Passierschein A38 eingetroffen !

… doch darauf, dass die G-Akte (Gesundheitsakte) im richtigen SanBereich eintrifft , da warte ich immernoch.

Es begab sich am 22. Mai 2017, als dass ich auf anraten meines behandelten Traumatologen im Psychotraumazentrum der Bundeswehr den Wechsel meines behandelnden Sanitätsbereichs beantragte. Statt im Wedding wollte ich künftig in Mitte behandelt werden. Liegt nahe, denn auch das Psychotraumazentrum liegt im selben Gebäude.
Grund für den Wechsel war nicht zuletzt auch der Leiter des Sanitätsversorgungszentrums Wedding, der mich im November 2016 als „therapieunwillig“ brandmarkte. Um keine Persönlichkeitsrechte zu verletzen und die Lesbarkeit zu erleichtern nenne ich den Leiter nun einfach mal „Dr. Fix“.

Am 12. Juni 2017 erfolgte dann die Antwort aus dem SanBereich Wedding, die zunächst hoffen ließ.

Sehr geehrter Herr Lücking,
Ihre G-Akte wird momentan von der G-Kartei für den Versand zum SanVersZ Berlin-Mitte
vorbereitet. Die Kopie von der G-Akte wurde soweit es möglich ist angefertigt.
Soll die Kopie in per Post zugeschickt werden oder wie sollen wir die Kopie Ihnen
zukommen lassen?
Mit freundlichen Grüßen

Die Kopie der Akte erreichte mich und ich konnte auch erstmals einsehen, welche Aussagen der Leiter über mich gemacht hatte. Die Anweisung der Dienststelle, die zur Befragung im November 2016 führte, ist darin auch zu finden. Sie ist präzise formuliert, gibt vor auf welchem Weg die Antworten zu versenden sind und enthält auch den Hinweis

„Der Soldat ist über den Inhalt dieses Schreibens und über das von mir verlangte zu informieren.“

Dr. Fix war der Auffassung, dass es reichen würde, mir nach dem unangenehmen Gespräch, in dem er mir jeglichen behandlungswillen Absprach, kurz zu erläutern, was er weiterzumelden gedenkt. In einer Armee in der Soldaten mit den schriftlichen Belehrungen, die sie während der Dienstzeit erhalten eine durchschnittliche Wohnung mindestens einmal tapezieren können, meint nun Dr. Fix, es reiche, kurz nochmal mündlich zusammenzufassen, was gesagt wurde. Standard ist bei jeder ärztlichen Untersuchung hingegen,das ABC-Verfahren:

A: Begutachtungsanordnung

B: Ergebnis der Begutachtung

C: Eröffnung durch den Disziplinarvorgesetzten


Im Bundeswehrsprech heißt das „BA90/5 (Belegart)“ – ein Standardbeleg, der jede dienstlich angeordnete gesundheitliche Begutachtung dokumentiert. Ein Verfahren, dass dem Dr. Fix nun nicht all zu fremd sein dürfte, weil er uns seine Ärzte geschätzt 50 % ihrer Arbeitszeit mit BA90/5 verbringen.

Dieser BA90/5 endet dann mit dem Hinweis: „Der/Die Begutachtete kann eine schriftliche Stellungnahme zur festgestellten Verwendungsfähigkeit / Eignung abgeben…“

Das hätte ich in diesem Fall sehr gern getan, um deutlich zu machen, dass die Einschätzung von Dr. Fix er „sehe keine Motivation zu einer Behandlung“ nichts mit mir zu tun hat, da ich im Austausch mit dem Psychotraumazentrum stand und einen sinnvollen Zeitpunkt für den Einstieg in die Onlineschreibtherapie suchte.

Dr. Fix schloss sein Schreiben dann mit den Worten: „Als TrArzt (Truppenarzt) sehe ich derzeit keine Möglichkeit den Soldaten zu behandeln. Es ist mir nicht möglich gewesen, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.“ Nunja, lieber Dr. Fix – wenn ich ihnen, wie gewünscht, schildere, wie meine Diagnose zu stande kam und was mich belastet, dann ist es wenig hilfreich, wenn Sie mit „Wissen sie eigentlich, was mir passiert ist?“ reagieren. Ich möchte auch keine Berichte ihrer Einsatzerlebnisse zu hören bekommen, wenn Sie den Unterton haben, dass ihre Erlebnisse belastend waren, Sie aber schließlich nicht traumatisiert seien.

Im Verantwortungsbereich von Dr. Fix ist nun meine G-Akte abhanden gekommen. Eben jener Dr. Fix soll nun mit dem Leiter des Sanitätsversorgungszentrum Mitte auch noch besprechen, ob der Wechsel des Sanitätsversorgungszentrums überhaupt möglich ist.

Warum regt mich das alles so auf:

1. Ich versuche eine Kur für November / Dezember 2017 auf den Weg zu bringen, um möglichst gestärkt ab März 2018 die Masterarbeit abschließen zu können.

2. Ärzte wie Dr. Fix, die mich wohl als Simulant einstufen und mir unaufgefordert von Einsatzgeschödigten berichten, die keinen Handschlag mehr für die Bundeswehr tun würden, aber ein „Hundezucht im brandenburgischen“ betreiben würden, haben offensichtlich die Absicht möglichst viele der Einsatzgeschädigten aus Kostengründen auszusortieren.

3. Ich möchte seit gut 2 Monaten die fälligen jährlichen Routineuntersuchungen angehen und Impfungen auffrischen. Bei einem Artz, wie Dr. Fix kommt das für mich nicht in Frage. Und ohne Akte geht das leider auch nicht. Seit dem 17. Juli ist die Akte meines Wissens nach nicht auffindbar.

Kurz zusammengefasst: es reicht.

Der Dienstherr Bundeswehr hat eine Fürsorgepflicht, die auch über das Ende der Dienstzeit hinaus geht.

Der Dienstherr Bundeswehr hat die Schädigung verursacht, die mir Probleme bereitet.

Der Dienstherr Bundeswehr ist verantwortlich für aktive und auch ehemalige Soldaten.

Der Dienstherr Bundeswehr hat nicht das Recht, die Behandlung und Versorgung daran zu knüpfen, ob aus der zu behandelnde Person wieder ein einsatztauglicher Soldat wird.

Und um den Humor nicht ganz zu verlieren, hier die wohl treffendste Visualisierung des Sachverhaltes in Videoform:

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