#PTBSKur – Ich wäre dann durch. Fast.


Die Kur neigt sich dem Ende und auf die letzten Tage fühlt es sich an, als könne ich nun eine Kur dringend gebrauchen. Oder Urlaub. Auf jeden Fall Erholung. Nachdem es am Wochenende wieder einmal anklopfte – also ich gedanklich mehr im Einsatz, als im normalen Leben war – kamen diese Woche einige Stressoren hinzu. Die Reihenfolge ist zeitlich und nicht qualitativ zu sehen. Insbesondere heute ballen sich diese. Immerhin: ich bemerke sie und gehe damit um. Continue reading

Bis es wieder anklopft #PTBSKur

Mittlerweile ist es acht Jahre her. Ich kannte keinen der drei Soldaten. Doch an diesem Karfreitag 2010 und wenige Tage später am 15. April, als weitere vier Soldaten in Afghanistan getötet wurden, holte mich meine Vergangenheit ein. Ich habe nicht verstanden, warum mich diese Vorfälle gut anderhalb Jahre nach Ende meiner Zeit in Uniform immer wieder traurig, depressiv und irgendwann auch handlungsunfähig machten, wie nach dem Anschlag in Taloquan, bei der eine Person, die ich sehr schätze und aus meinen Einsätzen kannte schwerstverletzt wurde. Continue reading

#PTBSKur Einen Ansatz finden

In der Einzeltherapie während der Kur jetzt erlebe ich einige Dinge zum ersten Mal. Mein Therapeut hat – anders als die Bundeswehrtherapeuten – dieses Blog in Auszügen gelesen und auch immer wieder Fragen dazu gestellt.
In den letzten Jahren erlebte ich es immer wieder, dass Bundeswehrpsychologen das Blog nicht thematisierten oder maximal erkennen ließen, dass sie wissen, dass ich blogge. In ein oder zwei Fällen wiesen die Psychologen darauf hin, dass sie ihren Namen nicht im Blog lesen wollten. Continue reading

#PTBSKur: Ein Sack Mehl und eine Autofahrt

Heute ist wieder dieser Tag. Dieser Tag in der Woche vor dem Rosenmontag 2008 an dem bei ZDFheute der Bericht von Uli Gack läuft. Ein Bericht über einen Sack Mehl, den ein Mitarbeiter vom Auswärtigen Amt und der Welthungerhilfe an eine afghanische Witwe mit vielen Kindern übergibt. Irgendwo im Nordwesten Afghanistans. Knöcheltief in Matsch und Ziegendreck macht Uli Gack seinen Aufsager vor der Kamera.

Währenddessen stehen zwei Autos unbewacht einige Hundert Meter entfernt an der Straße. Kein Soldat wacht am Fahrzeug. Was tue ich hier nur. Ich bin der einzige Mensch in Uniform. Irgendwo im nirgendwo. Es ist längst nicht mehr der Verantwortungsbereich der Deutschen. Die letzten Militärfahrzeuge, die uns entgegen kamen waren schwedische oder norwegische Geländewagen. Nur minimal besser geschützt, als die zivilen Toyota, mit denen wir unterwegs sind. Continue reading

#PTBSKur: Kurgäste kann man sich nicht aussuchen

Menschen sind immer wieder interessant. Die meisten sind auf ihre Art recht nett. Manche hingegen braucht niemand. Auf dem engen Raum eines Klinikgeländes sind manche Begegnungen nicht zu vermeiden und das „sich aus dem Weg gehen“ will wohl geplant sein. Ich habe da in mindestens einem Fall schon Planungsbedarf.

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#PTBSKur: Anreise

Ein Drucklufventil entlüftet stoßweise und klingt, wie eine schnaufende Dampflock. Ich habe den Laptop auf dem ausklappbaren Plastiktisch an Platz 111 im IC2072 Richtung Westerland aufgestellt und schreibe zum ersten Mal seit Wochen wieder mehr, als nur eine Tweetlänge. Schriftstellerisch. Biografisch. Vielleicht auch ein bisschen Journalistisch. Und auf jeden Fall abseits von Facebook, wo ich vor gut einer Woche viel kommentiert habe, als es bei MDR-Fakt um das Thema Soldaten nach der Dienstzeit ging.


Der Zug fährt an und nun beginnt, was ich bereits vor einem Jahr auf den Weg gebracht habe. Ich mache mich mit gemischten Gefühlen auf den Weg in diese Kur. Schon das Packen für sechs Wochen war anstrengend. Zu oft habe ich die Einsatzkiste gepackt, die mich auch jetzt begleitet. Continue reading

Jahresbilanz 2017: Vorsichtig optimistisch ins Jahr 2018

Die Zahl der Artikel hier im Blog ist im Vergleich zu den Vorjahren wirklich sehr gesunken. Ich sehe das als ein gutes Zeichen, denn ich komme zur Ruhe. Von Beginn an war dieses Blog ein Ventil um den Stress abzubauen, der immer wieder kam. Teils verursacht durch Existenzbedrohungen, wenn die Erkrankung dominierte und die Versorgung nicht sichergestellt war. Teils verursacht aber auch durch Mobbing aus den Kreisen aktiver und ehemaliger Soldaten, von Behörden und von Ärzten.

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„Und wie geht‘s vom Kopf her?“

Zum ersten Mal seit Monaten ich nun wieder Arzttermine wahrnehmen. Nach einem Zahnarzttermin stand am Freitag, den 3.11. nun der Allgemeinmediziner auf dem Plan. Neben den Vorsorgeuntersuchungen, die ich eigentlich in den Semesterferien im August längst erledigt haben wollte, soll es bei diesem Termin auch um die Beantragung einer Kur gehen.

Es dauert eine Weile, bis das Gespräch mit der Oberstabsärztin in Gang kommt. Ich muss begründen, warum ich eine jährliche Blutuntersuchung machen lassen will und warum ich bereits im Alter von 38 Termine zur Darmkrebsvorsorge mache.

Foto: JG


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Was zu lange währt …

Zeit für ein kleines Update zu den letzten Monaten. Nach einem Artzgespräch im Psychotraumazentrum beantragte ich am 22.05.2017 einen Wechsel meines behandelnden Allgemeinmediziners. Am 19.10.2017 erhielt ich dann auch Nachfrage die Bestätigung, dass der Wechsel erfolgen kann.

Dafür brauchte es „nur“ folgende Beteiligte (in Order of Appearance):
– Facharzt Psychotraumazentrum
– Wehrbeauftragter des deutschen Bundestages
– Beauftragter General für Einsatzschädigungen im BMVg
– ein Bundestagsabgeordnetenbüro
– Leiter SanUstgZentrum Berlin

Dieser Wechsel wurde mir 2016 zunächst verwährt. 2017 gab es einiges an Chaos. Hauptsächlich dadurch, dass aus dem SanVersZentrum Wedding keine konsistente Kommunikation erfolgte. Auf meinen formlosen Antrag per eMail wurde mir zunächst suggeriert, der Wechsel könne problemlos erfolgen.

2014: handeln und abschließen


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Passierschein A38 eingetroffen !

… doch darauf, dass die G-Akte (Gesundheitsakte) im richtigen SanBereich eintrifft , da warte ich immernoch.

Es begab sich am 22. Mai 2017, als dass ich auf anraten meines behandelten Traumatologen im Psychotraumazentrum der Bundeswehr den Wechsel meines behandelnden Sanitätsbereichs beantragte. Statt im Wedding wollte ich künftig in Mitte behandelt werden. Liegt nahe, denn auch das Psychotraumazentrum liegt im selben Gebäude.
Grund für den Wechsel war nicht zuletzt auch der Leiter des Sanitätsversorgungszentrums Wedding, der mich im November 2016 als „therapieunwillig“ brandmarkte. Um keine Persönlichkeitsrechte zu verletzen und die Lesbarkeit zu erleichtern nenne ich den Leiter nun einfach mal „Dr. Fix“.


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