensten, wie dem Bundesnachrichtendienst BND oder dem Bundesamt für Verfassungsschutz BfV an die US-Dienste weitergeleitet werden. Eine Garantie dafür, dass die Daten für den Drohnenkrieg genutzt werden gibt es nicht. Von deutscher Seite aus begnügen sich die zuständigen Bearbeiter im Verfassungsschutz, dass sie schreiben „Nur zur Nachrichtendienstlichen Verwendung“.

Trifft eine Drohne dann doch einmal den Inhaber einer Rufnummer, die vom Bundesamt für Verfassungsschutz weitergeleitet wurde, so lautet die Hausmeinung, man sie nicht unmittelbar, allenfalls mittelbar beteiligt.

Drohnenraketen, die immer wieder auch unschuldige Zivilisten treffen. In Afghanistan, Pakistan, Somalia, Jemen und vielen anderen Ländern der Welt. Drohnentötungen, die mehr Menschen gegen uns aufbringen, als wirkliche Gefährder zu töten.

Nach rund drei Jahren Arbeit am Thema IT-Sicherheit und Überwachungstechnologie, sowie auch meiner Arbeit an den Hintergründen der US-Militäreinsätze nach 9/11, ist meine Haltung zu diesen Einsätzen klar. Zum Jahrestag des Endes des zweiten Weltkriegs am 8.5.2016 protestierte ich daher gemeinsam mit rund 300 Friedensaktivisten gegen die US-Militäreinrichtung, gegen ihren Auftrag und gegen die Methoden, mit denen der angebliche Krieg gegen den Terror geführt wird.

Ausdrücklich nicht protestiere ich gegen amerikanische Bürger, die auf das Verhalten ihrer Regierung ebenso wenig Einfluss haben, wie die meisten Deutschen auf das Kanzleramt oder die meisten Afghanen auf die korrupten Politiker in ihrem Land.

 Bericht auf den Seiten der Stuttgarter Nachrichten

Redebeitrag: „Wir haben da etwas vergessen“

Willy Brandt brachte es auf den Punkt: „Vom deutschem Boden darf nie
wieder Krieg ausgehen.“
Aber mit der Wiedervereinigung haben wir einen notwendigen Schritt
verpasst, den wir dringender denn je nachholen müssen.
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#hollerkaputt & kranke Versicherungen: wenn es ohne Geld nicht mehr geht

Seit gut zwei Tagen ist das Video von Claudius Holler online. Selbständig – in einer schwierigen Lage und ohne den Schutz einer Krankenversicherung. Exakt in dem Moment, in dem er darauf am meisten angewiesen ist. „Krebs ist ein Arschloch“ – korrekt festgestellt. Doch nicht nur Krebs. Die Welle der Solidarität wird immer wieder von einer Reihe an Individuen gebrochen, denen Mitgefühl offenbar ebenso fremd ist, wie das Verständnis dafür, wie schnell Abrutschen in prekäre soziale Lebenslagen wirklich geht.

#Hollerkaputt holt derzeit ein Stück meiner eigenen Erfahrungen wieder hoch.

Juni 2014

Bereits seit 15 Monaten arbeite ich auf, was aus der Bundeswehr-Einsatzzeit zurückgeblieben ist. Nicht nur Krebs ist ein Arschloch. Depressionen haben mein Leben in der Zange und mich an einen gefährlichen existenzbedrohenden Punkt gebracht. Das Chaos brach über mich in der Endphase meines Studiums herein. Es fehlt eine Hausarbeit und die Bachelorarbeit, um einen Studienabschluss zu haben.

Ich bin damals 35 Jahre alt – habe 10 Jahre Berufserfahrung in einem Beruf, der im Zivilleben nicht einmal als Berufsabschluss gilt. Offizier. Ich kann organisieren, führen, verwalten, einen Radiosender leiten und habe Krisenkommunikation in einem Kriegsgebiet gemacht. Alles nichts wert, denn ein Universiätsabschluss fehlt. Als Journalist ohne Studium ist das automatisch auch ein Nachteil, wenn ich Leistungen aus der Künstlersozialkasse in Anspruch nehmen müsste. Auch hier wird im Fall der Fälle differenziert. Die Bedürftigkeit entscheidet darüber, ob ein Mensch Unterstützung erhält – der Berufs- oder Studienabschluss über die Höhe.

Mein damaliges Einkommen beträgt 1675 Euro. 450 Euro davon stammen aus einem Nebenjob bei den Piraten. Der Rest sind Zahlungen, die die Bundeswehr noch leisten muss. Ablaufdatum 01.08.2014. Davon zahle ich 600 Euro Unterhalt, denn ich habe zwei Kinder aus meiner geschiedenen Ehe zu versorgen.

Damit der Unterhalt in jedem Fall läuft erreicht die Zahlung meine Ex-Frau über den Umweg des „Unterhaltssicherungsamtes“. Es war absehbar, dass die Lage ab September 2014 schwierig werden würde.

Gesund werden und bleiben bei Existenzdruck

Meine Therapie verläuft nicht gut. Je mehr der Existenz-Druck zunimmt, desto weniger kann ich mich um das kümmern, was dran ist. Auch in dem Job bei der Piratenfraktion fehlt es mir an Konzentration. Wollen ist nicht das Problem. Die Depressionen nehmen zu. Wenn die Zahlungen zum 01.08.2014 wegfallen, dann sind nur 450 Euro sicher. Ohne Krankenversicherung. Ich finde einen Job, der noch einmal zwischen 600 und 900 Euro monatlich einbringt. Der Haken: dieser Job ist Sozialversicherungsfrei. Willkommen in der sogenannten Scheinselbständigkeit. Mir ist das in diesem Moment längst egal. Ich kann den Job irgendwie bewältigen, auch wenn bei Schichtbeginn nie ganz klar ist, wie lange und ob ich überhaupt durchhalten kann.

Aus der vorangegangenen Bundeswehrzeit bin ich im Juni 2014 zu 30% privatversichert und zu 70% durch die Beihilfe des Bundes abgesichert. Ich suche nach einer bezahlbaren Krankenversicherung. Unternehme ich nichts, dann bin ich ab dem 01.09.2014 mit monatlichen Kosten von 300 Euro zu 100% Privatpatient.

Obwohl mit 1050 bis 1350 Euro real erzielbaren Einnahmen ausgestattet, beginnt für mich der freie Fall durch die Ebenen des Sozialsystems.

Das Unterhaltssicherungsamt macht Druck. Treffen die Zahlungen nicht regelmäßig ein, kann mich dieses Amt zu 30 Bewerbungen auf zumutbare Jobs verpflichten. Zumutbar ist, was genug Einkünfte generiert. Eigentlich müsste ich mich um Therapie und die Erkrankung kümmern. Eigentlich ist ein Studium abzuschließen, um überhaupt Aussicht zu haben einen halbwegs bezahlten Job zu erlangen. Stattdessen jobbe ich, um nicht finanziell abzusaufen.

Ich frage bei der freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung an. Meine Jobkonstellation wird nicht akzeptiert. Sicher trägt auch die laufende Therapie dazu bei, dass ich nicht auf der Wunschliste für neue Mitglieder stehe. Einen Anspruch auf Aufnahme habe ich nicht, denn ich habe in den letzten Jahren nicht mindestens 12 Monate in einer gesetzlichen Krankenversicherung verbracht. Seit 1998 war die „Freie Heilfürsorge der Bundeswehr“ meine Krankenversicherung. Nebenbei unterhielt ich pflichtgemäß eine private Anwartschaftsversicherung – eine Art Mini-Krankenversicherung, um als dauerhaft versichert zu gelten und bei Eintritt in die normale Krankenversicherungswelt mit dem Gesundheitsstatus eines 20-Jährigen, statt den Zipperlein und Unzulänglichkeiten eines 35-Jährigen beurteilt zu werden.

Es bleibt also bei Einkommen – aber keine Krankenversicherung. „Geh doch in HARTZ4 – da wird die Versicherung übernommen und du hast Zeit für Therapie.Die müssen dich aufnehmen.“ – gut gemeinte Ratschläge bekomme ich in dieser Zeit zu Hauf. HARTZ4 und die rettende Krankenversicherung hätte ich nur für den Preis bekommen, dass ich mein Studium abbreche. Gift für die Depression. Gift für die gerade wiederkommende Arbeitsfähigkeit. Willkommen in der Perspektivlosigkeit für den Rest ihres Lebens.

Um nicht vollends zu kapitulieren setze ich mir ein journalistisches Thema, verfolge es und bin zumindest an 2 bis 3 Tagen im Monat dabei an meinem Ziel zu arbeiten, den Bachelor Onlinejournalismus abzuschließen. Meine Leistungen im 450 Eurojob werden schlechter. Irgendwie bewältige ich den anderen Job. Keine Lösung auf Dauer, denn ich sacke immer mehr ab.

Ratlose Gesichter

Irgendwann in dieser Zeit schaltet sich das Fallmanagement einer Hilfsorganisation für einsatzgeschädigte Bundeswehrsoldaten ein. „Ich brauche eine bezahlbare Krankenversicherung – mehr will ich gar nicht.“ Mit Elan spielt sich dieser Mensch durch die gleichen Strukturen, an denen ich bereits verzweifelt bin. Das Ergebnis:

– Krankenversicherung nur mit HARTZ4

– HARTZ4 nur mit Abbruch des Studium

– Studium nur, wenn Unterhalt für die Kinder gezahlt wird.

Danke Deutschland.

Das Fallmanagement nimmt Kontakt zum Verteidigungsministerium auf. Dort setzt sich die zuständige Abteilung für einsatzgeschädigte Bundeswehrsoldaten mit meinem Fall auseinander. Meine Einsatzschädigung ist bis dahin weder in der Höhe, noch überhaupt anerkannt. Dafür kreisen der Antrag und die Gutachten seit nunmehr 15 Monaten im Verwaltungsorbit. Destination unknown. Aussage über die Dauer des Verfahrens (gegenüber meinem Anwalt): „Wenn sie hier anrufen geht es auch nicht schneller. Eher im Gegenteil“.

Notlösung: Schulden aufbauen

Anfang September 2014: Ich habe wenig Geld und brauche Ruhe vor dem Unterhaltssicherungsamt, das mich jederzeit zum Abbruch des Studiums zwingen kann. Die Piraten wandeln meinen 450 Eurojob in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis um. Statt 450 Euro habe ich nun 300 Euro aus diesem Job – aber bin für eine kurze Zeit gesetzlich krankenversichert. Ich arbeite so viel es geht im Callcenterjob. Um das Unterhaltssicherungsamt auf Distanz halten zu können und nicht zum Abbruch des Studiums gezwungen zu werden reaktiviere ich einen KfW-Studienkredit. Der Schuldenstand steigt – aber ich bleibe handlungsfähig und mit einer Zukunftsperspektive ausgestattet.

Mit dem Studium komme ich nicht weiter – die Leistungen im Piratenjob sind mies. Aber den Kopf halte ich über Wasser.

Wenn nur noch Geld hilft

Nach mehreren Wochen sitze ich Anfang September 2014 im Verteidigungsministerium vor dem zuständigen General für einsatzgeschädigte Soldaten. Zwei Rechtsberater flankieren den Mann. Man habe geprüft. Ich könne nur in der privaten Krankenversicherung bleiben, die mich mindestens 300 Euro monatlich kosten würde. Ich hätte keinen Anspruch auf Krankengeld. Ein Anspruch auf studentische Versicherung besteht wegen der Altersgrenze nicht. Kompliziert sei die Lage zusätzlich auch noch, weil das laufende Schädigungsverfahren bei jeder Krankenkasse kritisch gesehen werden würde. Man erkennt die Aussichtslosigkeit der Lage an.

Am Ende angelangt: ich habe es selbst versucht und bin gescheitert. Das Fallmanagement hat es versucht und ist gescheitert. Das Team des Bundeswehrgenerals hat es versucht und ist gescheitert. Das Sozialsystem sah für mich nur noch vor: nach unten durchreichen. Ohne Rücksicht auf Verluste.

Der General geht letztlich den Weg über Stiftungen und organisiert für die kommenden Monate eine finanzielle Unterstützung.

Dies ist keine Lösung, die im Sozialsystem zur Verfügung steht. Es ist eine Lösung, die genau da ansetzt, wo das Sozialsystem versagt. Prozesse, die jeder für sich angeblich helfen und die Solidargemeinschaft absichern sollen, die aber durch die Kombination der Systeme in ihrer Summe dafür sorgen, dass Menschen die Hilfe brauchen einen Knüppel in den Rücken geknallt bekommen. Alle Bedingungen zu erfüllen ist einfach nicht drin. Das mag sich niemand vorstellen, der es nicht erlebt hat. Ich wünsche es auch niemandem. Besonders nicht dem Holler, der jetzt gerade nur seine Gesundheit im Kopf haben sollte.

Gedenken

Heute ist der 4.Jahrestag eines grausamen Anschlags. Ich sehe, wie der Toten gedacht wird. Ich sehe, wie der betroffene General in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt wird (Bericht bei DBwV). Aber es bleibt unerwähnt, was aus einer Überlebenden wurde. Ihre Geschichte könnt ihr in diesem Beitrag hören:

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Ich bin Soraya in meinen Einsätzen nur wenige Male begegnet – aber ihr Wirken war an so vielen Stellen spürbar – egal, ob sie gerade im Land war oder nicht. Sie hat ein Gespür für die Bedürfnisse der Menschen. In meinem ersten Einsatz in Afghanistan 2005 begegnete sie mir nicht persönlich – doch jeden Tag fiel der Blick auf die Vogelvoliere, vor der immer wieder Soldaten standen und sich eine „Auszeit“ gönnten.

Die Idee dazu hatte Soraya und als ich 2005 fragte, woher die im Lager doch zunächst recht seltsam anmutende Zoo-Atmossphäre her kam, begegnete mir zum ersten Mal ihr Name.

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In meinem zweiten Einsatz war sie in der Sprachmittlergruppe eingesetzt. Sie half mir, eine Kontrollübersetzung anzufertigen, um einen meiner Mitarbeiter zu entlasten, dem zu Unrecht vorgeworfen wurde, er habe einen Bericht nachlässig angefertigt.

In den ersten Meldungen rund um das Attentat 2011 hieß es, dass eine 56-jährige Sprachmittlerin schwer verletzt worden sei. Ich habe sofort befürchet, dass es sich um Soraya handelt.

 

Der Diskussionsbeitrag auf der Facebook-Seite vom DBwV:

Vierter Jahrestag des Anschlags auf Markus Kneip Ein Bundeswehr-General, der im Einsatz schwer verwundet wurde – das hatte es vorher noch nicht gegeben.

Posted by Deutscher BundeswehrVerband (DBwV) on Mittwoch, 27. Mai 2015

Die Bundeswehr, der Journalismus und ich

Im Jahr 2010 habe ich begonnen das fortzusetzen, was ich in Anteilen schon zu Bundeswehrzeiten (zw. 2002 und 2008) getan habe. Die Arbeit in den Medien war dort bestenfalls PR-Arbeit und auf jeden Fall eine kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten, die der Dienstherr sich wünschte.

Mein Schritt in den Journalismus und die Entscheidung Onlinejournalismus zu studieren war davon geprägt, dass ich im September 2008 zum Schweigen verdonnert worden bin – ein Schweigen, das erst im Mai 2013 gänzlich brach. Der Bruch war ein Teil der Aufarbeitung, die ich in den letzten zwei Jahren ein gutes Stück voran gebracht habe.

Naiv – anders kann ich meinen Glauben daran nicht nennen, dass eine effektive Kontrolle des Parlamentes verhindert, dass die Bundeswehr ihr Handeln im Ausland vertuschen kann. In den Dienst eines Kämpferkultes habe ich mich nie gestellt. Auch nicht „Ja“ dazu gesagt über den Umgang mit Kriegsgefangenen zu schweigen oder mich der kritischen Frage nach ihrem Verbleib willentlich zu verschließen.

Diese Dinge dennoch erleben und durchleben zu müssen hat mich – neben einigen anderen Erfahrungen – geschädigt, traumatisiert und erkranken lassen. Der Friedensaktivist und Wehrmachtsdeserteur Ludwig Baumann hat in seinem Buch „Niemals gegen das Gewissen“ eindrucksvoll beschrieben, welchen inneren Kampf, welche Zerissenheit die Folgen eines aufgezwungenen Handelns gegen das Gewissen bedeuten.

Defacto wurde mit dem Grundgesetz bei der Gründung der Bundesrepublik und der späteren Neuaufstellung einer Deutschen Armee ein Anspruch formuliert, dass solches Handeln gegen das Gewissen nie wieder vom Staat auferlegt werden darf. Doch es ist viel grau zwischen dem eindeutigen Schwarz und dem eindeutigen Weiß. Mich selbst darin wiederzufinden, damit auseinander setzen und mich letztlich neu vor mir selbst rechtfertigen zu müssen hat viel Kraft gekostet.

Es wäre unnötig gewesen, hätte es diese Lügen nicht gegeben.

Zum 16.03.2015 trete ich in eine sogenannte Schutzzeit ein. Ein Bundesdienstverhältnis, finanziert aus dem Einzeplan 14 – also dem Wehretat. Ziel dieser Schutzzeit ist es, mir Raum für gesundheitliche Rehabilitation und berufliche Eingliederung zu geben. An meinem Berufsziel hat sich nichts geändert.

Im Rahmen dieser Schutzzeit ist die Bundeswehr in der Pflicht, die beruflichen Qualifikationsmaßnahmen zu finanzieren und für meinen Lebensunterhalt zu sorgen, damit mir im Gegenzug Zeit und Raum bleibt, die gesundheitlichen Folgen aufzuarbeiten, die die letzten Jahre hinterlassen haben.

Formal jedoch gibt es ein Problem: ich unterliege dem Soldatengesetz, gelte als militärischer Vorgesetzter, denn ich bin in eine Hierarchie eingegliedert, die Dienstgrade definiert. Dazu zählen dann gewisse Verschwiegenheits- und Zurückhaltungspflichten in dienstlichen Belangen. Formalkorrekt ist jede Äußerung, die ich zu Bundeswehrthemen ab dem 16.03.2015 mache angreifbar.

Ich muss davon ausgehen, dass es Kräfte in den Reihen der Armee gibt, die darauf setzen werden oder durch „dezente Hinweise“ darauf drängen könnten, ich solle mich zu gewissen Themen nicht äußern.

Nun denn – ich werde es darauf ankommen lassen, denn ich bin nicht Teil des militärischen Apparates und nur zum Zwecke der beruflichen Qualifikation und gesundheitlichen Rehabilitation auf der Payroll.

Die Sorge der letzten Jahre um Genesung und darum, wie ich meine Familie ernähren kann weicht nun der Sorge, welche Repressalien mit der „Schutzzeit“ einher gehen. Wird versucht werden, auf meine laufende Therapie Einfluss zu nehmen? Werde ich – wie schon 2013 geschehen – zur Einnahme von Medikamenten gedrängt oder durch bewusste Falschinformationen über Art und Ablauf von Therapiemaßnahmen getäuscht?

Ich bin entschlossen, positiv und optimistisch zu bleiben. Doch letztlich werde ich keine Eingriffe in meine Autonomie mehr dulden, die politisch oder durch Militärinteressen motiviert sind.

Nötigen Falles erstreite ich mir das Recht auf eine Krankenversicherungslösung, die ohne die militärisch geprägte „Freie Heilfürsorge“ auskommt oder werde mich gänzlich frei finanzieren, wenn es um gesundheitliche Belange geht.

In den letzten zwei Jahren habe ich aufgrund der Kosten für Lebensführung, Therapie und Unterhaltsverpflichtungen Schulden aufgebaut, die ohne die Erkrankung und die damit einhergehenden Einschränkungen nicht entstanden werden. Diese werde ich im Laufe der Schutzzeit auch abbauen können.

Journalistisch werde ich in Bezug auf den Umgang mit mir weiter so öffentlich Verfahren, wie ich das im Blog „Wir-Dienten-Deutschland.de“ bisher getan habe. Demokratie und das Recht auf freie Meinungsäußerung dürften damit kein Problem haben – wenn sich die Bundeswehr dazu als inkompatibel beweisen will, bin ich der Institution dabei gerne behilflich.

Journalistisch werde ich weiterhin die Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr, die Rüstungs- und Verteidigungspolitik sowie die damit verknüpften Auswüchse im Blick haben, begleiten und mich kritisch betätigen. Wenn es mir da mit unter an Sachlichkeit mangelt oder die Wut ein schlechter Berater sein möchte, gibt es immer noch das Mittel der Satire – so denn es bei den Entwicklungen entlang der Baustellen der Truppe überhaupt noch Bedarf an Überzeichnung gibt.

Journalistisch wird mein Engagement weiterhin antifaschistisch sein und wie in den Jahren zuvor ohne Gewalt gegen Personen oder Sachen auskommen.

Friedenspolitisch lehne ich Drohnen ebenso ab, wie die derzeitige deutsche Einbindung in das NATO-Bündnis, in dem nationale Alleingänge, die in Afghanistan und Pakistan für mich jegliches Maß verloren haben – so denn jemals maßvoll gehandelt wurde.

Der Apparat wird damit leben müssen einen scharfen Gegner auf der eigenen Payroll zu haben, ohne Einfluss ausüben zu können – es wird eine spannende Schutzzeit.

(unredacted) Entwarnung? Schutzzeit erreicht?

Heute erfolgte der Anruf vom zuständigen Bearbeiter, der nun die weiteren Verwaltungsschritte einleitet, um mich in die sogenannte Schutzzeit einzustellen. Mir liegt weiterhin nichts Schriftliches vor, aber er kündigte an, die entsprechenden Unterlagen auch vorab per eMail zu übersenden. Angeblicher Einstellungstermin in die Schutzzeit: 16.03.2015

Schutzzeit – was ist das ?

In erster Linie ist es die Zeit, die für die Regeneration, Therapie und berufliche Qualifikation nötig ist. Mir wurde zugesichert, nur dann in „Dienst“ genommen zu werden, wenn ich dass entweder explizit wünsche oder wenn ich gerade nicht in einer beruflichen Qualifikationsmaßname stecke.

Da ich mir kaum eine Konstellation innerhalb der militärischen Strukturen vorstellen kann, die sich förderlich auf meine Gesundheit auswirkt, werde ich die Zeit effektiv nutzen oder gegebenen Falles um eine Krankschreibung bitten.

Stressbilanz

Im Rahmen der Therapiestunden kamen wir heute auf die Belastungen der letzten zwei Jahre zu sprechen:

April 2013
– Diagnose einsatzbedingte Erkrankung
– Beginn der Auseinandersetzung mit den Krankheitssymptomen
– Antragstellung Wehrdienstbeschädigungsverfahren
– Aufarbeitung 27.09.2008 mit Linksfraktion Bundestag

Juni 2013
– Existenzdruck – HARTZ4-Absturz drohte nach Fehlberatung durch Sozialdienst
– Versuch 1 eine stationäre Therapie anzutreten (abgebrochen wegen Falschinfos Bundeswehrarzt)
– Versuch 2 eine stationäre Therapie anzutreten (abgebrochen wegen Falschinfos Bundeswehrarzt)

Juli 2013
– Antritt Stationäre Therapie – Lernprogramm: „Depressionen, dein Leben und Du“
(Entlastung ab August 2013 durch Verlängerung der Förderzeit aufgrund von Erkrankung)

Dezember 2013

– Drohkulisse „Adlongespräch Dezember 2013“
– Themenverbot „Afghanistan“ durch damalige Redaktion,
– spürbare Reduzierung von Aufgaben in der Redaktion

Februar 2014
– Aussprache und Jobverlust Redaktionsjob wegen angeblicher „Befangenheit“

April / Mai 2014
– Jobsuche (Job 1) und Einarbeitung Piratenfraktion
– Therapieabbruch Gesprächstherapie
– Existenzdruck – Krankenversicherung & offenes Wehrdienstbeschädigungsvefahren

Juni 2014
– Scheidung
– Jobsuche (Job2) und Einarbeitung
– Auskunft über Stand des Wehrdienstbeschädigungsverfahrens gegenüber meinem Anwalt wird verweigert („Es wird auch nicht schneller, wenn sie hier anrufen)

September 2014

– Druck vom Unterhaltssicherungsamt (Bewerbungszwang, Abbruch des Studiums drohte)

Dezember 2014

– Jobverlust Job 1 „Piratenfraktion“ mangels Leistungsfähigkeit
– Scheitern des Versuches, an fehlender Kursleistung Studium zu arbeiten

All das wurde dadurch begleitet, dass ich mittels eines Studienkredites der Kreditanstalt für Wiederaufbau dafür sorge getragen habe, weiterhin Unterhalt für die Kinder zahlen zu können oder zumindest im Notfall die Miete für meine Wohnung aufbringen zu können. Dabei steigt der Schuldenstand und ich habe letztlich die Privatinsolvenz riskiert.

In den vorangegangenen drei Jahren nahmen die Depressionen zu, die Ehe scheiterte und der Druck aus „Abschluss schaffen müssen“ und Reaktionen auf Vorfälle in Afghanistan wurde immer größer. Es wurde ab Anfang 2010 immer schwieriger – auslösendes Moment war die steigende Zahl an Vorfällen in Afghanistan, bei denen deutsche Soldaten getötet wurden.

„Nur“ 2 Jahre für ein WDB-Verfahren?

Mir sind keine Statistiken über die Anzahl offener Wehrdienstbeschädigungsverfahren bekannt. Angesichts der Umstrukturierungsmaßnahmen (Bundeswehr übernimmt derzeit die Fälle der Landesversorgungsämter) dürfte es vermutlich auch keinen wirklichen Überblick darüber geben, wie viele Ex-Soldaten momentan um ihre Existenz kämpfen und zwischen Gutachtern und Ämtern zerrieben werden.

Ich landete nur deswegen nicht in HARTZ4, weil ich durch einen anonymen Hinweisgeber im Juli 2013 zunächst von der Möglichkeit der Verlängerung der Förderzeit aufgrund der Erkrankung erfahren habe.

Ohne den öffentlichen Umgang mit der Erkrankung wäre ich an diese Informationen nicht gekommen. Auch die von mir immer wieder herangezogene Unterstützungs-Instanz des Wehrbeaufragten wirkte sich positiv aus.

Nach der öffentlich gemachten Fehlberatung durch den Sozialdienst (Mai 2013) erhielt ich eine Intensivst-Einführung in alle Optionen, die ich noch aus der Berufsförderungsphase hätte ziehen können. Inklusive eines möglichen Einarbeitungszuschuss wurde alles aufgezeigt, was an Anspruch möglich gewesen wäre.

Im Juli / August 2014 wird erneut der PTBS-Beauftragte auf mich aufmerksam, nachdem nun der/die Fallmanager/in des Bund Deutscher Veteranen auf mich aufmerksam geworden ist. Kontakte zum BDV exisitierten zwar seit 2013 – aber wirklich „warm“ wurde ich mit dem Verein nicht.

Die Öffentlichkeit, die ich mit meinem Blog versuchte herzustellen wurde nicht wirklich unterstützt. Mir hätte es gereicht, wenn Beiträge meines Blogs z.B. via Facebook weiterverbreitet worden wären. Gerade ein Beitrag schaffte es in den Blog des BDV.

Auch seitens des Anwalts war wenig Elan erkennbar. Nachdem ich über ein Jahr nach der Antragsstellung im Juni 2014 wohl zur Karteileiche wurde, konnte auf Nachfrage des Anwaltes nicht einmal ein Bearbeitungsstand oder Forderungen zur Mitwirkung an mich in Erfahrung gebracht werden. Die Akte sei unterwegs – nachfragen würde das auch nicht beschleunigen. Erste Spuren der Akte gab es dann Ende Juli 2014. Abhilfe schuf der Wehrbeauftragte.

Im Rahmen des Existenzdrucks wollte ich von dieser Instanz auch wissen, was von der Kritik zu halten ist, die ich am System Bundeswehr seit Jahren übte. Das „dumpfe Gefühl“ das ich an einigen Stellen ausgebremst werde hatte sich seit dem Themenverbot und Jobverlust deutlich verstärkt.

Rückmeldung zu dieser Anfrage: bis heute keine.

Mehr Druck erzeugte dann der PTBS-Beauftragte ab September 2014, erreichte eine zeitnahe Begutachtung und einen zügigen Abschuss des Verfahrens binnen dann doch 22 Monaten bis zur Anerkennung der Einsatzschädigung und 23,5 Monate nach Diagnose die Einstellung in die Schutzzeit.

Öffentlicher Druck als Mittel zu schnellen Anerkennung der WDB ?

Es waren 11 Tage, die ich nach der Diagnose am 3. April 2013 überlegte, bevor ich mich entschloss, die Aufarbeitung öffentlich durch das Blog zu begleiten. Aus den Schilderungen von Andreas Timmermann Levanas und Robert Sedlatzek-Müller wusste ich, was im Laufe der kommenden Jahre auf mich zu kommen würde.

Jeder Soldat der schweigt läuft Gefahr am ausgestreckten Arm der Verwaltung abzurutschen. Insbesondere, wenn der Einsatzunfall erst im Laufe des WDB-Verfahrens festgestellt werden. An der Feststellung der „Kausalität“ hat die Bundeswehr wenig Interesse. Ich sah nach meiner Entlassung aus der stationären Therapie um den 10. August 2013 erst wieder am 10. November 2014 einen Bundeswehrarzt, der an einem Gutachten arbeitete.

Was zwischen diesen Terminen mit meiner Akte lief werde ich wohl nicht erfahren. Vermutlich wäre auch heute noch keine weitere Bearbeitung erfolgt, wenn ich nicht ab Juli 2014 eskaliert hätte.

Hilfreicher, als die Gesprächstherapie, die zwischen Juni 2013 und Mai 2014 gelaufen ist, war die Zusammenarbeit mit Medienmachern hier in Berlin (zB. Kieke Ma-Film oder Hyperbole-TV mit „Frag ein Klischee – Frag einen Soldaten“). Ich wurde mir in den Interviews über vieles bewusst, was vorher stets unausgesprochen blieb.

Das ich zu alldem in der Lage war interpretieren manche Kritiker als „der hat doch gar nichts“. Andere Menschen zeigen sich beeindruckt, sagen deutlich, dass sie das nicht könnten oder schlichtweg für sich nicht wollen.

Auch mir fiel es über Jahre schwer, die Probleme überhaupt zu erkennen, sie mir einzugestehen. Der Druck das Studium abschließen zu müssen verschob den Zeitpunkt des „Hilfe suchens“ von Juli 2012 (Gespräch mit Studiengangsleitung) auf März 2013, als ich mit Angriff auf die Seele Kontakt aufgenommen habe.

Die öffentliche Aufarbeitung muss jedem Betroffenen selbst überlassen sein. Das es in meinem Fall positiv ausging verdanke ich rund 10 Jahren Erfahrung in der Medienarbeit, Grundkenntnissen im Bereich der Psychologie und einem Überblick über das Medium Online, dass ich für diese Aufarbeitung nutzte.

Facebook und Twitter waren aber nicht nur hilfreich. Bedrohungen und das ständige „In-Frage-Stellen“ spielten dabei eine gefährliche Rolle. Wer sich der Mechanismen dieser Medien nicht bewusst ist, geht unter. Auch meine Durchhaltefähigkeit war zuletzt nicht mehr gegeben. Zwischen Ende Dezember 2014 und Anfang Februar 2015 schaltete ich meinen Facebook-Account temporär ab. Ein Mittel, das auch in den kommenden Monaten häufiger zur Anwendung kommen wird.

Sich so öffentlich zu Verhalten kann ich nicht jedem empfehlen – für mich war es der Weg den inneren Druck loszuwerden, an dem ich sonst zerbrochen wäre.

Tun, was gut tut

Ein wichtiger Aspekt war auch die Distanzierung von dem Schweigen, das mir über den 27.09.2008 auferlegt worden ist. Mit offenen Briefen und Videos hatte ich es aus eigener Kraft versucht. Dem wurde mit Schweigen begegnet. Das Urteil anderer zu den Inhalten direkt mit zu bekommen half mehr, als die Therapiesitzungen des vorangegangenen Jahres.

Weder die Bundeswehrärzte wollten über den 27.09.2008 en Detail reden, noch hatte die Therapeutin genügend politisches Interesse, um zu erkennen, welche Probleme mir dieser Tag bereitete. Auch den Aspekt des „einem Vorgesetzen und seiner dummen Willkür ausgeliefert seins im folgneden kurz „eVusdWas“ konnte sie nicht wirklich begegnen.

„eVusdWas“ war und ist ein Problem. Ich bin weiterhin kaum in der Lage autoritäre Einflüsse auf mein Leben zuzulassen. Je größer der Eingriff, desto heftiger meine Reaktion. Immerhin funktioniere ich derzeit im Job und komme Stück-für-Stück auch mit Vorgesetzenreaktionen zu recht. In wieweit ich das im Rahmen der Bachelorarbeit aushalten kann, kann ich derzeit nicht sagen.

In begrenztem Rahmen war ich in den letzten Monaten in der Lage in „Job 2“ zu funktionieren und Weisungen zu akzeptieren. Das erforderte viel Überwindung. In „Job 1“ habe ich das nicht bewerkstelligt.

Finanziell überleben

Vereinzelte Hilfszahlungen (Januar 2014 und Q4/2014) wurden durch Stiftungen aus dem Umfeld der Bundeswehr geleistet. Meist zu Zeitpunkten, an denen ich aus eigener Kraft nur noch in der Lage war, den Grundunterhalt für mich aufzubringen.

Die Finanzspritze im Januar 2014 nutzte ich unter anderem, um die Zeit ohne Job und Einkommen daraus bis Mai 2014 zu überbrücken. Gleichzeitig schaffte ich Computer, Videokamera, Software und Audioaufnahmegerät für eine freie journalistische Tätigkeit an. Doch neben Therapie und dem Druck, den das nicht abgeschlossene Studium auf mich ausübt agierte ich nicht wirklich.

Die finanzielle Unterstützung zwischen Oktober 2014 und Ende Januar 2015 nutzte ich zunächst, um die Arbeitszeit im Oktober, November und Dezember zugunsten von Therapie- und Coachingmaßnahmen zu reduzieren. Die Kosten dafür konnte ich ebenfalls nur aufgrund der finanziellen Unterstützung tragen.

Zwischen Ende Mai 2014, als die Maßnahme „Gesprächstherapie“ scheiterte und Ende September 2014 hatte ich wegen der diffusen Krankenversicherungssituation keine neue Therapie begonnen.

Mit der finanziellen Unterstützung während der Schutzzeit bin ich nun in der Lage den Unterhalt für meine Kinder zu zahlen sowie auch den Studienkredit abzutragen, der ursprünglich mal für 6 bis 8 Monate geplant war, nun aber seit über zwei Jahren läuft.
Ironie: die Bundeswehr lehnte die finanzielle Förderung meines Bachelor-Abschlussprojektes ab und veranlasste mich dazu, das über den Studienkredit lösen zu wollen. Noch vor der ersten Zahlung kamen jedoch die WAZ-Leak zu den Afghanistanpapieren, warfen mich in die Einsatzerlebnisse zurück und hielten mich bis zur Veröffentlichung im Tagesspiegel am 7. Oktober 2014 im Rahmen der „Afghanistan-Connection“ in ihren Bann.

Dieser Kredit war in den letzten sechs Monaten neben Job 2 das finanzielle Rückgrat und im August 2013 zumindest die Gewissheit, dass ich die Wohnung nicht verlieren würde. Ich war nach Abschluss der stationären Therapie kaum in der Lage, meinen Alltag zu bewältigen.

Struktur schaffen

Zwischen September 2013 und Dezember 2013 nutzte ich einen 100-Tage-Protest, um mich täglich eine Stunde dazu aufzuraffen, das Haus zu verlassen. Neben dem damaligen Redaktionsjob, der mich mit rund 2 Stunden forderte war das die einzige Maßnahme, die für einen geregelten Tagesablauf sorgte. Mehr war nach der stationären Therapie nicht drin.

Im Juni 2014 nahm ich das Thema NSA-Untersuchungsausschuss auf, um journalistisch aktiv zu bleiben und in einen Arbeitsrhythmus für die Bachelorarbeit zu gelangen. Die drei bis vier Sitzungs- und Arbeitstage, sowie der Besuch von Veranstaltungen, die mit dem Thema zu tun haben konnte ich im Oktober und November gut bewältigen.

Neben Job 2, der zur Grundsicherung unerlässlich ist war ich zumindest in diesem Bereich auch intellektuell gefordert und belastbar.

2 Jahre und das Studium immer noch nicht fertig?

In den vergangenen zwei Jahren hatte ich zwei Gespräche mit meinem Professor, wie die letzten Leistungen zu erbringen sind und wie die Bachelorarbeit angegangen werden kann. Doch neben der Therapiemaßnahmen und dem beschriebenen Einflussfaktoren schaffte ich es nicht – wie angeraten – mich einfach sechs bis acht Wochen voll auf die Bachelorarbeit zu konzentrieren.

Die finanzielle Grundversorgung wackelte im Mai / Juni 2013 (krankheitsbedingte Verlängerung Förderzeit erst ab August 2013) , Februar 2014 (Jobverlust Redaktionsjob – Folgejob April 2014), Juni 2014 (Unklare Einkommenslage und Krankenversicherung) und zuletzt heftig im Januar / Februar 2015.

Der Existenzdruck wirft mich aus der Bahn. Leider immer noch. Aber glücklicherweise nicht mehr so heftig, wie zuvor.

Im Juni 2013 war ich zeitweise nicht mehr in der Lage, das Haus zu verlassen, lag zitternd und teilnahmslos auf dem Sofa, wenn die Anspannung zu groß wurde. In der Phase der letzten sechs Wochen hielt ich meine Kräfte für den „Job 2“ zurück, der nun der einzige Job ist.

Das Einkommen reicht mit dem Studienkredit für das eigene Überleben. Verzichte ich auf die Zahlung der Krankenversicherung kann ich sogar Unterhalt zahlen. Tragfähig? Nein. Raum für Therapie und Coaching lässt diese Situation ebenso wenig, wie für den geordneten Abschluss des Bachelorstudiums.

Im Januar und Februar 2015 zog ich mich erneut extrem auch von meinem Freundeskreis zurück, um unter dem Druck zu funktionieren. Druck und Funktionieren, dass bedeutete in dieser Zeit die Körperhygiene aufrecht zu erhalten, mit gewaschenen Klamotten rechtzeitig das Haus zu verlassen, um dann zuverlässig zu arbeiten, statt heulend am PC zusammenzubrechen.

Tränendrüse ?

Es geht mir nicht um Mitleid. Mehrfach hörte ich in letzter Zeit, dass Menschen sich schon mit einzelnen Aspekten (z.B. unsicherere Jobsituation) gefordert zeigten. Bis Ende Januar 2015 wackelte nicht nur mein Einkommen, sondern auch der Zugang zur Krankenversicherung. Das ganze ohne Perspektive, weil der Studienabschluss fehlt, eine Therapie mangels Aussicht auf Geld und ohne Anerkennung der Einsatzschädigung nicht mehr zu bezahlen war und zeitgleich Forderungen an mich gestellt wurden, die für einen gesunden Menschen mit Berufsabschluss gedacht sind.

Die vergangenen zwei Jahre, in denen ich mit der Aufarbeitung der Einsätze einen gewaltigen Schritt voran gekommen bin, war die Arbeit an einer tragfähigen Existenz nicht möglich. Auf dem Weg der Behandlung ist zumindest die kognitive Erfassung der belastenden Ereignisse abgeschlossen.

Im Rahmen der laufenden Traumatherapie lerne ich derzeit mit Hilfe von Körperübungen die Auswirkungen des Stresses in den Griff zu bekommen und auch körperlich die Balance zu finden, die ich in Bezug auf die Einsatzzeit erreicht habe.

Wichtig wird auch, wieder Selbstvertrauen in die eigene Arbeit zu erlangen. Den Verlust des Redaktionsjobs im Februar 2014, der bis heute nicht schlüssig erklärt wurde kann ich nur noch als Mobbing deuten.

Inhalte wurden nicht gewünscht, nicht mitgetragen und dann mit „Du bist befangen“ negiert, ohne, dass ich überhaupt auf eine Veröffentlichung bestanden hätte. Präventiv mit Themenverbot belegt zu werden war zu viel.

Ausblick

Im Telefongespräch eröffnete mir der Bearbeiter heute, dass die Einstellung in die Schutzzeit zum 16.03.2015 nicht mit der Teilnahme am militärischen Dienst verbunden ist, solange ich mich in beruflichen Qualifikationsmaßnahmen befinde.

Nach dem Abschluss der Bachelorarbeit werde ich ein Masterstudium aufnehmen. Die Qualifikationshöhe ist nach 12 Jahren Dienstzeit in der Offizierlaufbahn vorgesehen.

Parallel laufen Therapie und Coachingmaßnahmen. Sollte die Bundeswehr die heiltherapeutische Methode nicht unterstützen, die mich seit September 2014 sehr gut voran bringt, ist zumindest mit der verlässlichen Zahlung des Gehalts gesichert, dass ich die Therapie fortsetzen kann.

Diesen Weg werde ich selbstbestimmt gehen – so, wie die letzten zwei Jahre ebenfalls. Auf die Launen des Apparates lasse ich mich nicht ein.

Ziel

In wie weit ich die Stressreaktionen im Bereich von autoritär induziertem oder existenzbedrohendem Stress in den Griff bekomme, kann ich derzeit nicht absehen. Ich entwickele langsam ein Bewusstsein für die Auswirkungen und für hilfreiche Gegenmaßnahmen. Präventiv, wie auch in den Fällen, in denen ich wieder zu lange unter Stress gestanden habe. In den kommenden fünf Jahren gilt es, Reserven aufzufüllen, die sich derzeit anfühlen, als seien sie nicht mehr existent.

Kotzen!!

Beitrag über Veteranen im ZDF bei Frontal21​. Der Macher Marc Lindemann ist Ex-Soldat. Wird aber so nicht genannt. Der Experte & Journalist Seeliger ist ehemaliger Chefredakteur der Loyal – ein Magazin des Reservistenverbandes.

Journalisten waren beim @ZDF @frontal21 wohl aus – ich kriege das kotzen, wenn Militärbezug nicht kenntlich gemacht wird, wenn es um Militärthemen geht.

Seeliger

Über siegreiche Rückzüge und Rommel rückwärts

Seit Monaten, gar Jahren folgte auf eine irr-witzige Meldung zum Zustand der Bundeswehr die nächste. Waffen, die nicht richtig schießen. Drohnen, deren Entwicklung inkompetent begleitet wird, sodass das Endprodukt zwar fertig ist, aber nicht fliegen darf. Kasernen, die schimmeln – Kleidung, die nicht mehr solide finanziert ist von Zulieferern, die eine Pleite hinlegen und deren Verluste der Steuerzahler auffängt.

Zuletzt dann nun Hubschrauber für die Marine, die über Nord- und Ostsee nicht mehr fliegen dürfen. Das tragisch komische Milliardengrab ist mein ehemaliger Arbeitgeber.

Nichts läuft, wie es soll. Milliarden verschleudert – Ziele verfehlt. Weitere Milliarden müssen ran, um Ziele doch noch zu erreichen. Ausgang ungewiss und die Rechnung wächst.

Begleitet wird die Peinlichkeit von einer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die nur als Realitätsverweigerung bezeichnet werden kann. Je mehr der Ausreden ich höre, desto häufiger fühle ich mich an Zeiten erinnert, die eigentlich nicht zu den zulässigen und anerkannten Traditionslinien der Bundeswehr gehören.

Weite Teile der Bundeswehr sind rechtskonservativ geprägt. Soldaten, die einem Kämpferkult huldigen, Sprüche, wie „Treue um Treue“ wiederbeleben und am liebsten in aller Herren Länder per Fallschirm einfallen würden präsentieren sich teils unverblümt mit den soldatentypischen Werten „Kameradschaft“ in den solzialen Netzwerken.

Romane über Gefechtserlebnisse in Afghanistan mögen nicht auf dem Niveau der Landser-Hefte liegen – doch die feuchten Militaristen-Träume dürften auch in den kommenden Jahren weiter gefüttert werden.

Alles, was nicht in das Bild dieser Menschen passt, wird totgeschwiegen oder weg argumentiert.

Narrative der PR-Maschinerie

Alles nicht neu – Ausrüstungsmängel habe es schon immer gegeben. Material nicht einsatzbereit ? Ach, das war doch nur eine Übung. Da reicht auch ein Besenstiel. Selbst die alljährliche Ansprache des Wehrbeauftragten im Rahmen seines Mängelberichtes führt nicht zu Änderungen oder Abhilfe. Die Nachwuchswerbung steht in der berechtigten Kritik über die Risiken des Berufes zu schweigen. Die Fürsorge nach der Dienstzeit ist derzeit schlecht und ineffektiv organisiert.

Die Pressestatements und öffentliche Darstellungen der Bundeswehr sind vor allem für aktive und ehemalige Soldaten mit Hintergrundwissen kaum noch auszuhalten. Wir sehen einen offenkundig „dampfenden Haufen Scheiße“. Nicht nur wir, denn auch die Öffentlichkeit nimmt die Mängel wahr.

Die PR-Maschinerie von Bundeswehr und Bundesregierungen stellt hingegen klar, dass es sich doch eher um eine „minder angenehm duftende Hinterlassenschaft mittelharter Konsistenz handelt“ und dass wir den Aspekt des „dampfens“ doch bitte als „Potential“ wahrnehmen sollten, denn schließlich „expandiert da ja was.“

Zugegeben – das ist sehr bildlich gesprochen und kein Vollzitat. Doch immer öfter gehen Realität und Bundeswehrdarstellung so sehr auseinander, dass ich Analogien zur verzweifelten Kriegspropaganda zu Zeiten des längst verlorenen zweiten Weltkrieges sehe.

Kürzlich stolperte ich in einem Buch über Alltags-Widerstand im dritten Reich über ein Göbbels-Zitat. Die Propagandamaschinerie sprach von einem „siegreichen Rückzug“ der deutschen Armee. Deratig verzerrte Wahrnehmungen wohnen auch der heutigen Öffentlichkeitsarbeit inne.

Rommel und der Nachschub

Was von den fatalen Meldungen, die uns derzeit aus dem Verteidigungsministerium erreichen zu halten ist, ist nicht klar. Wird hier übertrieben, um erhöhten Finanzbedarf bei der Behebung der Mängel zu veranlassen, oder ist es wirklich so schlimm?

Immer drängender auch die Frage: wer hat eine realistische Einschätzung, wenn im „Weißbuch“ neue Ambitionen neidergelegt werden. Luftschlösser und Hirngespinste – doch weil sie aus Händen der Regierung kommen, gelten sie als „Leitlinie“.

Es liegt mir fern, die Wehrmacht und deren Akteure zu glorifizieren oder zu loben. Doch eine Interessante Feststellung machte Rommel zum Thema Materiallage in Kriegszeiten.

Um handlungsfähig zu sein, müsse in Kriegszeiten vier mal so viel an Nachschub gefordert werden. Die Regel sei, es käme grundsätzlich so wie so nur die Hälfte an. Aber mit dieser Taktik habe man dann immer noch doppelt so viel, wie man eigentlich brauchen würde.

Gut – wir wissen, wie das letztlich ausgegangen ist.

Sind die Horrormeldungen also tatsächlich Realität oder nur Grundlage, um mehr Geld zu fordern ? Sei es drum: die Kadenz der Meldungen steigt – wöchentlich neue Desaster und natürlich muss dringend gehandelt werden. Doch wie?

Mein Plädoyer: „Rückwärts … MARSCH!“

Da der Wahrheitsgehalt einer Bundeswehrmeldung über den Zustand des Materials nur noch bis zum notwendigen Dementi reicht, dass nach Spiegel oder anderen Presseenthüllungen publiziert werden muss, zweifele ich an, dass es noch irgendeine Person in der Bundeswehr gibt, die überhaupt einen Überblick hat.

Ich plädiere daher für eine schonungslos Bestandsaufnahme des IST-Stands und darauf folgend dann den Ableitungen, welche Ziele sich im Rahmen von „Weißbüchern“ überhaupt noch gesetzt werden dürfen. Der Politik wird mehr Militär angeboten, als einsatzbereit ist, um auch morgen noch nach mehr Geld jammern zu können.

Im Rahmen einer „Rommel-Rückwärts-Rolle“ sollte zunächst der Bestand an funktionsfähigem Material und ausgebildetem, einsatzfähigen Personal erfasst werden. Im Bereich des Materials dürfte dann z.B. ein Waffensystem erst dann als funktionsfähig gelistet werden, wenn es mindestens vierfach vorhanden ist. Getreu dem Rommel-Prinzip hätten wir dann sogar doppelt so viel, wie eigentlich benötigt.

Gleiches gilt für den Bereich des Personals. Der überlastete Personalkörper wurde durch häufige Einsatzentsendung an die Grenze der Leistungsfähigkeit gebracht. Im Bereich des Personals dürften auf der Angebotsliste demnach nur fertig ausgebildete Soldaten stehen, die nach ihrem Einsatz eine ausreichend lange Regenerationsphase gehabt haben.

Reality bites, Mrs von der Leyen – aber das Hirngespinst „Weißbuch“ und die Falschmeldungen rund um die Bundeswehr nehme ich nicht mehr hin.

Zum Autor:

Durch Überlastung während der Afghanistaneinsätze gelte ich nach fast zwei Jahren des Feststellungsverfahrens als 30% einsatzgeschädigt.

Das ist eine Folge aus zu wenig Ausbildung, zu häufige Einsatzentsendung und dem auferlegten Druck, über eine Falschmeldung der Bundeswehr zu schweigen, die mittlerweile als Vertuschung entlarvt werden konnte. Die vergangenen zwei Jahre habe ich damit verbracht, diese Belastung aufzuarbeiten. In der Zusammenarbeit mit der Linksfraktion im Bundestag konnte die Grundlage geschaffen werde, die Kollegen des Tagesspiegels im Rahmen der „Afghanistan-Connection“ dann veröffentlichten.

Seelisch und moralisch war das eine große Entlastung für mich und ein wichtiger Schritt, mit dem Krankheitsbild „Depression“ klar zu kommen. Ich reagiere auf Stress leider nicht mehr in jeder Lebenslage souverän – aber ich lerne derzeit mühsam, damit umzugehen.

Lerneffekte

Teil der zweijährigen Aufarbeitung war vor allem die Analyse, wie ich in die verfahrene Situation gekommen bin. Welche Halbwahrheiten waren über meine zehnjährige Dienstzeit ins Unterbewusstsein gesickert? Wo war der Wunsch Vater des Gedanken und Taktgeber für die Wahrnehmung ?

Je mehr ich mich mit der Bundeswehr und dem Bild auseinandersetzte, desto mehr bröckelte die Fassade der Werbewelt, der ich schon zu Dienstzeiten immer weniger Glauben schenken konnte und die auch nach meiner aktiven Dienstzeit durch zahlreiche ernüchternde Erkenntnisprozesse begleitet war.

Immernoch habe ich Kontakt zu ehemaligen Wegbegleitern aus der aktiven Zeit. Mein öffentlicher Umgang mit der Erkrankung stößt dabei nicht auf Gegenliebe. Die rechtskonservative Prägung, die bei einigen dieser Menschen vorherrscht, begegnet mir in zahlreichen Kommentaren. Ich solle doch nicht alles schlecht reden, schließlich würde mir geholfen. Doch dass bisher lediglich nur Hilfe angekündigt wurde – die notwendige Therapie gerade erst begonnen hat und von einer Entlastungsphase nicht die Rede sein kann, das soll unerwähnt bleiben.

Mängel dürften nicht kritisiert werden, denn schließlich seien es ja Freiwillige Fallmanager, die sich gerade für mich engagierten und kein hauptamtliches Personal, welches die Veteranenbegleitung durch die undurchsichtigen Verwaltungswege gewährleistet.

Selbst geschädigte Ex-Soldaten, die um die Probleme im Anerkennungsverfahren wissen, gehen mich offensiv an. Ich solle „arbeiten“ und mir nicht „Hobbies“, wie den Journalismus und die Themen setzen, an denen ich arbeite. In jedem Fall aber soll ich über die Missstände schweigen, die im Bereich der Einsatzgeschädigten vorherrschen.

Nicht öffentlich einsehbar, doch mit wissendem Auge und bestehender Vernetzung ist die Nähe dieser Menschen zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für mich deutlich zu erkennen. Für Mitleser wirken meine Facebook-Kommentare mitunter harsch – das Hintergrundwissen über Verbandelungen und die Struktur der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, sowie die Netzwerke aus denen heraus agiert werden fehlt.

Mache ich in Kommentaren Aspekte, wie bestehende aktive Dienstverhältnisse für die Leser sichtbar, dann ernte ich meist vernichtende Kritik. Es würde sich um private Details handeln. Ich würde Grundrechte verletzen und viele andere Begründungen werden herangeführt.

Doch Staatsdiener, die nicht offen zu den Arbeitsbereichen stehen, mit denen sie verbunden sind nehme ich nicht mehr hin. Steht zu dem, was ihr macht. Und macht kenntlich, wenn ihr aus dem Werbebereich der Bundeswehr kommt – oder lebt damit, das ich es tue.

Interessante Diskussion

Im Zuge dieser Diskussion erreichen mich Kommentare auf dem Nachrichten-Chat, die mir vorhalten, ich würde nicht arbeiten und mir das „Hobby“ Berichterstattung aus dem NSA-Untersuchungsausschuss leisten.

Der Hinweis, dass ich damit journalistisch arbeite und das das Thema Teil der Bachelorarbeit werden wird, wird ignoriert.

Ungeklärt ist weiterhin, in welchem Zusammenhang ein_e Kommentator_in sich hier äußert. Im Rahmen der beruflichen Vernetzung wir mir ein aktiver Bezug zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr angezeigt. Ich prüfe derzeit, was davon zu halten ist:

„Und nun bitte Klartext: warum ist ein aktives Arbeitsverhältnis zur Bundeswehrwerbung bei dir im XING-Profil gelistet ?“
 
 Die direkte Nachfrage führte bisher nur zu ausweichenden Antworten.