Start ins Jahr 2015

Im Jahr 2015 werde ich nur noch zwei Webblogs pflegen. In der Hauptsache wird es Daniel-Luecking.Berlin sein. Der Blog wird multithematisch sein, einen Überblick über meine Aktivitäten geben und erster Anlaufpunkt meiner Webpräsenzen werden.

Neben den Themen NSA-Untersuchungsausschuss wird es entlang meiner Bachelorarbeit noch technisches zum Thema Crypto und IT-Sicherheit, sowie Whistleblowing gehen. Die Webpräsenzen der Vorjahre werde ich nicht weiter pflegen und vermutlich auch bald die Domains auf http://daniel-luecking.berlin umleiten.

Eine Ausnahme bleibt Wir.Dienten.Deutschland.. Unter dieser Adresse werde ich weiterhin dokumentieren wie der ehemalige Dienstherr Bundeswehr mit der Einsatzschädigung umgeht, die ich aufgrund der zahlreichen Auslandseinsätze erlitten habe. Derzeit habe ich eine inoffizielle Ankündigung, dass bald eine Wiedereinstellung in die Schutzzeit erfolgen würde.


Therapiestand und Arbeitsfähigkeit

Schon im November 2014 war – so die Aussage im Bundeswehrkrankenhaus – der Einsatz als Ursache identifiziert. Die Stresserkrankung und Depressionen sorgen dafür, dass ich derzeit noch keine gesunde Balance zwischen Arbeit und Freizeit habe. Die Folgen der Erkrankung sorgten in den letzten Jahren dafür, dass ich das Studium noch nicht abschließen konnte, zahlreiche familiäre Probleme und auch Probleme im beruflichen Umfeld auszuhalten hatte. Klingt zunächst banal und so, als könne das jeden einmal treffen.

Seit April 2013 habe ich die Hintergründe der Erkrankung aufgearbeitet und mittlerweile eine gute therapeutische Begleitung gefunden. Die Kosten dafür werden seitens des Verursachers Bundeswehr nur nach viel Druck getragen. Zeitweise wurden mögliche Hilfen verschwiegen, die ich selbst nicht recherchieren konnte. Mehr als das Wort des verantwortlichen Generals habe ich derzeit nicht – und es fällt angesichts der Erfahrungen der letzten Jahre schwer überhaupt an irgendetwas zu glauben, was durch die Bundeswehr kommuniziert wird.

Ich neige leider dazu – auch momentan – mich zu überlasten und zu überarbeiten. Trifft die Arbeitsspitze dann noch mit einem Einsatzbezug zusammen – so wie in den letzen Tagen mit den Attentaten in Paris – dann muss ich sehr aufpassen, nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten.

Da derzeit noch keine verlässliche und rechtsverbindliche Entscheidung zur Einstellung in die Schutzzeit getroffen ist, ist der Druck immernoch immens. Heute findet die vorerst letzte Therapiesitzung statt, da ich die Kosten nicht mit einer mündlichen Zusage begleichen kann. Auch das Coaching musste ich aussetzen.

Finanzierung

Damit wäre zu meinem aktuellen Job alles notwendige gesagt. Ich rutsche derzeit nicht in HARTZ4 und kann nur hoffen, dass das so bleibt. Besserung erst, wenn die Reha-Finanzierung durch die Bundeswehr endlich kommt.

Druck vom Unterhaltssicherungsamt wird bald kommen – Reserven sind keine mehr vorhanden. Abschluss des Studiums weiterhin ungewiss.

Sofern eine Wiedereinstellung zu Reha und beruflichen Qualifikationsmaßnahmen erfolgt, wird mein Ziel ein Masterstudium sein. Der meinem Lebensalter und den normalen Laufbahnzielen eines (Ex-)Offiziers angemessene Ausbildungshöhe.

Ob und wie lange ich diese Schutzzeit in Anspruch nehme kann ich derzeit nicht sagen. Jegliche Form von Repressalien werde ich nicht dulden. Meine Bundeswehrzeit ist vorbei – in der Regenerationsphase werde ich nicht in Einsätze gehen, keine Uniform tragen und sicherlich auch kein Blatt vor den Mund nehmen.

Mir wurde bereits angekündigt, natürlich in gewissem Maße Dienst in einer Kaserne leisten zu müssen. Ich bin gespannt, was man da für mich vorsehen will. Gammeldienste oder Beschäftigungstherapien, wie anderen Kritikern bereits passiert werde ich nicht hinnehmen. Die Institution steht nicht gerade im Ruf, mit Kritik besonders gut zurecht zu kommen.

Alles in allem: die Maßnahmen kommen / kämen spät. Die Berabeitungszeit seit der Diagnose hat bei mir zwar längst nicht die Ausmaße erreicht, wie in anderen Fällen, doch positiv ist das nicht. Bildlich gesprochen laufen Ex-Soldaten mit Einsatzerkrankung erst einmal mit einem gebrochenen Bein durch die Welt, bis sich irgendwann eine unterbesetzte Verwaltung durch die oppulent Dimensionierten Instanzen gearbeitet hat.

Wer nicht aufgibt, wird irgendwann versorgt. Wer aufgibt tut es, um sich nicht weiter und noch mehr zu belasten. Manche verzweifeln am System. Manche verzweifeln und treten aus dem Leben. Teils, ohne überhaupt je versucht zu haben, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Verantwortung übernehmen und Fürsorge zeigen – so sieht das für mich auch 2015 noch nicht aus.

Transparenz

In Wir-Dienten-Deutschland.de werde ich festhalten:

– was die Forderungen des Dienstherrn an mich sind
– wie das meine Berichterstattung beeinflusst (wird es nicht)
– wie die Unterstützung während der Rehaphase aussieht
– wo es hakt …

Der Dienstherr wird weiterhin mit einem Kritiker aus den eigenen Reihen leben müssen. Ich hoffe, dass in meinem Fall nicht ähnliche Auswirkungen und Repressalien kommen, wie ich z.B. aus Kreisen des Darmstädter Signals geschildert bekomme.

Ich bleibe – nach den Erfahrungen des Afghanistaneinsatzes – auch weiterhin ein Kritiker des Konzepts NATO. Schlicht, weil ich die nationale Dominanz, die ich im Bündnis sehe nicht mit unseren Werten vereinbar sehe.

Militärische Alleingänge eines einzelnen Staates haben entlang des Afghanistaneinsatzes die Bundeswehr und Deutschland in Verruf gebracht – davor die Augen zu verschließen ist fahrlässig.

Themenausblick

Nach dem Screening von Snowdens Great Escape gestern abend im Babylon-Kino werde ich heute Abend die gekürzte Fassung, die die ARD sendet kommentieren und auch live zum Folgefilm twittern.

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